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	<title>Brodnigs Blog</title>
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	<description>Entdeckungen offline und online</description>
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		<title>Österreichischer Schmäh im Netz</title>
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		<pubDate>Fri, 19 Apr 2013 08:37:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ingrid</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Endlich! Österreicher erobern das Netz. Soll heißen: Es gibt immer mehr Seiten mit echt österreichischem Schmäh. Schon länger erfreut sich die Facebook-Page &#8220;Steira Memes san very good“ großer Beliebtheit, schon 89.000 User klickten auf &#8220;Gefällt mir“ und bekommen lustige Bilder serviert, die mit steirischem Dialekt unterlegt sind. Zum Beispiel sieht man ein verrückt dreinblickendes Mädchen <a href='http://brodnig.org/2013/04/19/osterreichischer-schmah-im-netz/' class='excerpt-more'>[...]</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://brodnig.org/wp-content/uploads/2013/04/steira-memes.png"><img class="alignleft  wp-image-2113" alt="steira-memes" src="http://brodnig.org/wp-content/uploads/2013/04/steira-memes.png" width="274" height="332" /></a><strong>Endlich! Österreicher erobern das Netz.</strong> Soll heißen: Es gibt immer mehr Seiten mit echt österreichischem Schmäh. Schon länger erfreut sich die Facebook-Page <a title="facebook-seite davon" href="https://www.facebook.com/SteiraMemes" target="_blank">&#8220;Steira Memes san very good“</a> großer Beliebtheit, schon 89.000 User klickten auf &#8220;Gefällt mir“ und bekommen lustige Bilder serviert, die mit steirischem Dialekt unterlegt sind. Zum Beispiel sieht man ein verrückt dreinblickendes Mädchen und dazu den Satz: &#8220;Hob gestan wos Intressants glesn &#8211; dein gonzn Posteingong.“</p>
<p>Aber nicht nur Steirer, auch Wiener geben online Gas. Ein großartiges neues Blog heißt &#8220;<a title="tumblr von when you really live in wien" href="http://whenyoureallyliveinwien.tumblr.com/" target="_blank">When You Really Live in Wien“</a> und zeigt die Absurditäten des Lebens in der Wiener Hauptstadt. Da ist zu sehen, wie die Leute auszucken, wenn man das Wort &#8220;Tüte“ statt &#8220;Sackerl“ verwendet; oder wie herrlich es ist, wenn man wochentags die letzte U-Bahn erwischt. Nachzuschauen auf <a title="tumblr" href="http://whenyoureallyliveinwien.tumblr.com/" target="_blank">whenyoureallyliveinwien.tumblr.com</a>. Helmut Qualtinger würde dazu sagen: I like!</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Digitalia ist die wöchentliche IT-Kolumne des <a title="falter" href="http://www.falter.at/" target="_blank">Falter</a>. Dieser Text erschien in Ausgabe 15/13</em></p>
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		<title>Geeks sind die glücklicheren Paare</title>
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		<pubDate>Thu, 11 Apr 2013 08:21:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ingrid</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[Was ist eigentlich Geek-Romantik? Wie drücken zwei Menschen, die technikaffin sind, ihre gegenseitige Zuneigung aus? Es ist natürlich kompletter Unsinn, dass Technik jegliche Romantik töten würde. Im Gegenteil, sie kann sogar beziehungsfördernd sein. Zum Beispiel, wenn man zuhause das WLAN umbenennt und den eigenen Namen sowie den des Partners oder der Partnerin einsetzt. Die drahtlose <a href='http://brodnig.org/2013/04/11/geeks-sind-die-glucklicheren-paare/' class='excerpt-more'>[...]</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://brodnig.org/wp-content/uploads/2013/04/geek-love-shirt.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-2107" alt="geek-love-shirt" src="http://brodnig.org/wp-content/uploads/2013/04/geek-love-shirt.jpg" width="150" height="150" /></a></strong><strong>Was ist eigentlich Geek-Romantik?</strong> Wie drücken zwei Menschen, die technikaffin sind, ihre gegenseitige Zuneigung aus? Es ist natürlich kompletter Unsinn, dass Technik jegliche Romantik töten würde. Im Gegenteil, sie kann sogar beziehungsfördernd sein. Zum Beispiel, wenn man zuhause das WLAN <a title="beispiele für lustige wlan-namen" href="http://gizmodo.com/5984909/whats-the-best-wi+fi-network-name-youve-ever-seen" target="_blank">umbenennt</a> und den eigenen Namen sowie den des Partners oder der Partnerin einsetzt. Die drahtlose Verbindung könnte dann etwa &#8220;Babsis und Mikes Internetz“ heißen und signalisieren: Das Internet gehört nicht nur mir, sondern uns beiden. Was für eine schöne Geste!</p>
<p>Generell bin ich überzeugt, dass Geeks die glücklicheren Paare sind. Ihnen wird niemals fad. Sie können stundenlang &#8220;Star Trek“ schauen oder Videospiele spielen. Und man kann dem anderen Geschenke machen, die man selbst gern hätte. Etwa das Spiel <a title="monopoly auf klingonisch" href="http://www.usaopolygames.com/klingon/" target="_blank">&#8220;Monopoly“ auf Klingonisch</a>. Das mag für Außenstehende doof klingen. Aber so ist das mit Romantik: Die ist immer ein bisserl doof.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Digitalia ist die wöchentliche IT-Kolumne des <a title="falter" href="http://www.falter.at/" target="_blank">Falter</a>. Dieser Text erschien in Ausgabe 13/13. Foto: <a title="foto auf flickr" href="http://www.flickr.com/photos/mariareyesmcdavis/8139126779/in/photostream/" target="_blank">Maria Reyes-McDavis</a></p>
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		<title>Grüß Gott, spreche ich mit Papst Franz?</title>
		<link>http://brodnig.org/2013/03/26/grus-gott-spreche-ich-mit-papst-franz/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=grus-gott-spreche-ich-mit-papst-franz</link>
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		<pubDate>Tue, 26 Mar 2013 18:04:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ingrid</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[interview]]></category>
		<category><![CDATA[politik]]></category>
		<category><![CDATA[religion]]></category>

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		<description><![CDATA[Papst Franz steht sogar im österreichischen Telefonbuch. Ich habe ihn gleich angerufen. &#160; Grüß Gott, spreche ich mit Papst Franz? Ja, richtig. Toll, dass Sie im Telefonbuch stehen! Ich möchte Sie um ein Interview bitten. Na, ich hab ka Zeit, ich muss weg. Aber Sie sind schon der richtige Papst? Ja, der Richtige! Net der <a href='http://brodnig.org/2013/03/26/grus-gott-spreche-ich-mit-papst-franz/' class='excerpt-more'>[...]</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Papst Franz steht sogar im österreichischen Telefonbuch. Ich habe ihn gleich angerufen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<div id="attachment_2098" class="wp-caption alignright" style="width: 152px"><img class="size-full wp-image-2098 " alt="time-papst" src="http://brodnig.org/wp-content/uploads/2013/03/time-papst.jpg" width="142" height="189" /><p class="wp-caption-text">Nicht der einzige Papst Franz</p></div>
<p><strong>Grüß Gott, spreche ich mit Papst Franz?</strong><br />
Ja, richtig.</p>
<p><strong>Toll, dass Sie im Telefonbuch stehen! Ich möchte Sie um ein Interview bitten.</strong><br />
Na, ich hab ka Zeit, ich muss weg.</p>
<p><strong>Aber Sie sind schon der richtige Papst?</strong><br />
Ja, der Richtige! <a title="time-geschichte zum papst" href="http://world.time.com/2013/03/13/pope-of-the-americas/" target="_blank">Net der in Rom</a>.</p>
<p><strong>Wie finden Sie diese Namensgleichheit?</strong><br />
Na ja, damit muss ich leben!</p>
<p><strong>Haben Sie eine Meinung über Franz I.?</strong><br />
Na, ich bin net der Mensch dafür.</p>
<p><strong>Wie? Sie sind nicht gläubig?</strong><br />
Na.</p>
<p><strong>Derzeit wird gestritten, ob man <a title="franz-diskussion" href="http://www.spiegel.de/panorama/diskussion-ueber-papst-namen-franziskus-oder-franz-a-888992.html" target="_blank">Franz oder Franziskus</a> sagen soll. Was denken Sie als Experte im Franz-Sein?</strong><br />
Na ja, Franziskus passt auch.</p>
<p><strong>Wird der Name Franz wieder modern?</strong><br />
Das kann ich net beantworten.</p>
<p><strong>Fänden Sie das gut?</strong><br />
Gut, gut &#8230; Das ist mir egal.</p>
<p><strong>Haben Sie schon andere auf die Namensgleichheit angesprochen?</strong><br />
Nein.</p>
<p><strong>Aber die ist doch sehr offensichtlich!</strong><br />
Ja, ich weiß schon, dass ich so heiß.</p>
<p><strong>Haben Sie einen Tipp, was Ihr Namensvetter jetzt machen sollte?</strong><br />
Na, ich will das gar net beeinflussen, das kann ich ja sowieso net.</p>
<p><strong>Der andere Papst ist der Vertreter eines wichtigen Vereins. Sind Sie auch irgendwie spirituell unterwegs?</strong><br />
Na, nix, gar nix.</p>
<p><strong>Darf ich Sie noch nach Ihrem Job fragen?</strong><br />
Mein Job? ÖBB.</p>
<p><strong>Also der österreichische Papst arbeitet bei den ÖBB?</strong><br />
Genau. Danke, auf Wiederhören!</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Dieser Text ist im <a title="falter" href="http://www.falter.at/" target="_blank">Falter</a> als Nachfragekolumne &#8220;Am Apparat&#8221; erschienen (Ausgabe 12/13). Bild: <a title="time" href="http://www.time.com/time/covers/0,16641,20130325,00.html" target="_blank">Time Magazine</a></em></p>
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		<title>Yps ist wieder da. Eine Reise in die Kindheit!</title>
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		<pubDate>Thu, 14 Mar 2013 09:35:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ingrid</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[geek]]></category>
		<category><![CDATA[kultur]]></category>
		<category><![CDATA[zeitung]]></category>

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		<description><![CDATA[Sehen wir recht? Ist Yps wirklich zurückgekehrt? Das schräge Kinderheft für angehende Geheimagenten, Raumfahrer und Paläontologen wurde vor Jahren eingestellt. Jetzt liegt es plötzlich wieder in der Trafik auf. Auf dem Cover stehen, wie damals, Schlagzeilen wie &#8220;Dinosaurier finden!“ und &#8220;Jetzt noch Spion werden“. Mit einem Schlag ist man wieder in der Kindheit. Wie schön das war! <a href='http://brodnig.org/2013/03/14/eckige-eier-und-urzeitkrebse-yps-ist-zuruck/' class='excerpt-more'>[...]</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://www.facebook.com/yps.de?sid=0.8765489619690925"><img class="alignleft  wp-image-2089" alt="Yps_Heft1" src="http://brodnig.org/wp-content/uploads/2013/03/Yps_Heft1.jpg" width="173" height="214" /></a>Sehen wir recht? Ist <a title="yps auf facebook" href="https://www.facebook.com/yps.de?sid=0.8765489619690925" target="_blank">Yps wirklich zurückgekehrt</a>? Das schräge Kinderheft für angehende Geheimagenten, Raumfahrer und Paläontologen wurde vor Jahren eingestellt. Jetzt liegt es plötzlich wieder in der Trafik auf.</p>
<p style="text-align: left;"><strong>Auf dem Cover stehen, wie damals, Schlagzeilen wie &#8220;Dinosaurier finden!“</strong> und &#8220;Jetzt noch Spion werden“. Mit einem Schlag ist man wieder in der Kindheit. Wie schön das war! Da träumte man von Abenteuern im Dschungel oder auf geheimer Mission. Yps hatte immer das richtige Gratisgeschenk für die Entdeckungsreise, das sogenannte &#8220;Gimmick“. Zum Beispiel die &#8220;Agenten-Pfeife mit Schuss-Automatik“ oder die &#8220;Maschine, die viereckige Eier macht“. Die hat wirklich funktioniert!</p>
<p>Wer nach erfüllter Mission müde war, konnte im Heft die abgefahrenen Comics und Witze auf Volksschulniveau lesen. Woche für Woche bettelte man also die Eltern an, für 30 Schilling das Yps zu kaufen. Jetzt kostet es 6,40 Euro. &#8220;Eigentlich sind wir doch schon erwachsen“, heißt es keck auf dem Cover. Yps spricht nämlich nicht die heutige Jugend, sondern die Kinder von damals an.</p>
<p><span id="more-2086"></span></p>
<div id="attachment_2088" class="wp-caption alignleft" style="width: 192px"><img class=" wp-image-2088" title="Update: Nun ist auch Heft 2 erschienen!" alt="" src="http://brodnig.org/wp-content/uploads/2013/03/Yps-Heft2.jpg" width="182" height="225" /><p class="wp-caption-text">Neu: Heft Nummer 2</p></div>
<p style="text-align: left;"><strong>Das Konzept geht voll auf, </strong>zumindest bei Ausgabe eins (Update: Heft Nummer 2 ist gerade erschienen!). Wer als Kind ein Geek war, ist es heute auch &#8211; und kann sich eine Reise in die eigene Vergangenheit kaufen. Inklusive der alten Comics, Witze &#8211; und des allerlegendärsten Gimmicks: der Urzeitkrebse.</p>
<p>Die Krebse konnte man selbst im Wasserglas züchten. Aber wehe, man verwendete jodiertes Salz! Dann starben die Tierchen, ehe sie schlüpfen konnten. Mit Tränen in den Augen lief man zur Mutter. Die tröstete einen und meinte, dass das neue Yps eh bald herauskommt. Stimmt. Jetzt ist es wieder da und soll mindestens zweimal im Jahr erscheinen. Genau richtig, um alle paar Monate eine schöne Kindheitserinnerung zu haben.</p>
<p style="text-align: left;"><em>Dieser Text erschien als Enthusiasmuskolumne im <a title="falter" href="http://www.falter.at/" target="_blank">Falter</a> (Ausgabe 17/12). Mittlerweile gibt es auch schon eine zweite Ausgabe des neuen <a title="yps" href="https://www.facebook.com/yps.de?sid=0.8765489619690925" target="_blank">Yps</a>. Bilder: Egmont Ehapa Verlag GmbH</em></p>
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		</item>
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		<title>Sind Printmedien nur tote Bäume?</title>
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		<pubDate>Thu, 07 Mar 2013 19:42:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ingrid</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[digitalia]]></category>
		<category><![CDATA[journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[neue medien]]></category>
		<category><![CDATA[print]]></category>
		<category><![CDATA[zeitung]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine Formulierung zipft mich so richtig an. Oft wird der Printjournalismus als rückständig und altmodisch verunglimpft, indem es heißt, man schreibe ja nur auf toten Bäumen. Das klingt so, als hätten wir Journalisten generell gar nix zu sagen und für unsere Gedankensauce müssen dann auch noch irgendwelche armen Pflanzen ihr Leben lassen. Was für ein <a href='http://brodnig.org/2013/03/07/sind-printmedien-nur-tote-baume/' class='excerpt-more'>[...]</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong><img class="alignleft size-full wp-image-2075" alt="toter-baum" src="http://brodnig.org/wp-content/uploads/2013/03/toter-baum.jpg" width="150" height="150" />Eine Formulierung zipft mich so richtig an.</strong> Oft wird der Printjournalismus als rückständig und altmodisch verunglimpft, indem es heißt, man schreibe ja nur auf <a title="beispiel für &quot;tote bäume&quot; tweet" href="https://twitter.com/L337hium/status/14483648588" target="_blank">toten Bäumen</a>. Das klingt so, als hätten wir Journalisten generell gar nix zu sagen und für unsere Gedankensauce müssen dann auch noch irgendwelche <a title="Wikipedie erklärt Holzmedien" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Holzmedien" target="_blank">armen Pflanzen</a> ihr Leben lassen. Was für ein blödes Argument ist das denn?</p>
<p><div class="simplePullQuote"><p>Auch Webserver werden nicht mit Feenstaub betrieben</p>
</div>Erstens regt sich auch keiner auf, dass für sein Klopapier ein Baum sterben musste. Zweitens werden da unterschiedliche Dinge miteinander vermischt. Auch ich glaube, dass die <a title="european über tote bäume" href="http://www.theeuropean.de/thomas-birkner/5703-das-internet-ist-ein-guter-ort-fuer-journalismus" target="_blank">Zukunft des Journalismus digital</a> ist. Aber das hat nix mit Öko-Bewusstsein zu tun. Schließlich werden die Webserver der Onlinezeitungen <a title="google server fressen strom, viel strom" href="http://www.sueddeutsche.de/digital/energiebilanz-des-internet-konzerns-google-verbraucht-strom-fuer-eine-ganze-stadt-1.1141053" target="_blank">auch nicht mit Feenstaub</a> betrieben, sondern mit Strom. Und die iPads setzen keine gut bezahlten Arbeitskräfte in Europa, sondern <a title="Über Foxconn" href="http://brodnig.org/2010/08/11/apples-sklaven/" target="_blank">arme Fabriksarbeiter</a> in Asien zusammen. Also, liebe Baumfreunde, verschont mich mit eurer Scheinheiligkeit!<span id="more-2074"></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Digitalia ist die wöchentliche IT-Kolumne des <a title="falter" href="http://www.falter.at/" target="_blank">Falter</a>, dieser Text erschien in Ausgabe 8/13. Foto: Flickr-User <a title="flickr account" href="http://www.flickr.com/photos/robotbrainz/2470205506/sizes/q/in/photostream/" target="_blank">robotbrainz</a></em></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Empfiehlt die Ministerin Kreditkartenbetrug?</title>
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		<pubDate>Tue, 05 Mar 2013 17:49:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ingrid</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[Haben Politiker wirklich gar keine Ahnung von Technik oder stellen wir Journalisten sie zu Unrecht als Internetdodeln dar? Zu dieser Frage habe ich neulich eine großartige Geschichte gehört, als ich in der Jury des Wolfgang Lorenz Gedenkpreises für internetfreie Minuten saß. Unter anderem war Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) für den Negativpreis nominiert, weil sie eine <a href='http://brodnig.org/2013/03/05/empfiehlt-die-ministerin-kreditkartenbetrug/' class='excerpt-more'>[...]</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://brodnig.org/wp-content/uploads/2013/03/mikl.jpg"><img class="alignleft  wp-image-2056" alt="mikl" src="http://brodnig.org/wp-content/uploads/2013/03/mikl-150x150.jpg" width="105" height="105" /></a><strong>Haben Politiker wirklich gar keine Ahnung</strong> von Technik oder stellen wir Journalisten sie zu Unrecht als Internetdodeln dar? Zu dieser Frage habe ich neulich eine großartige Geschichte gehört, als ich in der Jury des <a title="wolo" href="http://www.monochrom.at/wolfgang-lorenz-gedenkpreis/" target="_blank">Wolfgang Lorenz Gedenkpreises für internetfreie Minuten</a> saß. <a title="Kunst hat Recht hat gewonnen" href="http://derstandard.at/1361240677712/Kunst-hat-Recht-mit-Scheiss-Internet-Preis-ausgezeichnet" target="_blank">Unter anderem</a> war Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) für den Negativpreis nominiert, weil sie eine eher problematische Aussage tätigte.</p>
<p><div class="simplePullQuote"><p>Wer etwas bei einem neuen Webshop bestellt, soll vorerst eine falsche Kreditkartennummer angeben.</p>
<p>- Johanna Mikl-Leitner</p>
</div>Die Ministerin hielt eine <a title="wiener zeitung" href="http://www.wienerzeitung.at/nachrichten/oesterreich/politik/495213_Landesweite-Kampfansage-gegen-Internetkriminalitaet.html" target="_blank">Pressekonferenz zum Thema Cyber-Crime</a> und gab einen Tipp, wie man sich schützen könne. Allen Ernstes soll Mikl-Leitner gesagt haben: &#8220;Wer etwas bei einem neuen oder unbekannten Webshop bestellt, soll vorerst eine falsche Kreditkartennummer angeben. Erst wenn sich die Firma meldet, kann man davon ausgehen, dass sie legitim ist.&#8221; Diese Empfehlung ist <a title="ein paar tipps gegen betrug" href="http://www.kreditkarte.net/ratgeber/schutz-vor-missbrauch/" target="_blank">so falsch</a>, mir fehlen die Worte.</p>
<p>Bitte, liebe Leserinnen und Leser: Auch wenn die Innenministerin dazu aufruft &#8211; begeht keinen Kreditkartenbetrug!</p>
<p><strong>Update</strong>: Die Kronen Zeitung hat meinen Text aufgegriffen und im Bundeskriminalamt nachgefragt. Dort verteidigt der  Leiter des Bundeskriminalamtes, <a title="franz lang" href="http://www.bmi.gv.at/cms/BK/wir_ueber_uns/start.aspx" target="_blank">Franz Lang</a>, den Tipp seiner Chefin.</p>
<p>Der Bundeskriminalamt-Chef sagt: &#8220;Dubiose Webshops sind ein erwiesenes Problem, auf das immer wieder Menschen hereinfallen. Die sind so professionell, dass sie sogar eigene Callcenter haben. Ich rate bei Geschichten, die zum Himmel stinken, bei Eingabe der eigenen Daten etwas Unplausibles einzugeben. Handelt es sich um ein seriöses Unternehmen, fragt es beim Kunden nach.&#8221; (Siehe Kronen Zeitung vom 7.3.)</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Digitalia ist die wöchentliche IT-Kolumne des <a title="falter" href="http://www.falter.at/" target="_blank">Falter</a>, dieser Text erschienin Ausgabe 9/13. Foto: <a title="corns seite" href="http://www.corn.at/" target="_blank">Heribert Corn</a>. Vielen Dank an <a title="wimmer auf twitter" href="https://twitter.com/shroombab" target="_blank">Barbara Wimmer</a> von der Futurezone für die großartige Nominierung beim Wolfgang-Lorenz-Gedenkpreis (Wolo)</em></p>
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		<title>Das Fernsehen zeigt: Wie Österreich funktioniert</title>
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		<pubDate>Tue, 26 Feb 2013 10:01:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ingrid</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[Der vergangene Sonntag war einer Fernsehtag voller Tiefpunkte und enthüllte, was journalistisch in Österreich falsch läuft 11.05 Uhr, ORF2: Schiefe Optik im ORF Den Anfang machte ORF Niederösterreich, wo die Spitzenkandidaten der Landtagswahl gegeneinander antraten. Leider sah man gleich, wer im schwarzen Bundesland den Ton angibt. Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP) hatte nicht nur deutlich mehr <a href='http://brodnig.org/2013/02/26/fernsehtag/' class='excerpt-more'>[...]</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Der vergangene Sonntag war einer Fernsehtag voller Tiefpunkte und enthüllte, was journalistisch in Österreich falsch läuft</p>
<p><strong>11.05 Uhr, ORF2: Schiefe Optik im ORF<br />
</strong></p>
<p>Den Anfang machte ORF Niederösterreich, wo die Spitzenkandidaten der Landtagswahl gegeneinander antraten. Leider sah man gleich, wer im schwarzen Bundesland den Ton angibt. Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP) hatte nicht nur deutlich mehr Redezeit (siehe auch <a title="presse-artikel" href="http://diepresse.com/home/politik/noewahl/1348503/Herr-Proell-seiens-nicht-so-angruehrt" target="_blank">Zeit-Vergleich</a>), sondern wurde auch von der Kamera ins Zentrum gerückt. Zum Beispiel wollte Herausforderer Josef Leitner (SPÖ) am Ende noch ein politisches Schlussplädoyer halten. Die Kamera zeigte ihn jedoch nur aus der Entfernung &#8211; als nur einer von mehreren Oppositionspolitikern. Bei Pröll hingegen klappte die Frontalaufnahme wieder, bei seinen Abschlussworten bekamen wir den Landeshauptmann frontal zu sehen. Hier der Vergleich Leitner vs. Pröll:</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://brodnig.org/wp-content/uploads/2013/02/orf-noe.jpg"><img class="aligncenter  wp-image-2033" alt="orf-noe" src="http://brodnig.org/wp-content/uploads/2013/02/orf-noe.jpg" width="760" height="268" /></a></p>
<blockquote class="twitter-tweet"><p>ORF leider unfaehr. Leitner musste Kamera suchen.Proell bekam sie gleich.Hat der ORF das notwendig?</p>
<p>— Helmut Brandstätter (@HBrandstaetter) <a href="https://twitter.com/HBrandstaetter/status/305633386955960320">February 24, 2013</a></p></blockquote>
<p>&nbsp;</p>
<blockquote class="twitter-tweet"><p>Pröll darf in die Kamera reden und zum Volk sprechen. Leitner nicht. Dachte, das darf nur der Bundespräsident? <a href="https://twitter.com/search/%23noe13">#noe13</a></p>
<p>— Julia Schrenk (@juliaschrenk) <a href="https://twitter.com/juliaschrenk/status/305633293238419456">February 24, 2013</a></p></blockquote>
<p>&nbsp;</p>
<p>Es ist durchaus möglich, dass die ungleiche Kamera-Einstellung technische Hintergründe hat. Gute Optik gab das Ganze aber keine ab.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>11.55 Uhr, Puls 4: Ein kurzer Lichtblick<br />
</strong></p>
<p>Dann ging es weiter auf Puls 4, dort führe Corinna Milborn ein <a title="Stronach bei Milborn" href="http://www.puls4.com/video/austrianews/play/1988115" target="_blank">kritisches Interview mit Frank Stronach</a>. Im Vorfeld wurde ja viel darüber diskutiert, dass Stronach die Wahlkonfrontation in Niederösterreich meidet und sich dann ohne Gegner im Privat-TV befragen lässt. Ich finde jedenfalls: Corinna Milborn hat ihren Job gut gemacht &#8211; so wünsche ich mir kritische Interviews im Privatfernsehen. Leider schaut das um 20.15 Uhr ganz anders aus.</p>
<blockquote class="twitter-tweet"><p>Die @<a href="https://twitter.com/corinnamilborn">corinnamilborn</a> macht das gut &amp; stellt kritische fragen. Aber das Konzept &#8211; einer darf alle anderen bewerten &#8211; leider jenseitig.</p>
<p>— Isabelle Daniel (@isabelledaniel) <a href="https://twitter.com/isabelledaniel/status/305634902743859200">February 24, 2013</a></p></blockquote>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>20.15 Uhr, Puls 4: Stronach und wie er die Welt sieht<br />
</strong></p>
<p>Zur prominentesten Uhrzeit startet dann &#8220;<a title="teaser puls 4" href="http://www.puls4.com/video/highlights/play/1981120" target="_blank">Die große Frank Stronach Story</a>&#8220;, in der sich Stronach als weiser Firmengründer präsentieren darf. Ein vorprogrammierter Medien-Eklat. <a title="news-rezension" href="http://www.news.at/a/puls4-frank-stronach-story-als-frank-festspiele" target="_blank">News.at</a> schreibt etwa: &#8220;Es war von der ersten bis zur letzten Minute eine Hagiographie, also die Geschichte eines Heiligen. Kritisches Nachfragen oder auch nur ein Einordnen der Biografie ins Zeithistorische blieb völlig aus. Stattdessen durfte Frank Stronach im Wesentlichen selbst erzählen wie er sein Leben erlebte und einordnete. Außer langjährigen Wegstreitern und Beschäftigten kam kaum jemand zu Wort, schon gar keine Kritiker.&#8221; Und der <a title="Standard-Kritik" href="http://derstandard.at/1361241078815/Neues-Gespraechsformat-Stoeckl-auf-ORF-2-Bankkonto-oder-Berghuette" target="_blank">Standard</a> meint, &#8220;willfährig wurde des Märchenonkels Geschichte abgespult, Entgleisungen des alten Mannes gab es mangels Widersacher keine.&#8221;</p>
<p>Da tauchte prompt die Frage auf, ob Stronach den Beitrag <a title="altes zitat von stronach" href="http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/1319488/Stronach_Muss-mir-die-Medien-kaufen-" target="_blank">gekauft</a> habe? Warum strahlt Puls 4 so etwas aus? Mehr zu diesem Thema gibt es übrigens <a href="http://www.falter.at/" target="_blank">im kommenden Falter</a> zu lesen, in dem ich der Stronach-Story nachgehe.</p>
<p>&nbsp;</p>
<blockquote class="twitter-tweet"><p>Eines erscheint mir jedenfalls klar: <a href="https://twitter.com/search/%23puls4">#puls4</a> könnte sich diese aufwändige Hymne auf <a href="https://twitter.com/search/%23Stronach">#Stronach</a> nicht leisten. Wer es zahlt, ist wohl klar.</p>
<p>— Peter Rabl (@RablPeter) <a href="https://twitter.com/RablPeter/status/305784171467522048">February 24, 2013</a></p></blockquote>
<p>&nbsp;</p>
<blockquote class="twitter-tweet"><p>Mein (deutscher) Mitzuschauer fragt: Gehoert ihm der Sender? <a href="https://twitter.com/search/%23frankstory">#frankstory</a> <a href="https://twitter.com/search/%23puls4">#puls4</a> <a href="https://twitter.com/search/%23stronach">#stronach</a></p>
<p>— Elisalex Henckel (@elisalexhenckel) <a href="https://twitter.com/elisalexhenckel/status/305785501191901184">February 24, 2013</a></p></blockquote>
<p>&nbsp;</p>
<blockquote class="twitter-tweet"><p>Merkt Euch das Datum!, mit dem 170 Minuten langen Spot auf <a href="https://twitter.com/search/%23Puls4">#Puls4</a> hat die Berlusconisierung Österreichs einen Riesenschritt vorwärts gemacht</p>
<p>— Rafael Buchegger (@RafaelBuchegger) <a href="https://twitter.com/RafaelBuchegger/status/305800843674927105">February 24, 2013</a></p></blockquote>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Fazit: Eine vertane Chance</strong></p>
<p>Um 23.05 Uhr ist mit diesem traurigem Stück Fernsehgeschichte Schluss. Schade eigentlich, der vergangene Sonntag hätte beweisen können, wie wichtig und wie ernstzunehmen Fernsehjournalismus ist. Es hätte ein richtig spannender Politik-Tag werden können, kontroverse Themen gibt es derzeit <a title="Armin Wolf Facebook Notiz" href="https://www.facebook.com/arminwolf.journalist/posts/570702892941584" target="_blank">schließlich</a> <a title="schloss reifnitz" href="http://www.kleinezeitung.at/nachrichten/politik/3252018/stronach-verteidigt-kauf-schloss-reifnitz.story" target="_blank">genug</a>. Stattdessen zeigten der öffentlich-rechtliche Rundfunk und Privat-TV, wo ihre Schwächen liegen. Und ganz nebenbei lernten die aufmerksamen Zuschauer und Zuschauerinnen: So funktioniert Österreich.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Screenshot: <a title="tvthek" href="http://tvthek.orf.at/" target="_blank">ORF-TVThek</a></em></p>
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		<title>Wir sitzen in der Amazon-Falle</title>
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		<pubDate>Wed, 20 Feb 2013 13:26:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ingrid</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[Leiharbeiter werden aus Spanien und Polen herbeigekarrt, von einem Sicherheitsdienst überwacht und eingeschüchtert und mit einem Hungerlohn bezahlt. Ein erschütterndes Bild zeichnet die ARD-Reportage &#8220;Ausgeliefert! Leiharbeiter bei Amazon&#8221; und sorgt für heftige Debatten. Als Kunde bekommt man den Eindruck: Wenn etwas saugünstig ist, hat das seinen Preis – den im Fall Amazon die armen Leiharbeiter <a href='http://brodnig.org/2013/02/20/wir-sitzen-in-der-amazon-falle/' class='excerpt-more'>[...]</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://brodnig.org/wp-content/uploads/2012/12/amazon-hofmann.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-1936" alt="amazon-hofmann" src="http://brodnig.org/wp-content/uploads/2012/12/amazon-hofmann-150x150.jpg" width="150" height="150" /></a>Leiharbeiter werden aus Spanien und Polen herbeigekarrt, von einem Sicherheitsdienst überwacht und eingeschüchtert und mit einem Hungerlohn bezahlt. Ein erschütterndes Bild zeichnet die ARD-Reportage <a title="Mehr bei ardmediathek.de [neues Fenster]: &quot;Ausgeliefert! Leiharbeiter bei Amazon" href="http://www.ardmediathek.de/das-erste/reportage-dokumentation/ausgeliefert-leiharbeiter-bei-amazon?documentId=13402260" target="_blank">&#8220;Ausgeliefert! Leiharbeiter bei Amazon&#8221;</a> und sorgt für heftige Debatten. Als Kunde bekommt man den Eindruck: Wenn etwas saugünstig ist, hat das seinen Preis – den im Fall Amazon die armen Leiharbeiter bezahlen müssen.</p>
<p>Jetzt regen sich die Konsumenten auf. Heben wütend die Faust, drohen auf Facebook und Twitter mit dem Löschen ihres Kundenprofils. Ein echter Shitstorm ist ausgebrochen. Aber wie mächtig sind die Konsumenten wirklich? Und wie konsequent ist ihr Protest? Die Futurezone berichtet zum Beispiel, dass viele User eher eine &#8220;<a title="fuzo-artikel" href="http://futurezone.at/digitallife/14179-amazon-boykott-was-vom-protest-uebrig-bleibt.php" target="_blank">Bestell-Pause</a>&#8221; machen als ihr Amazon-Konto tatsächlich zu löschen. Das ist wenig überraschend: Natürlich gibt es Alternativen zu Amazon, aber keinen vergleichbaren riesigen Online-Einkaufsladen, der alles Mögliche von Technik bis Haushaltswaren führt, und überdies glaubwürdig ethisch korrekt handelt. Falls es ihn doch gibt: Ich bitte um Empfehlungen!</p>
<p><strong>Die Situation ist nun besonders perfide</strong>: Viele Kunden schimpfen zwar, sitzen aber in der Falle &#8211; so wie ich selbst. Sie haben sich um 79 bis 189 Euro einen Kindle gekauft, einen der eBook-Reader von Amazon. Jetzt stellen sie entsetzt fest: Wer einen <a title="kindle" href="http://www.amazon.de/gp/product/B007HCCOD0/ref=amb_link_173177107_4?ie=UTF8&amp;nav_sdd=aps&amp;pf_rd_m=A3JWKAKR8XB7XF&amp;pf_rd_s=center-1&amp;pf_rd_r=1PB38RNEDZE59QAW1EZJ&amp;pf_rd_t=101&amp;pf_rd_p=366322747&amp;pf_rd_i=301128&amp;tag=laafi-21" target="_blank">Kindle</a> besitzt, kann nur Bücher aus dem Amazon-Shop lesen. Alle anderen Formate unterstützt das Gerät nicht automatisch &#8211; man kann diese Dateien bestenfalls <a title="anleitung umwandlung" href="http://michaelsonntag.net/buecher-im-epub-format-auch-auf-dem-kindle-lesen/" target="_blank">umwandeln</a> lassen. Das Kalkül ist offensichtlich: Die Kindle-Benutzer sollen gar nicht die Möglichkeit haben, auf andere Händler auszuweichen.<span id="more-2024"></span></p>
<div id="attachment_2025" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="http://www.amazon.de/Kindle-Touch-WLAN-Touchscreen-Display/dp/B005890FUI?tag=laafi-21"><img class="size-thumbnail wp-image-2025" alt="kindle" src="http://brodnig.org/wp-content/uploads/2013/02/kindle-150x150.jpg" width="150" height="150" /></a><p class="wp-caption-text">Gefangen: Die Kindle-User</p></div>
<p>Das ist die Gefahr sogenannter <a title="erklärung proprietär" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Propriet%C3%A4re_Software" target="_blank">proprietärer</a>, also geschlossener Systeme. Viele Technik-Firmen sperren ihre Kunden bewusst ein. Auch Apple macht am iPhone und iPad strikte Vorgaben, welche Formate und welche Programme darauf laufen dürfen. Da werden weder <a title="stern berichtet darüber" href="http://www.stern.de/digital/computer/kein-flash-von-adobe-fuers-iphone-apple-spielt-seine-macht-aus-1560651.html" target="_blank">Webseiten mit Flash</a> unterstützt, noch Apps mit <a title="apple zensuriert apps" href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/itunes-app-store-wie-apple-inhalte-zensiert-a-692005.html" target="_blank">zu politischem Inhalt</a> zugelassen.</p>
<p>Freiere Software? Die gäbe es natürlich. Etwa Handys oder Lesegeräte mit dem Google-Betriebssystem Android, das mehr Spielereien und Freiheiten zulässt. Auch die <a title="kobo im test+" href="http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/kobo-glo-und-kobo-mini-im-test-a-862265.html" target="_blank">Kobo Reader</a> des gleichnamigen Herstellers sind eine Alternative, auch sie können Bücher im ePub-Format lesen, die etliche Shops anbieten.</p>
<p>Doch viele Kunden liefern sich &#8211; wie ich selbst &#8211; Amazon oder Apple aus, weil deren Geräte so praktisch sind. Ein Klick und die App oder das eBook ist am Gerät! Der Fall Amazon zeigt nun: Auch dieses Service hat seinen Preis. Für mehr Bequemlichkeit zahlen wir mit unserer Freiheit. Das mag angenehm sein, solange Amazon einen guten Ruf genießt. Doch jetzt, wenn der <a title="definition shitstorm" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Shitstorm" target="_blank">Shitstorm</a> tobt, merken wir: Wir sitzen mittendrin.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>In ähnlicher Form kommentierte ich dieses Thema übrigens auch im <a href="http://www.falter.at/" target="_blank">Falter</a> 8/13, dessen Cover-Story Amazon behandelt. Illu: <a title="oliver hofmann" href="http://olewoodland.tumblr.com/" target="_blank">Oliver Hofmann</a></em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
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		</item>
		<item>
		<title>„Die Leute sagen: Mir reicht’s!“</title>
		<link>http://brodnig.org/2013/02/08/mir-reicht/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=mir-reicht</link>
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		<pubDate>Fri, 08 Feb 2013 13:48:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ingrid</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[extendedversion]]></category>
		<category><![CDATA[musik]]></category>
		<category><![CDATA[österreich]]></category>
		<category><![CDATA[politik]]></category>
		<category><![CDATA[protest]]></category>
		<category><![CDATA[zivilgesellschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Protestsongcontest im Rabenhof wird zehn. Erfinder Gerald Stocker im Gespräch Vom Weltschmerz zum Einzelschicksal, von einer schwarz-blauen Regierung zum Flüchtlingscamp in der Wiener Votivkirche. In zehn Jahren Protestsongcontest (PSC) haben sich nicht nur die politischen Themen verändert. Diesen Samstag zeigt ein Best-of-Konzert, wie sich die zugehörigen Lieder entwickelt haben. Am Dienstag steigt dann Protestsongcontest <a href='http://brodnig.org/2013/02/08/mir-reicht/' class='excerpt-more'>[...]</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><b>Der Protestsongcontest im Rabenhof wird zehn. Erfinder Gerald Stocker im Gespräch</b></p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-2009" alt="protestsongcontest-logo" src="http://brodnig.org/wp-content/uploads/2013/02/protestsongcontest-logo.jpg" width="190" height="190" /></p>
<p>Vom Weltschmerz zum Einzelschicksal, von einer schwarz-blauen Regierung zum Flüchtlingscamp in der Wiener Votivkirche. In zehn Jahren <a title="PSC Seite" href="http://www.protestsongcontest.net/" target="_blank">Protestsongcontest</a> (PSC) haben sich nicht nur die politischen Themen verändert. Diesen Samstag zeigt ein Best-of-Konzert, wie sich die zugehörigen Lieder entwickelt haben. Am Dienstag steigt dann Protestsongcontest Nummer zehn. Gerald Stocker, Erfinder und Mitorganisator der Veranstaltung, verrät schon jetzt, wer seine Favoriten sind.</p>
<p><strong>Herr Stocker, seit zehn Jahren betreiben Sie den Protestsongcontest. Hat er in dieser Zeit politisch etwas bewirkt?</strong></p>
<p>Gerald Stocker: Wegen uns ist sicher kein Politiker zurückgetreten und es wurde kein Gesetz geändert. Aber ich glaube schon, dass er etwas bewirkt, weil sich viele junge Menschen mit politischen Themen beschäftigen. Wir bieten ihnen eine Plattform.</p>
<p><strong>Haben sich die Themen über die Jahre verändert?</strong></p>
<p>Stocker: Absolut. Einige politische Feindbilder haben sich überlebt, die schwarz-blaue Regierung etwa oder George W. Bush. In den ersten Jahren gab es viele allgemein gehaltene Stücke, mittlerweile wurden die Texte individueller und sozialkritischer. Die Leute erzählen von Einzelschicksalen, von Ausländerfeindlichkeit oder wirtschaftlich prekären Situationen.</p>
<div id="attachment_2011" class="wp-caption alignleft" style="width: 151px"><a href="http://brodnig.org/wp-content/uploads/2013/02/Gerald-C.-Stocker1.jpg"><img class="size-thumbnail wp-image-2011" alt="Gerald Stocker" src="http://brodnig.org/wp-content/uploads/2013/02/Gerald-C.-Stocker1-141x150.jpg" width="141" height="150" /></a><p class="wp-caption-text">Gerald Stocker</p></div>
<p><strong>Warum singen die Menschen jetzt verstärkt in der Ich-Perspektive?</strong></p>
<p>Stocker: Ich vermute, weil ihnen die Probleme immer näher rücken. Manche Leute sind derartig verzweifelt, dass sie nicht mehr über allgemeine Themen reden wollen. Sie sagen: Mir reicht’s! Viele Lieder bringen diese persönliche Krise zum Ausdruck.</p>
<p><strong>Soll der Protestsongcontest auch dazu führen, dass sich diese Leute mit ihren Einzelschicksalen zusammenschließen?</strong></p>
<p>Stocker: Ich sehe das schon so. Im Laufe des Protestsongcontests merken viele Leute, dass sie die gleichen Dinge beschäftigen. Diesmal sind die Refugees des Wiener Refugee Camps im Finale. Die brauchen vermutlich nicht den Protestsongcontest, um auf ihr Anliegen hinzuweisen. Aber so erreichen sie noch eine weitere Gruppe von Menschen, die dann sagt: Okay, wir haben schon davon gehört, aber jetzt beschäftigen wir uns noch intensiver damit.<span id="more-2008"></span></p>
<p><strong>Was ist Ihnen wichtiger: Dass der Text oder die Musik eines Liedes überzeugt?</strong></p>
<p>Stocker: In der Vorjury ist zumindest nicht entscheidend, ob jemand den Ton trifft, sondern ob er uns im Herzen trifft. Den Sieger wählt ohnehin die Jury im Finale aus.</p>
<p><strong>Am Samstag vor dem Protestsongcontest gibt es ein Best-of-PSC-Konzert. Wer tritt dort auf?</strong></p>
<p>Stocker: <a title="binder und krieglstein" href="https://www.facebook.com/binderundkrieglstein" target="_blank">Binder &amp; Krieglstein</a> mit ihrem Beitrag &#8220;<a title="alles verloren von binder &amp; krieglstein" href="http://www.youtube.com/watch?v=JOB-A-Alft0" target="_blank">Alles verloren</a>“. <a title="mieze medusa" href="http://www.miezemedusa.com/" target="_blank">Mieze Medusa</a>, die als erste und leider bislang einzige Frau <a title="Mieze Medusas Beitrag beim PSC" href="http://www.youtube.com/watch?v=3usPiwZH1Uc" target="_blank">den Protestsongcontest gewann</a>. Das Erste Wiener Heimorgelorchester, Manuel Normal, Rotzpipn und andere mehr. Jeder singt seinen Protestsongcontest-Beitrag und zwei andere Nummern. Es soll auch eine Zeitreise sein, um zu zeigen: Wo haben wir angefangen, wo sind wir jetzt?</p>
<p><strong>Wie wichtig ist der Rabenhof für den Protestsongcontest?</strong></p>
<p>Stocker: Ohne den Rabenhof gäbe es ihn gar nicht. Thomas Gratzer vom Theater im Rabenhof meinte damals, er wolle ein Projekt zum 12. Februar 2004 machen, dem 70. Jubiläum des Bürgerkriegs. Ich sagte: Pass auf, das soll was Erdiges sein, die Leute sollen sich einbringen können. Gemeinsam mit dem Dramaturgen und Regisseur Roman Freigaßner entwickelten wir zu dritt das Konzept.</p>
<p><strong>Einer der schönsten Momente beim Protestsongcontest ist immer, wenn der Arbeitersängerbund auf die Bühne tritt und die &#8220;Arbeiter von Wien“ singt.</strong></p>
<p>Stocker: Stimmt, da sieht man, wie es den Leuten kalt den Rücken runterrinnt. Der Arbeitersängerbund soll auch in Erinnerung rufen, warum wir das ausgerechnet am <a title="bürgerkrieg in österreich" href="http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96sterreichischer_B%C3%BCrgerkrieg" target="_blank">12. Februar</a> im Rabenhof machen. Der Rabenhof ist ja ein Gemeindebau. Bei den Februarkämpfen 1934 wurde hier auch geschossen.</p>
<p><strong>Der Chor soll also auch ein eine ernste Note reinbringen?</strong></p>
<p>Stocker: Genau, wenn man mit dem Radiosender <a title="PSC auf fm4" href="http://fm4.orf.at/stories/1711626/" target="_blank">FM4</a> kooperiert, denken viele Menschen oft zu Unrecht: Eh klar, reine Spaßveranstaltung. Natürlich: Protest soll auch Spaß machen dürfen. Aber durch den Arbeitersängerbund wird das Ganze auch irgendwie geerdet.</p>
<p><strong>Und jetzt? Wer gewinnt den zehnten Protestsongcontest?</strong></p>
<p>Stocker: Das Refugee-Lied wird sicher gut ankommen. Es ist ein Liebeslied an Wien, das sehr brüchig ist, weil diese Refugees von Wien und von Österreich ja nicht geliebt werden. Die Anstaltskinda haben eine mitreißende Nummer gegen das ständige Sudern. Das sind so meine Songs. Aber ich muss anmerken: Bis auf Rainer von Vielen habe ich den Sieger noch nie erraten. Deswegen würde ich auf meine Vorhersage nicht zu viel setzen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Veranstaltungshinweis:</strong><br />
-<a title="Best of Konzert" href="http://www.rabenhoftheater.com/saison-2012-2013/gemeindebau-spezialit%C3%A4ten/psc-konzert-cd-release/" target="_blank"><strong> Best-of-Konzert</strong></a> am Samstag, 9. Februar, ab 19 Uhr im Rabenhof<br />
- Der <a title="PSC Seite" href="http://www.protestsongcontest.net/" target="_blank"><strong>10. Protestsongcontest</strong></a> findet am Dienstag, 12. Februar, ab 20 Uhr im Rabenhof statt</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Eine kürzere Version des Interviews erschien im <a title="falter" href="http://www.falter.at/" target="_blank">Falter</a>, Ausgabe 6/12. Fotos: Dimo Dimov / Protestsongcontest. <span style="text-decoration: underline;">Disclaimer:</span> Ich selbst bin nicht nur eine große Freundin des Protestsongcontests, sondern durfte auch bereits in der Jury sitzen.</em></p>
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		<item>
		<title>&#8220;Alle Parteien hofieren die Jugendlichen sogar&#8221;</title>
		<link>http://brodnig.org/2013/02/06/alle-parteien-von-links-bis-rechts-hofieren-die-jugendlichen/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=alle-parteien-von-links-bis-rechts-hofieren-die-jugendlichen</link>
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		<pubDate>Wed, 06 Feb 2013 13:00:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ingrid</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[generationen]]></category>
		<category><![CDATA[interview]]></category>
		<category><![CDATA[jugend]]></category>
		<category><![CDATA[politik]]></category>
		<category><![CDATA[soziologie]]></category>
		<category><![CDATA[zeitgeschichte]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Jugend solle nicht jammern, sondern lieber einen neuen Gesellschaftsentwurf entwickeln und der Band Tocotronic zuhören, meint Soziologe Heinz Bude. Ein Experteninterview mit unkonventionellen Ideen Falter: Professor Bude, viele Junge haben dieses mulmige Gefühl, dass es vorigen Generationen besser ging. Ist da was dran? Heinz Bude: Absolut. Den Jungen ist klar, dass sie nicht den gleichen Aufstieg erleben <a href='http://brodnig.org/2013/02/06/alle-parteien-von-links-bis-rechts-hofieren-die-jugendlichen/' class='excerpt-more'>[...]</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die Jugend solle nicht jammern, sondern lieber einen neuen Gesellschaftsentwurf entwickeln und der Band Tocotronic zuhören, meint <a title="heinz budes seite" href="http://www.uni-kassel.de/fb05/fachgruppen/soziologie/makrosoziologie/prof-dr-heinz-bude.html" target="_blank"> Soziologe Heinz Bude</a>. Ein Experteninterview mit unkonventionellen Ideen</strong></p>

<a href='http://brodnig.org/2013/02/06/alle-parteien-von-links-bis-rechts-hofieren-die-jugendlichen/teenager/' title='teenager'><img width="150" height="150" src="http://brodnig.org/wp-content/uploads/2013/02/teenager-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="teenager" /></a>
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<a href='http://brodnig.org/2013/02/06/alle-parteien-von-links-bis-rechts-hofieren-die-jugendlichen/megaphone/' title='megaphone'><img width="150" height="150" src="http://brodnig.org/wp-content/uploads/2013/02/megaphone-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="megaphone" /></a>
<a href='http://brodnig.org/2013/02/06/alle-parteien-von-links-bis-rechts-hofieren-die-jugendlichen/flower_power_demonstrator/' title='Flower_Power_demonstrator'><img width="150" height="150" src="http://brodnig.org/wp-content/uploads/2013/02/Flower_Power_demonstrator-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="Flower_Power_demonstrator" /></a>

<p><strong>Falter: Professor Bude, viele Junge haben dieses mulmige Gefühl, dass es vorigen Generationen besser ging. Ist da was dran?</strong></p>
<p>Heinz Bude: Absolut. Den Jungen ist klar, dass sie nicht den gleichen Aufstieg erleben werden wie ihre Eltern. Mein Kollege Ulrich Beck hat immer von einem &#8220;<a title="fahrstuhleffekt auf wikipedia" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Fahrstuhleffekt" target="_blank">Fahrstuhleffekt</a>“ in der Nachkriegszeit gesprochen: Für die gesamte Gesellschaft ging es nach oben. Diesen Aufzug gibt es nicht mehr und für die Jungen ist das interessanterweise eine schmerzhafte Einsicht.</p>
<p><strong>Was ist so interessant daran? Ist doch verständlich, dass den Jungen das nicht gefällt.</strong></p>
<p>Bude: Stimmt. Nur im vergangenen Jahrhundert nahmen die Jugendgenerationen stets eine Konfliktperspektive zu ihren Eltern ein. Ihnen war wichtig, eine andere Zukunft zu finden als jene der Eltern. Das hat sich merkwürdigerweise umgekehrt. Jetzt klagen die Jungen darüber, dass sie es <a title="cover-geschichte im falter" href="http://www.falter.at/falter/2013/01/29/fuck-youth/" target="_blank">nicht genauso gut</a> haben werden.</p>
<p><strong>Das wahre Problem ist also, dass die Jugend keinen eigenen Generationenentwurf hat?</strong></p>
<p>Bude: Genau so ist es. Ihnen fehlt der Glaube, dass sie selbst eine neue Zukunft für sich entwerfen können. Das führt zur eigentlichen Depression der Jungen.<span id="more-1993"></span></p>
<p><strong>Anders als zum Beispiel die 68er, die diesen Mythos um sich gesponnen haben und sich bis heute damit brüsten?</strong></p>
<p>Bude: Interessant, dass Sie gleich von einem &#8220;Mythos“ sprechen. Die heute Jungen sind nämlich so schlau, dass sie die Mythenkonstruktion der 68er-Generation längst durchschaut haben. So einer blöden Sage würde niemand mehr auf den Leim gehen. Nur gleichzeitig haben die Jungen keinen Glauben daran, für sich selbst eine neue Sage zu schaffen. Sie wollen keine transformative Kraft sein, sondern nehmen eine rein affirmative Haltung ein.</p>
<p><strong>Die Jungen hoffen also, dass es für sie so weitergeht wie für die Eltern. Ist diese Idee, dass es jeder Generation besser geht, nicht ein Irrtum?</strong></p>
<p>Bude: Ein großer Irrtum sogar. Die Geschichte ist überhaupt nicht linear. Die Zukunft ist nicht einfach nur die Fortsetzung des bisher Dagewesenen. Die Krisenjahre 2008 und 2011 haben gezeigt, dass uns Einschnitte bevorstehen.</p>
<p><strong>Klingt deprimierend. Können wir dem irgendwie entkommen?</strong></p>
<p>Bude: Glaube ich nicht. Wir können nur offen darüber reden. Auch Neid bringt uns nicht weiter.</p>
<p><strong>Was können die Jungen dann tun?</strong></p>
<p>Bude: Darauf gibt es eine interessante Antwort der Band Tocotronic. Die haben ihre neue Platte &#8220;<a title="Album von Tocotronic" href="http://www.deejay.de/Smlywbnn222tgi4455aho3g45/m_Pop/Wie_Wir_Leben_Wollen__118800" target="_blank">Wie wir leben wollen</a>“ genannt. Diese Frage wäre der Beginn eines neuen Anfangs. Die Jungen sollen nicht schauen, wie die Menschen früher gelebt haben. Die Frage muss lauten: Wie wollen wir heute leben?</p>
<div id="attachment_2004" class="wp-caption alignleft" style="width: 211px"><a href="http://brodnig.org/wp-content/uploads/2013/02/tocotronic.jpg"><img class="size-full wp-image-2004" alt="Wie wir leben wollen Das neue Album von Tocotronic" src="http://brodnig.org/wp-content/uploads/2013/02/tocotronic.jpg" width="201" height="179" /></a><p class="wp-caption-text">Wie wir leben wollen<br />Das neue Album von Tocotronic</p></div>
<p><strong>Wen meinen Sie mit diesem &#8220;wir“?</strong></p>
<p>Bude: Die Generation Tocotronic, das sind die heute 40-Jährigen. Über die reden wir hier eigentlich &#8211; nicht über die 20-Jährigen.</p>
<p><strong>Wirklich? Fehlt bereits den 40-Jährigen dieser Generationenbegriff?</strong></p>
<p>Bude: Genau das ist das Problem. Die heute 40-Jährigen sind die Kerngeneration des Pillenknicks. Sie wuchsen bereits in einer Welt reduzierter Erwartungen auf. Das ist ihre Muttermilch. Darüber sind sie nie hinweggekommen.</p>
<p><strong>Nun sind die Jungen in der Minderheit. Besteht die Gefahr, dass die Politik sie ignoriert?</strong></p>
<p>Bude: Nein, überhaupt nicht. Alle Parteien von links bis rechts hofieren die Jugendlichen sogar, weil die so rar sind. Man muss nur in eine Partei gehen und sagen: &#8220;Ich will was werden.“ Prompt wird man was.</p>
<p><strong>Ist das die Chance für Generationengerechtigkeit? Die Jungen sollen die Parteien erobern?</strong></p>
<p>Bude: Nein, das reicht überhaupt nicht. Die Partei soll ja nicht nur das Karrieresprungbrett für Junge sein. Die müssen auch etwas wollen, die brauchen ein neues Wir-Gefühl.</p>
<p><strong>Und dieses Wir-Gefühl entwickelt man zum Beispiel, indem man fragt: Wie wollen wir leben?</strong></p>
<p>Bude: Genau. Es nützt überhaupt nicht, zu jammern, dass einem niemand zuhöre. Zuerst muss man wissen, was man überhaupt will.</p>
<p><strong>Zusammengefasst heißt das: Die Jungen hätten sehr wohl eine Chance, ihnen fehlt nur die zündende neue Gesellschaftsidee?</strong></p>
<p>Bude: Na ja, die &#8220;zündende neue Gesellschaftsidee“ ist mir als Begriff zu viel. Aber Sie haben irgendwie schon Recht, im Grunde geht es darum.</p>
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<p><strong><a href="http://brodnig.org/wp-content/uploads/2013/02/heinz_bude.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-2000" alt="heinz_bude" src="http://brodnig.org/wp-content/uploads/2013/02/heinz_bude.jpg" width="127" height="115" /></a></strong><strong>Zur Person</strong>:</p>
<p><a title="budes webseite" href="http://www.uni-kassel.de/fb05/fachgruppen/soziologie/makrosoziologie/prof-dr-heinz-bude.html" target="_blank"><strong>Heinz Bude</strong></a>, geboren 1954, ist Soziologe an der Universität Kassel. Generationenforschung zählt zu seinen Schwerpunkten. Bude ist Autor mehrerer Sachbücher und verfasst regelmäßig Kommentare im deutschen Feuilleton zu Themen wie Bildungspanik und dem trügerischen Glauben an Generationengerechtigkeit. <a title="bude auf facebook" href="https://www.facebook.com/heinz.bude" target="_blank">Facebook-Fanseite</a> von Heinz Bude</p>
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<p><iframe width="560" height="315" src="http://www.youtube-nocookie.com/embed/9XkwoYm9wSA" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
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<p><em>Dieses Interview erschien im Falter (Ausgabe 5/13), Fotos: Klaus Nüchtern, Tocotronic. Bildergallerie: <a title="bild auf morguefile" href="http://www.morguefile.com/archive/display/94942" target="_blank">morguefile.com</a>, <a title="US Army Bild" href="http://en.wikipedia.org/wiki/File:Flower_Power_demonstrator.jpg" target="_blank">U.S. Army</a>,  <a title="AYMHughes Bild auf Wikimedia" href="http://commons.wikimedia.org/wiki/File:American_Youth_Movement_Protest.jpg" target="_blank">AYMHughes</a></em></p>
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