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    <subtitle type="html">Texte zu Politik und Medien</subtitle>
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            <name>Ingrid Brodnig</name>
                    </author>
    
        <published>2010-09-02T07:01:12Z</published>
        <updated>2010-09-02T07:01:12Z</updated>
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                <a class='serendipity_image_link' href='http://www.flickr.com/photos/villes/1348742988/' target="_blank"><!-- s9ymdb:362 --><img class="serendipity_image_left" width="240" height="180" style="float: left; border: 0px; padding-left: 5px; padding-right: 5px;" src="http://brodnig.org/uploads/ferrari.jpg" alt="" /></a><FONT SIZE="2" FACE="Verdana"><strong>Brumm, brumm! Hier kommt Ferry Maier</strong>, Verkehrssprecher der ÖVP und Schutzpatron der Möchtegern-Schumis. Er setzt sich dafür ein, dass Raser keine ernsten Strafen fürchten müssen, bloß weil sie 41 Stundenkilometer über dem Tempolimit fahren. „Es muss einen Unterschied geben zwischen einem Lenker, der auf einer engen Bundesstraße um 41 km/h zu schnell fährt und einem Autofahrer, der auf einer dreispurigen Autobahn allein zu schnell unterwegs ist“, <a href="http://diepresse.com/home/panorama/oesterreich/590826/index.do?from=suche.intern.portal" title="artikel auf diepresse.com" target="_blank">sagt er</a> zur Presse. Die SPÖ will hingegen solche Rowdys stärker bestrafen, bei mehrfachen Vergehen wäre sogar der Führerschein weg. Das kann Ferry „Ferrari“ Maier nicht tolerieren. 171 Sachen auf der Autobahn, 91 km/h im Stadtgebiet und 71 Stundenkilometer neben der Bushaltestelle, wo Kinder über die Straße gehen, sind doch keine Geschwindigkeit!<br />
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<FONT SIZE="1" FACE="Verdana"><em>Diese Glosse ist im <a href="http://www.falter.at" title="Falter">Falter</a> 35/10 erschienen. Bild:<a href="http://www.flickr.com/photos/villes/1348742988/" title="ZeroOne auf flickr" target="_blank"> Flickr-User ZeroOne</a></em></font> 
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            <name>Ingrid Brodnig</name>
                    </author>
    
        <published>2010-09-02T06:46:14Z</published>
        <updated>2010-09-07T05:13:52Z</updated>
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                <FONT SIZE="2" FACE="Verdana"><strong>OMG! Oh my god! Ich bin schon so aufgeregt.</strong> In ein paar Wochen kommt endlich der Film über Facebook in die Kinos, Regie führt niemand Geringerer als David Fincher („Seven“, „Fight Club“). Im Thriller <strong>„<a href="http://www.thesocialnetwork-movie.com/" title="webseite des films" target="_blank">The Social Network</a>“</strong> geht es um die turbulenten Anfangstage von Facebook, den milchbubigen Gründer Mark Zuckerberg und den Vorwurf, er habe die Idee des Freundschaftsportals geklaut. Nun <a href="http://www.businessweek.com/technology/content/aug2010/tc20100826_187353.htm" title="Artikel auf BusinessWeek.com" target="_blank">spekulieren Medien</a>, ob so ein Streifen erfolgreich sein kann. Interessieren sich die Leute für einen Film über eine Webseite? Natürlich tun sie das! Facebook ist eines der größten Medienphänomene und gehört für viele zum Alltag. In Wirklichkeit ist es ein Wunder, dass es nicht längst solche Filme gibt: Der rasante Aufstieg Googles, der Hype um Apple oder die Machtstrategien von Microsoft liefern genug Stoff für spannende Drehbücher. Im Vergleich zu diesen knallhart kalkulierenden Medienimperien wirken all die <a href="http://www.eclipsethemovie.com/" title="eclipse - filmseite">bleichen Vampire</a> oder<a href="http://www.imdb.com/title/tt1320253/" title="the expendables" target="_blank"> alternden Actionhelden</a>, die über die Leinwand huschen, nur wie Memmen.<br />
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<object width="560" height="340"><param name="movie" value="http://www.youtube-nocookie.com/v/lB95KLmpLR4?fs=1&amp;hl=en_GB"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube-nocookie.com/v/lB95KLmpLR4?fs=1&amp;hl=en_GB" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="560" height="340"></embed></object><br />
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<FONT SIZE="1" FACE="Verdana"><em>Digitalia ist die wöchentliche IT-Kolumne des <a href="http://www.falter.at" title="Falter">Falter</a>. Diese Kolumne wurde in Ausgabe 35/10 veröffentlicht</em></font> 
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            <name>Ingrid Brodnig</name>
                    </author>
    
        <published>2010-09-02T06:37:59Z</published>
        <updated>2010-09-02T06:37:59Z</updated>
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                <a class='serendipity_image_link' href='http://www.flickr.com/photos/nick_moise/4573660909/' target="_blank"><!-- s9ymdb:361 --><img class="serendipity_image_left" width="159" height="240" style="float: left; border: 0px; padding-left: 5px; padding-right: 5px;" src="http://brodnig.org/uploads/rottweiler.jpg" alt="" /></a><FONT SIZE="2" FACE="Verdana">Zur Urlaubszeit steht man vor einem echten Dilemma: Einerseits möchte man auf <strong>Facebook</strong> frohlocken, dass man ins Ausland verreist und Wohnung, Arbeit und Alltag für einige Zeit zurücklässt. Andererseits könnte diese Information von bösen Menschen missbraucht werden. Etwa von Einbrechern. Die sind leider auch schon im 21. Jahrhundert angekommen und durchsuchen das Netz gezielt nach der nächsten Beute. Nur wir überreißen oft gar nicht, welche sensiblen Daten per Mausklick ins Web wandern. Wir verplappern uns oder laden Handyfotos mit sogenannten „<a href="http://www.nytimes.com/2010/08/12/technology/personaltech/12basics.html?_r=1&scp=1&sq=geo%20tags&st=cse" title="Artikel der NYTimes dazu " target="_blank">Geotags</a>“ hoch. Also jener Information, wo ein Foto geknipst wurde. Das lässt mitunter Rückschlüsse zu, an welchem Ort jemand wohnt. Der Geotag ist der beste Freund des Einbrechers. Meine Lösung: Geotagging am Smartphone ausschalten und Facebook ein bisschen anlügen. Zum Abschied könnte man schreiben: „Juhu, ich fahre jetzt an den Strand, alles ist eingepackt, nur mein bissiger Rottweiler bleibt in der Wohnung zurück!“<br />
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<FONT SIZE="1" FACE="Verdana"><em>Digitalia ist die wöchentliche IT-Kolumne des <a href="http://www.falter.at" title="Falter">Falter</a>. Diese Kolumne wurde in Ausgabe 33/10 veröffentlicht. Bild:<a href="http://www.flickr.com/photos/nick_moise/4573660909/" title="Nick Moise auf flickr" target="_blank"> Flickr-User Moise Nicolae  </a></em></font> 
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            <name>Ingrid Brodnig</name>
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        <published>2010-09-02T06:20:18Z</published>
        <updated>2010-09-02T06:20:18Z</updated>
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        <title type="html">Geld macht schnell</title>
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                <FONT SIZE="3" FACE="Verdana"><strong>Mit einem Vorschlag an die amerikanische Gesetzgebung greifen Google und Verizon unsere Bewegungsfreiheit im Internet an</strong><br />
<br />
</font><a class='serendipity_image_link' href='http://www.flickr.com/photos/anap/3170665842/sizes/m/in/photostream/' target="_blank"><!-- s9ymdb:360 --><img class="serendipity_image_left" width="375" height="500" style="float: left; border: 0px; padding-left: 5px; padding-right: 5px;" src="http://brodnig.org/uploads/schnell.jpg" alt="" /></a><FONT SIZE="2" FACE="Verdana">Auf den ersten Blick wirkt das alles gar nicht so gefährlich. Das <a href="http://www.scribd.com/doc/35599242/Verizon-Google-Legislative-Framework-Proposal" title="Dokument auf scribd.com" target="_blank">Dokument</a> hat nur zwei Seiten, spricht von einem „offenen Internet“, von „Anti-Diskriminierung“ und von „Transparenz“. Verfasst wurde es von Google, der mächtigsten Marke im Web, und Verizon, einem der wichtigsten US-Telekomunternehmen.<br />
<br />
Doch es könnte der erste Schritt zu einem Zweiklasseninternet sein. Einem Internet der großen Konzerne, die bestimmen, auf welche Daten die Kunden zugreifen dürfen und wofür Zusatzgebühren verlangt werden.<br />
<br />
3D-Videodienste? Nur für Premiumkunden! YouTube am Handy? Das erlaubt Ihr Vertrag nicht! So könnte die Zukunft im Netz aussehen, zumindest verspricht das Dokument von Google und Verizon nichts Gutes. Denn es greift einen Grundpfeiler des Internet an: die Netzneutralität.<br />
<br />
„Netzneutralität“ ist schon wieder so ein spröder Begriff, hinter dem sich aber ein wichtiger Gedanke verbirgt: Alle Daten sind gleich, die Internetanbieter sollen keine Informationen verlangsamen oder blockieren dürfen. Auch sollen sie keine Zusatzgebühren verlangen dürfen, um auf gewisse Daten zugreifen zu können.<br />
<br />
Das könnte sich ändern. Google und Verizon betonen zwar, dass alle Daten gleich behandelt würden. Doch dann machen sie Ausnahmen. So sollen „zusätzliche Onlinedienste“ nicht unter die Netzneutralität fallen. Damit könnten etwa tolle neue Videodienste gemeint sein, die der gemeine Internetuser in Zukunft nicht aufrufen darf. Denkbar sind zum Beispiel Opernaufführungen in 3D, die nur für Premiumkunden zu sehen sind.<br />
<br />
Auch beim mobilen Internet soll die Neutralität fallen. Ein mögliches Szenario: Mobilfunkanbieter könnten künftig YouTube am Handy sperren, der Dienst frisst viele Daten.<br />
<br />
Die Gefahr ist also ein Zweiklasseninternet. Premiumkunden bekommen superschnelle Leitungen, der Rest darf weiterhin E-Mails schicken und Wikipedia anklicken.<br />
<br />
Die Firmen rechtfertigen das mit ihren Kosten. Jahr für Jahr konsumieren wir mehr Daten, telefonieren online oder schauen uns Videostreams an. Ständig müssen die Leitungen ausgebaut, das Internet schneller werden. Deswegen fordern Internetprovider: Wer mehr konsumiert, soll mehr zahlen.<br />
<br />
Es geht aber nicht nur um Kostenfairness, sondern auch um neue Geschäftsfelder. Es ist kein Zufall, dass Google und Verizon von der Netzneutralität ausgerechnet am Handy nichts wissen wollen. Das ist einer der größten Zukunftsmärkte. Immer mehr Menschen kaufen ein Smartphone und nutzen das Internet von unterwegs. Da ließen sich alle möglichen Zusatztarife einführen.<br />
<br />
Das Internet war bisher ein Motor der Innovation. Ohne Netzneutralität wäre dieser Entwicklergeist gefährdet. Für Startups könnten zusätzliche Kosten anfallen. Vielleicht wäre ohne Netzneutralität Skype nie erfolgreich gewesen. Dieser Dienst ermöglicht es Internetusern, billig oder gratis über das Netz zu telefonieren. Hätte sich Skype durchsetzen können, wenn die Kunden oder Skype dafür eine extra Gebühr zahlen hätten müssen?<br />
<br />
Mehr Kosten für den Konsumenten, eine Zweiklassengesellschaft im Netz, größere Hürden für Innovation. Das sind nicht die einzigen Gefahren, die der Vorschlag von Google und Verizon in sich birgt. Da geht es auch um die Frage, ob die Telekomfirmen überhaupt so eine Macht über das Internet haben sollen. Der Vorschlag von Google und Verizon hat bisher keinerlei Auswirkung auf Konsumenten, er ist nicht bindend, er soll aber die amerikanischen Gesetzgeber beeinflussen. Google und Verizon wollen den Kongress dazu anregen, das Internet nach ihren Vorstellungen umzugestalten.<br />
<br />
Jetzt ist der <a href="http://www.wired.com/epicenter/2010/08/google-verizon-propose-open-vs-paid-internets/" target="_blank" title="Artikel auf Wired.com">Aufschrei groß </a>– vollkommen zu Recht. Denn die Netzneutralität gibt es aus einem guten Grund. Und es ist schon gar nicht Aufgabe der Internetprovider, die Rahmenbedingungen für unsere Bewegungsfreiheit im Netz vorzugeben. Das ist das Bedenklichste am Vorschlag von Google und Verizon: dass er Google und Co plötzlich zu unseren Aufpassern im Web machen würde.<br />
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<FONT SIZE="1" FACE="Verdana"><em>Dieser Artikel ist im <a href="http://www.falter.at" title="Falter">Falter</a> 33/10 erschienen. Bild:<a href="http://www.flickr.com/photos/anap/3170665842/" title="Ana Patrícia Almeida  auf flickr" target="_blank"> Flickr-User Ana Patrícia Almeida  </a></em></font> 
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            <name>Ingrid Brodnig</name>
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        <published>2010-09-02T06:01:00Z</published>
        <updated>2010-09-02T06:01:00Z</updated>
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                <FONT SIZE="3" FACE="Verdana"><strong>Peter Sunde droht ein Jahr Haft, weil er mit seinem Download-Portal Pirate Bay einen Millionenschaden verursacht haben soll. Nun plant er den nächsten Coup</strong><br />
<br />
<!-- s9ymdb:359 --><img class="serendipity_image_right" width="560" height="712" style="float: right; border: 0px; padding-left: 5px; padding-right: 5px;" src="http://brodnig.org/uploads/sunde-strasse1.jpg" alt="" /></font><FONT SIZE="2" FACE="Verdana">Für die einen ist er ein Verbrecher, ein Dieb. Für die anderen ein Held und Vordenker des Internets. Der 31-jährige Schwede Peter Sunde ist einer der Gründer der Website The Pirate Bay. Sie ermöglicht Usern, Filme, Serien oder Musik runterzuladen, ohne einen Cent dafür zu zahlen. In einem Gerichtsverfahren, das international Aufmerksamkeit erhielt, wurden Sunde und seine drei Kollegen in Schweden zu einem Jahr Haft und 2,7 Millionen Euro Schadenersatz verurteilt – das Urteil ist nicht rechtskräftig.<br />
<br />
Sunde sagt, er lasse sich davon nicht beirren, er kämpfe gegen das Urteil an und ist sich keiner Schuld bewusst. Nun will er ein zweites Mal das Web auf den Kopf stellen und hat den Bezahldienst Flattr gestartet. Bei diesem können User kleine Beträge an Blogs oder Webdienste spenden. Über sein neues Projekt, faire Bezahlung im Netz und über seine Vorstellung des Urheberrechts wird Sunde am Donnerstag in Wien diskutieren. Schon vorab hat sein Besuch für Aufregung gesorgt: Der geladene Vertreter der Film- und Musikindustrie hat seine Teilnahme an der Veranstaltung abgesagt.<br />
<br />
<strong>Falter: </strong><em>Herr Sunde, Sie sind laut Gericht Komplize bei unzähligen Urheberrechtsverletzungen. Deswegen will Werner Müller von der Musik- und Filmindustrie nicht mit Ihnen auf einem Podium sitzen und diskutieren. Was antworten Sie ihm?</em><br />
<br />
<strong>Peter Sunde:</strong> Er hat abgesagt, weil er es wahrscheinlich schwer hätte, diese Diskussion mit mir zu gewinnen. Ich bin auf der Seite des Volkes, er ist auf der Seite des Geldes. Das ist wohl der Grund.<br />
<br />
<em>Herr Müller sieht das anders. Er will nicht mit einem „strafrechtlich verurteilten“ Piraten reden. Sie wurden immerhin zu einem Jahr Haft verurteilt.<br />
</em><br />
<strong>Sunde:</strong> Dieses Urteil ist nicht rechtskräftig. Bevor es kein rechtskräftiges Urteil gibt, bin ich ebenso wenig verurteilt wie Herr Müller. Wir haben das erstinstanzliche Urteil angefochten, und ich bin mir sicher, dass wir das Verfahren gewinnen werden. Wenn nicht in zweiter Instanz, dann höchstgerichtlich. Bevor wir The Pirate Bay starteten, haben wir uns rechtlich schlau gemacht. Es gibt einige ähnliche Fälle in Schweden, wo kein Rechtsverstoß festgestellt wurde.<br />
<br />
<em>Viele Musiker oder Filmstudios darben dahin, während potenzielle Kunden Raubkopien downloaden und nichts zahlen. Auch mithilfe der Pirate Bay. Das soll fair sein?<br />
</em><br />
<strong>Sunde:</strong> Alle Studien zeigen: Wenn Menschen downloaden, entwickeln sie ein stärkeres Interesse für Musik und Filme. Sie geben mehr Geld für Kultur aus. Und es gibt viele Künstler, die anfangs ihre Musik gratis anbieten, damit sie bekannter werden und daraufhin Geld verdienen.<br />
<br />
<em>Viele Musiker stellen ihre Lieder aber ganz bewusst nicht gratis ins Internet. Das passiert ohne deren Zustimmung.<br />
</em><br />
<strong>Sunde:</strong> In aller Fairness: Das wird man nicht stoppen können. So funktioniert das Internet nun mal, so sind wir Menschen. Ich habe von meinen Freunden immer Musik kopiert, auch als es nur Kassetten gab. Kopieren ist Teil der menschlichen Natur. Wer den Austausch im Internet stoppen will, müsste alles abdrehen und nur noch einzelne Dienste zulassen, die rund um die Uhr überwacht werden.<br />
<br />
<em>Wieso das denn?<br />
</em><br />
<strong>Sunde:</strong> Ein freies Internet bedeutet, dass niemand die Webaktivitäten überwachen kann. Wenn man den Datenaustausch verhindern will, muss man das gesamte Internet permanent kontrollieren. Filesharing findet auf unterschiedliche Weise statt, nicht nur über BitTorrent- oder FTP-Dienste. Wenn Sie nur eine Art der Technologie sperren, funktioniert das nicht. Dann wechseln wir einfach zu anderen Technologien. Entweder Sie haben ein offenes Internet oder ein Netzwerk, das totalitär kontrolliert wird.<br />
<br />
<em>Wollen Sie also das Urheberrecht zur Gänze abschaffen?</em><br />
<br />
<strong>Sunde:</strong> Darum geht es gar nicht. Das Urheberrecht soll an die heutige Welt angeglichen werden. Die Leute reden nur ungern über Urheberrecht, weil das so ein sprödes Thema ist. Das führt dazu, dass die großen Konzerne aufmarschieren und ihre Bedingungen diktieren können. Am Ende werden die Leute verarscht. Beim Copyright sollte es aber in erster Linie darum gehen, was gut für die Gesellschaft ist, und erst in zweiter Linie um die Firmen.<br />
<br />
<em>Sie reden von „großen Konzernen“, die die Leute „verarschen“. Es ist doch völlig legitim, dass Mitarbeiter einer Plattenfirma auch Geld verdienen wollen.</em><br />
<br />
<strong>Sunde:</strong> Ich rede auch nicht von den Arbeitern in den guten Firmen. Die sollten ein Einkommen haben. Das ist nicht das Problem. Die Situation ist unfair. In Schweden gibt es vier große Plattenfirmen. Wenn man einen Song herausbringen will, muss man mit ihnen einen Vertrag abschließen, seine Seele verkaufen und 95 Prozent aller Einnahmen abgeben. Das sind Sklavenverträge. Die Leute, die tatsächlich etwas kreieren, verdienen nicht an der Musik. Sie verdienen ihr Geld auf anderem Weg. Zum Beispiel mit Konzerten.<br />
<br />
<em>Und was wäre Ihre Lösung für dieses „Sklavensystem“, von dem Sie sprechen?</em><br />
<br />
<strong>Sunde:</strong> Wir hören andauernd, wie viel Geld die Tonträgerindustrie verliert. Aber sie verliert nicht tatsächlich Geld, sie macht nur weniger Gewinn. Wir sollten nicht mehr darüber reden, wie die Geld machen können. Wir sollten lieber darüber reden, wie sich mehr und mehr Menschen an Kultur oder an Musik beteiligen können.<br />
<br />
<em>Nun haben Sie Flattr gegründet. Dort spendet man kleine Beiträge an Blogger oder Onlinezeitungen. Wollen Sie so die Leute stärker involvieren?<br />
</em><br />
Sunde: Ja, denn jeder beteiligt sich gern an etwas, was er mag. Wenn man auf ein Konzert geht, kauft man das T-Shirt. Nicht weil das T-Shirt so toll aussieht, sondern weil es ein Symbol ist, wofür man steht. Ich glaube, mit Flattr ist das ähnlich. Man zeigt jemandem, dass man ihn mag, indem man ihm „flattert“. Im Wesentlichen ist das der Grund, warum Flattr funktionieren könnte. Es spricht das menschliche Bedürfnis an, an Dingen teilzuhaben. Es ist eine der Erkenntnisse der Pirate Bay, dass im Internet niemand für Inhalte zahlt, weil es keine simplen und fairen Bezahlmodelle gibt. Bei all den Unmengen an Information lässt sich nur noch schwer ein Preis festsetzen. Die großen Firmen verlangen Summen, die die Leute nicht zahlen.<br />
<br />
<em>Der Konsument soll also selbst entscheiden, was ihm Inhalte wert sind? Und das soll funktionieren?</em><br />
<br />
<strong>Sunde:</strong> Ja, wir können längst nicht mehr für alle Informationen zahlen, die wir konsumieren wollen oder müssen. Deswegen müssen wir den Wert von Information überdenken. Im Netz ist zwar alles frei erhältlich, darum ist das Internet so mächtig. Trotzdem kann man Lösungen finden, um weiterhin Geld zu verdienen.<br />
<br />
<em>Ihre Lösung lautet?</em><br />
<br />
Sunde: Sie zahlen im Monat einen kleinen Betrag, mindestens zwei Euro, bei uns ein. Dann gehen Sie ins Internet, wenn Sie einen Eintrag mit einem Flattr-Knopf finden, können Sie darauf klicken. Am Ende des Monats rechnen wir aus, auf wie viele Knöpfe Sie gedrückt haben, und teilen das Geld dann gleichmäßig auf. Das Geld kann an jene gehen, die ein Video erstellt haben, die einen Artikel in einer Onlinezeitung, einen Blogeintrag oder sogar einen Kommentar auf einen Blogeintrag geschrieben haben. Die Idee ist: Jeder kann auf seiner Webseite den Flattr-Knopf anbringen. Und jeder, der sich bei Flattr registriert, kann Geld hergeben und empfangen.<br />
<br />
<em>Und zehn Prozent aller Transaktionen gehen an Sie.</em><br />
<br />
<strong>Sunde:</strong> Das sind die Betriebskosten für Flattr, unsere Mitarbeiter und Server kosten Geld. Aber wir möchten diese Provision herabsetzen. Wir fangen mit zehn Prozent an und senken es mit der Zeit, zum Beispiel auf fünf Prozent. Das ist psychologisch besser, als mit zwei Prozent anzufangen und dann auf fünf Prozent zu gehen.<br />
<br />
<em>Welche Webseiten machen da mit?</em><br />
<br />
<strong>Sunde:</strong> Noch sind wir in einer Testphase, großteils sind es Blogs. Aber auch einige größere Webangebote machen mit. Zum Beispiel die deutschen Zeitungen taz und der Freitag, oder Wikileaks. Bei hunderttausenden Online-Angeboten können Sie bereits den Flattr-Knopf drücken. Und unsere Mitglieder werden immer mehr. Im Moment haben wir ungefähr 30.000 User.<br />
<br />
<em>Die taz nahm im Juli 1420 Euro über Flattr ein. Davon kann doch keine Zeitung leben.</em><br />
<br />
<strong>Sunde:</strong> Flattr wurde nicht für große Firmen konzipiert, die etliche Mitarbeiter anstellen. Es geht vielmehr um normale Leute und kleine Organisationen. Der deutsche Podcaster Tim Pritlove hat im Juli mehr als 1000 Euro eingenommen. Für eine einzelne Person ist das viel Geld. Aber es geht nicht nur ums Finanzielle, sondern auch um die Wertschätzung. Die Leute bekommen Anerkennung.<br />
<br />
<em>Blogger sollen davon leben können?</em><br />
<br />
<strong>Sunde:</strong> Das Modell der Zukunft ist wohl, dass es viele Modelle geben wird. Wer Geld machen will, muss verschiedene Einnahmequellen finden.<br />
<em><br />
Da gibt es noch einen ganz anderen Trend: Immer mehr Zeitungen wollen ihre Onlinenachrichten nicht mehr herschenken. Rupert Murdoch verlangt etwa ein Pfund für den Zugang zur Webseite der Times.</em><br />
<br />
<strong>Sunde:</strong> Er unterschätzt dabei den Wettbewerb. Ich finde das sogar ein bisschen arrogant. Den Leuten ist die Zeitungsinformation nicht mehr so viel wert. Wahrscheinlich werden die treuen Leser anfangs Geld zahlen und sich am Ende aufregen, weil es das anderswo gratis gibt. Ich glaube, die Times wird dadurch Leser und letztlich ihre Marktposition verlieren. Das ist eine kurzsichtige Strategie, besser wäre es, einen Weg zu finden, dass jeder für alles zahlt. Zum Beispiel eine Art freiwillige Steuer. Inhalte einzusperren, das funktioniert im Internet nicht.<br />
<br />
<em>Nehmen wir an, der Konsument kann selbst den Preis festlegen. Dann konsumieren die Leute vielleicht mehr und mehr, zahlen aber weniger und weniger.</em><br />
<br />
<strong>Sunde:</strong> Die meisten, die mit dem Internet aufwuchsen, zahlen schon heute nichts mehr. Bei steigendem Wettbewerb fallen normalerweise die Preise. Im Internet fiel der Preis sogar auf null. Mit dieser Lösung würden die Einnahmen wieder steigen, weniger als null kann es nicht sein.<br />
<br />
<em>Meinen Sie das ernst: Man soll froh sein, dass man Krümel verdient, weil es könnte noch weniger sein?</em><br />
<br />
<strong>Sunde:</strong> Nein, es geht nicht nur um ein bisschen Geld. All die kleinen Beträge werden sich insgesamt zu einer riesigen Summe addieren. Die Menschen geben auch immer mehr Geld aus, nur kaufen sie damit physische Dinge wie Gewand, Handys oder Konzerttickets. Wir müssen Wege finden, dass sie einen Teil ihres Geldes ins Internet stecken.<br />
<br />
<em>Ein Zeitungssterben ist schon heute zu bemerken – was nützt es, wenn alle fleißig flattern, aber nur ein paar Cent spenden?</em><br />
<br />
<strong>Sunde:</strong> Dieses Zeitungssterben kommt sowieso, das gehört zum technologischen Wandel dazu. Viele Zeitungen sollten tatsächlich sterben, weil sie nicht mehr in die heutige Ordnung passen. Man kann nicht wie Murdoch sagen: „So stelle ich mir die Welt vor.“ Diese Macht hat er nicht mehr, sie wurde ihm weggenommen und den Leuten zurückgegeben. Er muss sich an seine Leser anpassen, nicht umgekehrt. Das bringt der technologische Wandel mit sich. In Schweden sind heute die meisten Zeitungen gratis, weil die U-Bahn-Zeitung plötzlich gratis auflag. Das Internet hat dazu geführt, dass jeder selbst kreativ werden kann. Jeder kann sein Wort verbreiten. Ich glaube, dass Blogs künftig einflussreicher und fachkundiger werden.<br />
<br />
<em>Und dann bleiben uns nur noch ganz wenige Zeitungen und noch weniger Journalisten, die anständig recherchieren. Soll so das Ergebnis ausschauen?</em><br />
<br />
<strong>Sunde: </strong>Ich bezweifle Ihre Prognose. Es ist doch offensichtlich, dass die Leute bereit sind zu zahlen. Wir zahlen zum Beispiel Steuern. Ich selbst bin ein großer Fan des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, weil es wahrscheinlich das beste Instrument zur Wahrheitsfindung ist. Bezahlinhalte wie jene von Murdoch sind hingegen unausgewogen, sie berücksichtigen das politische Interesse ihres Eigentümers. Vielleicht sollten wir weniger übers Geldverdienen nachdenken und mehr darüber, wer dieses Geld verdient.<br />
<br />
<br />
<br />
<strong>Zur Person</strong><br />
<br />
<strong><a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Peter_Sunde" title="wikipedia zu sunde">Peter Sunde</a></strong> gründete gemeinsam mit Gottfrid Svartholm und Fredrik Neij die Pirate Bay. Er wurde wegen Mithilfe zu Copyright-Verletzung erstinstanzlich verurteilt, das Urteil ist nicht rechtskräftig. Heuer startete er den Bezahldienst Flattr.<br />
<br />
<strong><a href="http://thepiratebay.org/" title="pirate bay" target="_blank">The Pirate Bay </a></strong>startete 2003 und ist eine der populärsten Anlaufstellen für Internetpiraten. Sie funktioniert wie eine Suchmaschine, über die Downloader Zugang zu urheberrechtlich geschützten Filmen und Musik erhalten<br />
<br />
<strong><a href="http://flattr.com/" title="flattr online" target="_blank">Flattr</a></strong> wurde heuer gestartet und ist ein sogenannter „Micropayment“-Dienst. User zahlen Beträge ein und können Geld an Blogger oder andere Onlineangebote spenden. Peter Sunde und Linus Olsson gründeten den Dienst, noch befindet er sich in einer Testphase<br />
<br />
<br />
<strong>Die Diskussion</strong><br />
<br />
Die Grünen veranstalten das Sommergespräch „Kunst im digitalen Zeitalter“. Am Podium sitzen der grüne Nationalratsabgeordnete Wolfgang Zinggl, DJane Electric Indigo, die grüne Europaparlamentarierin Eva Lichtenberger und Peter Sunde. Die Veranstaltung ist auf Englisch, Eintritt gratis<br />
<br />
Do., 19.8., 19 Uhr im Museumsquartier Hof 8<br />
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<FONT SIZE="1" FACE="Verdana"><em>Dieses Interview ist im <a href="http://www.falter.at" title="Falter" target="_blank">Falter</a> 33/10 erschienen. Diese Kolumne wurde in Ausgabe 33/10 veröffentlicht. Bild: Josephine Olsson (Kopimi Lizenz)</em></font> 
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        <author>
            <name>Ingrid Brodnig</name>
                    </author>
    
        <published>2010-09-02T05:53:17Z</published>
        <updated>2010-09-02T05:53:17Z</updated>
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                <a class='serendipity_image_link' href='http://www.flickr.com/photos/osde-info/4345246843/#/' target="_blank"><!-- s9ymdb:357 --><img class="serendipity_image_left" width="180" height="240" style="float: left; border: 0px; padding-left: 5px; padding-right: 5px;" src="http://brodnig.org/uploads/google-phone.jpg" alt="" /></a><FONT SIZE="2" FACE="Verdana"><strong>Eh klar, iPhone-User haben mehr Sex. </strong>Das <a href="http://blog.okcupid.com/index.php/dont-be-ugly-by-accident/" title="blog von okcupid" target="_blank">behauptet zumindest</a> die Singlebörse OKCupid. Die hat ihre Mitglieder befragt und herausgefunden, dass Besitzer eines iPhones mehr Sexpartner hatten als Besitzer eines BlackBerry oder Google-Android-Handys. Apple ist eben sexy und das strahlt auch auf seine Kunden ab. Oder umgekehrt: Wer Wert auf Design und gutes Aussehen legt, auf dessen Nachtkasterl liegt ein iPhone und in dessen Kiste ist mehr los. Ein 30-jähriger iPhone-Nutzer hatte bisher im Schnitt elf Sexpartner – Männer zehn, Frauen zwölf (hohoho). Dagegen wirken die Google-Telefonierer fast jungfräulich. Die haben nur sechs Menschen gepoppt. Aber wen wundert das? Die Google-Software ist etwas für richtige Nerds. Das sind Menschen, die auf Partys über „World of Warcraft“ reden und das mit Flirten verwechseln. Vielleicht gibt es aber noch einen anderen Grund, warum die Technikfreaks in der Statistik so schlecht aussteigen: All der Cybersex zählt halt nicht.<br />
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<FONT SIZE="1" FACE="Verdana"><em>Digitalia ist die wöchentliche IT-Kolumne des <a href="http://www.falter.at" title="Falter">Falter</a>. Diese Kolumne wurde in Ausgabe 33/10 veröffentlicht. Bild:<a href="http://www.flickr.com/photos/osde-info/4345246843/#/" title="osde8info auf flickr" target="_blank"> Flickr-User osde8info</a></em></font> 
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            <name>Ingrid Brodnig</name>
                    </author>
    
        <published>2010-09-02T05:41:04Z</published>
        <updated>2010-09-02T05:41:04Z</updated>
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                <!-- s9ymdb:296 --><img class="serendipity_image_left" width="360" height="166" style="float: left; border: 0px; padding-left: 5px; padding-right: 5px;" src="http://brodnig.org/uploads/google-do-no-evil_klein.jpg" alt="" /><FONT SIZE="2" FACE="Verdana"><strong>Ich glaube, die Google-Leute leben längst in ihrer eigenen Welt</strong>. Die meinen tatsächlich, dass Glückseligkeit nur durch den totalen Datenstriptease erreicht werden kann. Google-Chef Eric Schmidt <a href="http://www.readwriteweb.com/archives/google_ceo_schmidt_people_arent_ready_for_the_tech.php" title="Geschichte auf ReadWriteWeb" target="_blank">erklärte neulich</a>, dass wir Internetuser viel durchsichtiger seien, als uns das bewusst wäre. „Wenn ich eure Nachrichten und eure Aufenthaltsorte ansehe und künstliche Intelligenz einsetze, kann ich vorhersagen, wohin ihr euch bewegen werdet“, sagte er. Nicht nur unser persönliches Verhalten, auch Verbrechen oder Krankheiten würden auf diese Weise vorhersehbar. Um Datenmissbrauch und Kriminelle abzuhalten, schlägt der Google-Chef allerdings keine Daten-Askese vor. Im Gegenteil: „Die einzige Art, damit umzugehen, ist echte Transparenz und keine Anonymität“, sagt Schmidt. Der Konzernchef wirft aber ein, dass die Menschen für diese technologische Revolution noch nicht bereit seien. Vollkommen richtig, Mr. Schmidt! Des einen Revolution ist nämlich des anderen Albtraum.<br />
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<FONT SIZE="1" FACE="Verdana"><em>Digitalia ist die wöchentliche IT-Kolumne des <a href="http://www.falter.at" title="Falter">Falter</a>. Diese Kolumne wurde in Ausgabe 32/10 veröffentlicht. Bild:<a href="http://www.flickr.com/photos/psd/79366407/" title="psd auf flickr" target="_blank"> Flickr-User psd</a></em></font> 
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            <name>Ingrid Brodnig</name>
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        <published>2010-08-11T22:48:35Z</published>
        <updated>2010-08-12T23:06:48Z</updated>
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                <FONT SIZE="3" FACE="Verdana"><strong>PC, Laptop, iPhone: Wie viel Ausbeutung steckt in unseren schicken Computern?</strong><br />
<br />
<a class='serendipity_image_link' href='http://sacom.hk/' target="_blank"><!-- s9ymdb:356 --><img class="serendipity_image_left" width="501" height="667" style="float: left; border: 0px; padding-left: 5px; padding-right: 5px;" src="http://brodnig.org/uploads/sacom-computer-factory.jpg" alt="" /></a></font><FONT SIZE="2" FACE="Verdana">Unter den Fenstern der Computerfabrik im südchinesischen Shenzhen sind Netze aufgespannt. Gelbe Netze, die Herabstürzende auffangen sollen. Junge Arbeiter sind hier aus dem Fenster gesprungen, weil sie den Tod diesem Leben vorzogen. Sie hatten zuvor in Zwölf-Stunden-Schichten gearbeitet, Überstunden gemacht, Drill und strenge Disziplinierungsmaßnahmen ertragen. Am Monatsende hatte es bei höchster Anstrengung 230 Euro gegeben.<br />
<br />
In der chinesischen Stadt Shenzhen steht der größte Fabrikskomplex der Welt mit mehr als 300.000 Mitarbeitern. Die taiwanesische Firma Foxconn stellt hier für Apple, Dell und Hewlett Packard Computer her. Heuer brachten sich <a href="http://www.bbc.co.uk/news/world-asia-pacific-10889347" title="BBC Geschichte dazu" target="_blank">zehn Mitarbeiter</a> in Shenzhen um und drei weitere aus anderen Foxconn-Fabriken in China. Sie sprangen in den Tod. Seither gibt es die Netze. Und internationale Aufmerksamkeit entstand, unter welchen Bedingungen Computer hergestellt werden.<br />
<br />
Die Hightech-Branche ist zu einer Billiglohnindustrie verkommen. Die Konsumenten geben viel Geld für den schicken Laptop oder das neueste Kultprodukt der Marke Apple aus. Was aber die wenigsten wissen: In den Fabriken, die Mikrochips, Prozessoren, Tastaturen oder Touchscreens herstellen, ist die Bezahlung schlecht, die Belastung hoch, und manchmal kommt es sogar vor, dass Mitarbeiter vergiftet werden, weil sie mit toxischen Substanzen in Kontakt kommen. Unter solchen Umständen entstehen die Geräte, nach denen wir gieren und die wir stolz dem Freundeskreis präsentieren, die wir auf unseren Schreibtisch stellen oder sogar in den Urlaub mitnehmen.<br />
<br />
<strong>Sie machen etliche Überstunden</strong><br />
<br />
Die Produktion findet großteils in Ländern wie China statt, wo es theoretisch zwar ein Arbeitsrecht gibt, das in der Praxis aber nicht kontrolliert wird; oder in Malaysia, wo es bisher weder einen Mindestlohn noch eine Gewerkschaft in der Elektronikbranche gibt. Das System der Computerherstellung ist darauf ausgerichtet, dass am untersten Ende, am Fließband, billige Arbeitskräfte stehen.<br />
<br />
Die Arbeiter müssen stundenlang hochkonzentriert monotone Tätigkeiten verrichten. Trotz der starken Belastung haben sie ein miserables Einkommen. In den großen Hallen arbeiten jene, denen wenig Wahl am Arbeitsmarkt bleibt. In China sind das hauptsächlich junge Frauen vom Land, die keine Ausbildung haben; in Malaysia häufig Migranten aus Nepal, Indonesien oder Kambodscha.<br />
<br />
Foxconn behauptet, die Selbstmorde hätten nichts mit den Arbeitsbedingungen zu tun, die Familien der Verstorbenen sehen das anders. Überstunden, Stress, Drill gehören zum Alltag. Foxconn ist exemplarisch für die Branche. Ohne Überstunden verdienen die Mitarbeiter im Monat 1200 Yuan, umgerechnet 130 Euro. Vor den Selbstmorden und den Protesten in China waren es noch 110 Euro.<br />
<br />
Dieses Grundgehalt ist bewusst niedrig. Die Mitarbeiter machen Überstunden, um es aufzubessern. Viele Arbeiter verlassen nur selten das Fabriksgelände. Denn sie leben in den fabrikseigenen Wohnheimen, wo oft zehn Menschen in einem Zimmer schlafen, und essen die Menüs in der Kantine, um Geld zu sparen. Mit 130 Euro lässt sich auch in der teuren Stadt Shenzhen nicht wirklich leben.<br />
<br />
„Wir sehen durchaus Verbesserungen. Aber wir sehen keine substanzielle Veränderung“, meint Debby Chan von Sacom, der Non-Profit-Organisation <a href="http://sacom.hk/" title="Sacom im Netz" target="_blank">Students and Scholars Against Corporate Misbehavior</a>. Chan führt regelmäßig Gespräche mit den Menschen in den Fabriken durch. Auch nach der Gehaltserhöhung klagen sie über die Arbeitsbelastung und den Drill. Auf dem Fabriksgelände dürfen Arbeiter nur in Zweierreihen marschieren. Drei Menschen nebeneinander sind verboten. In manchen Produktionsbereichen, so wird berichtet, gibt es vorgeschriebene Zeiten, wann man auf die Toilette gehen darf. Normalerweise haben die Arbeiter alle zwei Stunden eine Zehn-Minuten-Pause. Wenn die Produktion aber im Rückstand ist, wird diese mitunter gestrichen.<br />
<br />
<strong>47 vergiftete Mitarbeiter</strong><br />
<br />
Es wäre jedoch unfair, Foxconn als schwarzes Schaf der Branche darzustellen. Die Computerindustrie hat sich insgesamt gewandelt. In den 80er-Jahren produzierten Konzerne wie IBM noch unter ihrem eigenen Dach. Schritt für Schritt wanderte die Produktion dann in den ärmeren Süden oder den ärmeren Osten. Von den USA nach Mexiko, von West- nach Osteuropa. Nach der New-Economy-Pleite zu Beginn der Nullerjahre verlagerten sich die Produktionsstätten vermehrt nach Asien. Dort haben Firmen wie Foxconn aus Taiwan, Flextronics aus Singapur oder Jabil aus den USA ihre Fabriken errichtet. Jedes zweite Notebook kommt heute aus China, viele Festplatten aus Thailand, viele Computerchips aus Malaysia.<br />
<br />
Wer die Laptops und PCs am billigsten herstellt, bekommt die Aufträge der großen Elektronikmarken. „Hightech-Sweatshops“ nennt <a href="http://www.weed-online.org/about/personen/111468.html" title="Bormanns-Profil auf Weed Online" target="_blank">Sarah Bormann</a> von der deutschen Organisation WEED das.<br />
<br />
Der Name täuscht. Sweatshops werden oft für überfüllte, dunkle, dreckige Fabrikshallen gehalten. Das ist in der IT-Branche nicht so, hier muss es auch aus Qualitätsgründen sauber sein. In den großen Hallen schaut es deswegen gepflegt aus. „Auf den ersten Blick sieht man keinen Unterschied zu den Firmen in Industrieländern“, meint auch Bormann, die einige Standorte besucht hat.<br />
<br />
In den Hightech-Sweatshops müssen keine Menschen verhungern, weil sie sich nicht einmal das tägliche Brot leisten können. Hier wird niemand gezwungen, am Fließband zu stehen. Das Problem ist vielmehr, dass die Arbeiter an den Rand ihres Leistungsvermögens gebracht werden. Woche für Woche machen sie bis zur Erschöpfung Überstunden, weil die Bezahlung so schlecht ist. Die unabhängigen Beobachter hören immer dieselben Klagen von Mitarbeitern, die stundenlang am Fließband stehen: „Ich arbeite wie eine Maschine und mein Gehirn ist eingerostet“; „ich fühle mich leer“; „das Leben ist bedeutungslos“. Es hat einen Grund, warum es in Europa strenge Auflagen zur Fabriksarbeit gibt.<br />
<br />
Körperliche und geistige Erschöpfung ist nicht die einzige Schattenseite. Bei der Herstellung eines Computers werden toxische Substanzen verwendet. Im Vorjahr musste die Firma Wintek eingestehen, dass 47 chinesische Mitarbeiter vergiftet wurden. Sie hatten die Bildschirme des iPhone mit der giftigen Substanz N-Hexan gereinigt. Es verursacht Nervenschäden. Viele Arbeiter fühlten, wie die Kraft aus ihren Beinen wich, sie das Gefühl in den Fingern verloren. Sacom berichtet sogar von einem Mitarbeiter, der neun Monate im Krankenhaus lag.<br />
<br />
<strong>So reagierte Apple bisher<br />
</strong><br />
„Von Apple kam <a href="http://sacom.hk/archives/636" title="Offener Brief an Apple von Sacom" target="_blank">bis heute</a> keine Reaktion“, sagt Debby Chan. Für sie ist der Konzern aus Kalifornien ein wahres Feindbild. „Die allerwenigsten Rückmeldungen kommen von Apple“, sagt sie. Als die Selbstmorde in Shenzhen bekannt wurden, sprang Firmenboss Steve Jobs sogar Foxconn zur Seite. Man würde sich die Arbeitsbedingungen zwar gründlich ansehen, eines sei aber sicher: „Foxconn ist kein Sweatshop.“ Und dann <a href="http://www.telegraph.co.uk/technology/steve-jobs/7796546/Foxconn-suicide-rate-is-lower-than-in-the-US-says-Apples-Steve-Jobs.html" title="telegraph-geschichte zu jobs" target="_blank">relativierte er</a> die Bedeutung der Suizidserie, indem er darauf verwies, dass rein statistisch sogar die USA eine höhere Selbstmordrate hätten.<br />
<br />
Das Dilemma daran: Auch andere Firmen lassen ihre Geräte bei Foxconn, Wintek und Co herstellen. „Ich kann keine Kaufempfehlung aussprechen“, sagt Sarah Bormann von Weed. Anders als bei Kleidung oder Nahrungsmitteln gibt es noch keinen Computer, von dem sich behaupten ließe, er sei fair produziert worden. Meist ist nicht einmal nachvollziehbar, aus welchen Fabriken die tausend Einzelteile der Hightech-Geräte kommen. Über dieses Thema reden die Markenfirmen nicht so gern.<br />
<br />
Damit machen es sich die Companys aber zu einfach. Denn Firmen wie Dell, Apple und Hewlett Packard kaufen längst nicht nur Einzelteile ein. Mittlerweile lagern sie den gesamten Produktionsprozess aus. Das Design mag dann noch von diesen Firmen stammen, die gesamte Herstellung, von der ersten Lötung bis zur letzten Schraube, findet bei sogenannten „Kontraktfertigern“ statt. Die liefern 100.000 verkaufsfertige Laptops oder Tablet-PCs nach Europa. Deswegen steht zum Beispiel auf der Rückseite des iPhone in winzigen Buchstaben: „Designed by Apple in California. Assembled in China.“<br />
<br />
Rein rechtlich ist Foxconn nur ein Geschäftspartner von Apple. De facto ist das Unternehmen aber der wirkliche Produzent des iPhone. Wenn wir in Europa besonders viele Apple-Handys bestellen, heißt das, dass im Werk in Shenzhen besonders viele Überstunden geschoben werden müssen.<br />
<br />
<strong>Die Arbeiter wehren sich</strong><br />
<br />
So funktioniert der globale Handel heutzutage, in der Kleidungsbranche ist das längst bekannt. Nur von der IT-Branche hatten bisher viele keine Ahnung. „Ihr sauberes Image bröckelt“, sagt Sarah Bormann.<br />
<br />
Die Selbstmorde haben in China eine Streikwelle ausgelöst. Foxconn hat daraufhin die Löhne angehoben. Bedeutsam sind diese Proteste aber, weil die chinesischen Arbeiter endlich ihre Stimme erhoben haben. In einem Land, wo es keine unabhängigen Gewerkschaften und Arbeitnehmerschutz nur auf dem Papier gibt, braucht es Druck von innen. Ebenso in Malaysia, wo derzeit eine Gewerkschaft für den Computersektor entsteht.<br />
<br />
Damit sich in der Branche wirklich etwas ändert, muss aber auch Druck von außen kommen. Deswegen wurde die europäische Kampagne „<a href="http://procureitfair.org/" title="kampagne online" target="_blank">Procure IT Fair</a>“ gestartet. Sie will öffentliche Einrichtungen dazu motivieren, mehr Verantwortung von den Computerfirmen einzufordern. Der einzelne Konsument ist machtlos. Aber wenn Ministerien, Universitäten und Kommunen ihre Computer auch nach sozialen Kriterien wählen, steigt der Druck auf die Hersteller. Derzeit läuft Apple zum Beispiel Gefahr, zum Buhmann der Branche zu werden.<br />
<br />
Es ist aber sicherlich noch ein langer Weg, bis der erste vollkommen fair produzierte PC vom Band läuft. In der Zwischenzeit hängen noch die gelben Netze vor der Fabrik in Shenzhen.<br />
<br />
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<br />
<br />
------------<strong><br />
Online-Petition</strong><br />
------------<br />
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Die europäische Kampagne „Procure IT Fair“ will auf die unfairen Arbeitsbedingungen in den IT-Fabriken hinweisen und öffentliche Einrichtungen auffordern, Druck auf die Hersteller auszuüben. Zu den Organisatoren der Kampagne zählen NGOs wie Weed aus Deutschland oder Südwind aus Österreich. Infos und eine Unterschriftenliste gibt es zum Beispiel unter <a href="http://www.clean-it.at/" title="clean IT" target="_blank">www.clean-it.at</a><br />
<br />
<br />
</font><FONT SIZE="1" FACE="Verdana"><em>Dieser Bericht ist im Falter <a href="http://www.falter.at" title="Falter">Falter</a> 32/10 erschienen. Bild: <a href="http://sacom.hk/" title="Sacom" target="_blank">Sacom</a></em></font> 
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            <name>Ingrid Brodnig</name>
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                <a class='serendipity_image_link' href='http://www.mattel.de/spielzeug/presseinformation/Barbie_Video_Girl_gewinnt_Toy_Innovation_Award_2010/1265264278/y' target="_blank"><!-- s9ymdb:355 --><img class="serendipity_image_left" width="87" height="120" style="float: left; border: 0px; padding-left: 5px; padding-right: 5px;" src="http://brodnig.org/uploads/video-girl-barbie-klein.jpg" alt="" /></a><FONT SIZE="2" FACE="Verdana"><strong>In meiner Kindheit war die Welt noch einfach</strong>. Da bestand eine Barbie-Puppe aus Busen, Beinen und blonden Haaren. Heute reicht das nicht mehr. Jetzt wird die Barbie sogar zum Cyborg, der seine Umgebung ausspioniert. Im neuen Modell „<a href="http://www.mattel.de/spielzeug/presseinformation/Barbie_Video_Girl_gewinnt_Toy_Innovation_Award_2010/1265264278/y" title="Mattel-Info dazu" target="_blank">Barbie Video Girl</a>“ ist eine Videokamera eingebaut. In der Halskette der Puppe versteckt sich eine Linse, in ihrem Inneren ein Datenspeicher und viel Elektronik. So kann die Barbie 27 Minuten lang Videos aufzeichnen. Hersteller Mattel wirbt damit, dass sich „die Hochzeit mit Ken, die Cabriofahrt an den Strand oder der Ausritt mit Pferd Tawny für die Ewigkeit“ festhalten ließe. Die Idee ist, dass die Kinder die Welt aus den Augen ihrer Barbie sehen. Freilich gibt es für das Spielzeug noch ganz andere Einsatzmöglichkeiten: Damit können Eltern ihre Kinder ausspionieren. Oder man könnte die Barbie an alle möglichen Orte schmuggeln. Eine perfekte Taille und ein perfektes Überwachungsinstrument! Wow, ich glaube, diese Barbie will ich zu Weihnachten auch.<br />
<br />
</font><br />
<FONT SIZE="1" FACE="Verdana"><em>Digitalia ist die wöchentliche IT-Kolumne des <a href="http://www.falter.at" title="Falter">Falter</a>. Diese Kolumne wurde in Ausgabe 31/10 veröffentlicht. Bild: <a href="http://www.mattel.de/spielzeug/presseinformation/Barbie_Video_Girl_gewinnt_Toy_Innovation_Award_2010/1265264278/y" title="Prese-Info von Mattel" target="_blank">Mattel</a></em></font> 
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        <author>
            <name>Ingrid Brodnig</name>
                    </author>
    
        <published>2010-08-11T20:04:04Z</published>
        <updated>2010-08-11T20:10:53Z</updated>
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        <title type="html">Ahoi, Piraten! Nun findet die Generalprobe für die Nationalratswahl statt</title>
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                <a class='serendipity_image_link' href='http://www.piratenpartei.at/' target="_blank" onmouseover="return overlib('<img src=/uploads/Ppoe.gif>', WIDTH, 1, HEIGHT, 1);" onmouseout="return nd();" ><!-- s9ymdb:353 --><img class="serendipity_image_left" width="101" height="70" style="float: left; border: 0px; padding-left: 5px; padding-right: 5px;" src="http://brodnig.org/uploads/Ppoe.serendipityThumb.gif"    alt="" /></a><FONT SIZE="2" FACE="Verdana"><strong>Auch in Wien gibt es Piraten.</strong> Sie treffen sich in einem Wirtshaus im 15. Bezirk und planen die nächste Schlacht. Diesmal geht es nicht um Hochseemanöver oder um versteckte Schätze, sondern um die Wien-Wahl. Bei dieser möchte die <a href="http://www.piratenpartei.at/" title="Piratenpartei online" target="_blank">Piratenpartei Österreichs</a> erstmals antreten.<br />
<br />
Vor dem Eingang des Lokals hängt die Flagge mit dem Totenkopf. Drinnen sitzt gut ein Dutzend Parteimitglieder, fast ausschließlich Männer. Sie sprechen über Werbemittel, Flyer, Infostände und haben eine große Aufgabe vor sich: Die Kleinpartei muss in jedem der 18 Wahlkreise 100 Unterstützungserklärungen sammeln, um für den Gemeinderat kandidieren zu dürfen. „Wir gehen es koordiniert an und ich bin guter Dinge“, meint Christian Marin vom Landesvorstand.<br />
<br />
Seiner Bewegung geht es um die Freiheit im Internet, die Legalisierung des Downloadens und den Schutz der Privatsphäre. Oder, wie Marin das sagt: „Unser Schwerpunkt ist die Welt der Daten, die von den anderen Parteien negiert wird.“ Der Pirat sieht die Schlacht um Wien als Generalprobe für die Nationalratswahl. Dass man seine Bewegung nicht einfach belächeln sollte, zeigt das Beispiel Schweden: Die skandinavische Piratenpartei hat es im <a href="http://brodnig.org/index.php?/archives/71-Piraten-am-Festland.html" title="Artikel dazu">Vorjahr ins Europaparlament</a> geschafft.<br />
<br />
</font><br />
<FONT SIZE="1" FACE="Verdana"><em>Dieser Text ist im <a href="http://www.falter.at" title="Falter">Falter</a> Ausgabe 31/10 erschienen. Bild: <a href="http://www.piratenpartei.at/" title="PPÖ" target="_blank">Piratenpartei Österreich</a></em></font> 
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        <author>
            <name>Ingrid Brodnig</name>
                    </author>
    
        <published>2010-08-09T03:39:48Z</published>
        <updated>2010-08-09T17:13:06Z</updated>
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        <title type="html">Auch Omas Anrufe werden gespeichert</title>
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                <FONT SIZE="3" FACE="Verdana"><strong>Warum selbst ein gutes Gesetz nichts daran ändert, dass die Vorratsdatenspeicherung ein Fehler ist</strong><br />
<br />
<object width="560" height="340"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/tbziqyBsCKs&amp;hl=de_DE&amp;fs=1"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/tbziqyBsCKs&amp;hl=de_DE&amp;fs=1" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="560" height="340"></embed></object><br />
<br />
</font><FONT SIZE="2" FACE="Verdana"><strong>Wenn wir ein E-Mail senden, wenn wir den Hörer in die Hand nehmen</strong>, wenn eine SMS auf unserem Handy eintrifft, wird all das registriert und ein halbes Jahr lang gespeichert. So entstehen Datenberge über jeden Bürger, der ein Telefon oder einen Internetanschluss besitzt. Für die Polizei wird nachvollziehbar, wer wann mit wem und von wo elektronisch kommuniziert. Im Fall eines Verbrechens dürfen Ermittler auf die Daten zugreifen.<br />
<br />
Das ist keine Fiktion aus einem Science-Fiction-Roman, sondern unsere Zukunft. Österreich muss die EU-Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung umsetzen. Infrastrukturministerin Doris Bures (SPÖ) hat einen entsprechenden <a href="http://futurezone.orf.at/stories/1655133/" title="Artikel auf der FUZO dazu" target="_blank">Gesetzesentwurf </a>vorgelegt. Demnach müssten Telekomunternehmen Verbindungsdaten sechs Monate lang speichern. Etwa die Information, wann jemand telefoniert, ein E-Mail oder eine SMS geschrieben hat. Der Inhalt der Nachricht wird nicht aufgezeichnet. Die Polizei bekommt aber Einsicht, wer sich wann wo aufhielt und mit wem er Kontakt hatte.<br />
<br />
Diese Verpflichtung zum Datensammeln ist ein Paradigmenwechsel: Zwar speichern Telekomfirmen schon jetzt viele Daten, um diese mit dem Kunden abzurechnen. Die Polizei darf auch darauf zugreifen, wenn ein Richter dies anordnet. Neu ist allerdings dass diese Information für die Polizei gesammelt werden muss, genauso wie das Ausmaß der staatlichen Datengier. Künftig sollen auch Internet- oder E-Mail-Daten gebunkert werden, die die Firmen bisher gar nicht oder nicht so lange speicherten.<br />
<br />
Bures muss die umstrittene EU-Richtlinie in heimische Gesetze umwandeln. Die Ministerin hat das überraschend gut gemacht. Sie hat nichts übereilt im Gegenteil, Österreich hat die Umsetzung hinausgezögert. Nun legte sie einen Entwurf vor, der die Bedenken von Datenschützern, Zivilgesellschaft und Journalisten berücksichtigt. Ihr Entwurf schützt das Redaktionsgeheimnis. Auch Ärzte, Juristen und andere berufliche Geheimnisträger sind von der Kontrolle ausgenommen. Ihre Daten werden zwar aufgezeichnet, aber für die Polizei geschwärzt. So können Ermittler nicht herausfinden, wer etwa bei der Aidshilfe angerufen oder einem Medium geheime Akten zugespielt hat.<br />
<br />
Zusätzlich sieht der Entwurf eine Informationspflicht vor. Wenn die Polizei ein Handy orten lässt, muss der Betroffene dies künftig im Nachhinein erfahren. Das ist eine klare Verbesserung, da es momentan keine Informationspflicht gibt.<br />
<br />
Der Bures-Vorschlag ist also gut gemeint. Und trotzdem schlecht für jeden einzelnen Bürger. Denn die Vorratsdatenspeicherung ist in ihrem Kern problematisch, weil sie alle Bürger wie potenzielle Verbrecher behandelt. Auch eine Minimalvariante ändert daran nichts.<br />
<br />
Es ist verdienstvoll, das Redaktionsgeheimnis zu schützen. In der Praxis wird das wohl kompliziert: Es müssen Listen von Journalisten, Ärzten, Anwälten samt Handynummern und Internetaccounts erstellt und aktualisiert werden.<br />
<br />
Die wesentlichere Frage ist aber: Sollte der Rest der Bevölkerung nicht auch einen solchen Schutz der Privatsphäre genießen? Ist es ein fairer Deal für die Bürger, dass ihre gesamte Kommunikation überwacht wird, damit Terroristen und Drogendealer ausgeforscht werden können?<br />
<br />
<strong>Die Vorratsdatenspeicherung betrifft die Großmutter</strong>, die ihren Enkel anruft, den Manager, der seine Mails abruft, den Einsamen, der im Internet nach einem Partner sucht. Auch wenn niemand von ihnen je einer Straftat verdächtigt wurde, will die Polizei alle ihre Daten gespeichert haben.<br />
<br />
<a class='serendipity_image_link' href='http://www.flickr.com/photos/jpbader/1425545612/in/photostream/' target="_blank"><!-- s9ymdb:352 --><img class="serendipity_image_left" width="400" height="266" style="float: left; border: 0px; padding-left: 5px; padding-right: 5px;" src="http://brodnig.org/uploads/demo-sicherheit.jpg" alt="" /></a>Befürworter der Richtlinie rechtfertigen diesen Eingriff mit dem Kampf gegen Terrorismus. Auf die Daten, sagen sie, würde nur bei schweren Straftaten zugegriffen. Schon länger zeichnet sich ab, dass Justiz- und Innenministerium diese Information auch bei leichteren Vergehen einsehen wollen: Etwa bei Urheberrechtsverletzungen oder bei Straftaten, die mit über einem Jahr Haft bedroht sind. Gewerbsmäßiger Ladendiebstahl zählt dazu. Sollen wir unsere Bürgerrechte aufgeben, um Ladendiebe oder Raubkopierer zu schnappen?<br />
<br />
Nein. Mittlerweile besteht sogar die Hoffnung, dass die EU umschwenkt. Vor fünf Jahren herrschte Panik nach den Bombenanschlägen von London. Im Eiltempo wurde die Vorratsdatenspeicherung durchs EU-Parlament gewunken. Nun werden kritische Stimmen hörbar. Bis September will die EU-Kommission eine Evaluierung der Richtlinie vorlegen. Gleichzeitig kämpft Irland beim Europäischen Gerichtshof gegen die riesige Datensammlung das Höchstgericht soll prüfen, ob diese mit den Grundrechten vereinbar sei.<br />
<br />
Ministerin Bures taktiert geschickt. Sie will den Bericht der Kommission abwarten, ehe Österreich das Gesetz beschließt. Wenn alles gut geht und Brüssel von der Bestimmung abweicht, könnte uns die Vorratsdatenspeicherung erspart bleiben. Wenn sich nichts ändert und Österreich die Richtlinie umsetzen muss, hat die Ministerin zumindest eine Vorlage zur Vorratsdatenspeicherung in der Schublade, die nicht das allerschlimmste Überwachungsgesetz ist.<br />
<br />
Bleibt zu hoffen, dass die EU zurückrudert und dass sich Österreich dafür in Brüssel starkmacht. Zum Beispiel gemeinsam mit den Iren. Es gibt nur einen guten Ausweg: Diese Richtlinie muss gekippt werden. Alles andere wäre die kosmetische Korrektur eines verpfuschten Eingriffs in die Grundrechte.<br />
<br />
<br />
</font><br />
<FONT SIZE="1" FACE="Verdana"><em>Dieser Kommentar ist im <a href="http://www.falter.at" title="Falter">Falter</a> 31/10 erschienen. Foto: <a href="http://www.flickr.com/photos/jpbader/1425545612/in/photostream/" title="Account von JPBader">Flickr-User JPBader (John-Paul Bader)</a></em></font> 
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            <name>Ingrid Brodnig</name>
                    </author>
    
        <published>2010-08-09T03:29:29Z</published>
        <updated>2010-08-09T03:29:29Z</updated>
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        <title type="html">Apple ist das neue Microsoft</title>
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                <a class='serendipity_image_link' href='http://www.flickr.com/photos/akeg/167128361/#/' target="_blank"><!-- s9ymdb:351 --><img class="serendipity_image_right" width="237" height="126" style="float: right; border: 0px; padding-left: 5px; padding-right: 5px;" src="http://brodnig.org/uploads/windows-error.jpg" alt="" /></a><FONT SIZE="2" FACE="Verdana"><strong>Hui, da hatte Microsoft noch einmal Glück!</strong> Entgegen aller Erwartungen legte der Konzern ein tolles <a href="http://www.welt.de/die-welt/wirtschaft/article8613476/Windows-7-verhilft-Microsoft-erneut-zum-Rekord.html" title="Artikel auf Welt.de">Quartalsergebnis mit 4,5 Milliarden Dollar</a> Gewinn vor. Damit bleibt Microsoft weiterhin die ertragreichste Computermarke der Welt. So richtig freuen können sich die Mitarbeiter in Redmond trotzdem nicht. Sie wissen, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis Apple die Nummer eins ist. Microsoft fehlen die zündenden Ideen, die sich auch in Geld umwandeln lassen. Aber hey, Kopf hoch, ihr Leute von Microsoft! Eine gute Nebenwirkung hat Apples Erfolg schon. Ihr seid längst nicht mehr das beliebteste Hassobjekt. Früher schimpften alle über euer instabiles Betriebssystem, jetzt regen sich alle über die Antennenprobleme des neuen iPhone auf. Wenn ihr Glück habt, werden wir in ein paar Jahren alle den Ärger über eure Produkte vergessen haben und reumütig in eure Arme zurückkehren. Ihr könnt uns dann mit eurem neuesten Betriebssystem Windows 2020 quä-, äh, beglücken.<br />
<br />
</font><br />
<FONT SIZE="1" FACE="Verdana"><em>Digitalia ist die wöchentliche IT-Kolumne des <a href="http://www.falter.at" title="Falter">Falter</a>. Diese Kolumne wurde in Ausgabe 30/10 veröffentlicht. Bild: <a href="http://www.flickr.com/photos/akeg/167128361/#/" title="Flickr-account von akeg" target="_blank">Flickr-User akeg (Eric Schmuttenmaer)</a></em></font> 
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            <name>Ingrid Brodnig</name>
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        <published>2010-08-09T03:10:41Z</published>
        <updated>2010-08-09T03:27:20Z</updated>
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                <FONT SIZE="3" FACE="Verdana"><strong>Wer die Probleme am Wiener Straßenstrich bekämpfen will, muss zuallererst mit den Prostituierten sprechen</strong><br />
<br />
<a class='serendipity_image_link' href='http://www.biancatschaikner.com/' target="_blank"><!-- s9ymdb:349 --><img class="serendipity_image_center" width="548" height="459" style="border: 0px; padding-left: 5px; padding-right: 5px;" src="http://brodnig.org/uploads/Illu_Prostitution.jpg" alt="" /></a><br />
<br />
<br />
</font><FONT SIZE="2" FACE="Verdana"><strong>Es war ein schöner Sommertag, Martina* fuhr im Prater Autodrom.</strong> Danach ging sie alleine spazieren, stolzierte die Lusthausstraße entlang. Ein Mann fragte, ob sie Geld verdienen wollte. Sie ging mit ihm mit. Das war Martinas Einstieg in die Prostitution – vor 24 Jahren. Sie war gerade 14.<br />
<br />
Heute steht sie am Ende der Mariahilfer Straße. Freiwillig, wie sie betont. Sie ist Prostituierte am Wiener Straßenstrich. Eine jener Frauen, über die nun alle reden: Die FPÖ schimpft über die „Auswüchse des Straßenstrichs“, verärgerte Anrainer klagen über Lärm und Schmutz. Die SPÖ will jetzt Ordnung machen. Die Stadt Wien hat einen 7-Punkte-Plan entwickelt und investiert 140.000 Euro, um den Straßenstrich neu zu regeln.<br />
<br />
<br />
<strong>Die Sorgen am Straßenrand</strong><br />
<br />
Unter den sieben Punkten finden sich sinnvolle Maßnahmen wie mehr Sozialarbeit und eine Anlaufstelle für Anrainer. Aber auch weniger sinnvolle. Die Stadt will den Straßenstrich verlegen – weg aus den belebten Wohngebieten, hin an unwirtliche, unbelebte Orte. Seit 1. Juli kontrolliert die Polizei tatsächlich strenger, ob die Prostituierten nur in den erlaubten Zonen stehen. Geändert hat das aber nichts.<br />
<br />
Mit den Frauen selbst hat niemand geredet. Ihre Stimme fehlt in der Debatte. Wenn Medien Prostituierte zu Wort kommen lassen, dann häufig nur in der Opferrolle, als ob jede einzelne um ihr Leben fürchten müsste. Oder kokett: Dann werden die Frauen dem Zuseher in Strapsen vorgeführt. Mit dem Alltag und den wahren Sorgen haben diese Bilder aber wenig zu tun. Vor allem Preisdumping, Wettbewerb und miserable Gesetze belasten die Prostituierten.<br />
<br />
Am Straßenstrich wird viel gesudert. Über schlechte Preise und Freier, die keine Manieren mehr haben. Auch Martina, die an der Straßenecke steht und den Autos nachschaut, jammert: „Früher war das noch ein gutes Geschäft, da hast in einer halben Stunde 1000 Schilling verdient“, sagt die 38-Jährige. Heute verlangt sie nur noch 50 Euro für eine halbe Stunde und 30 Euro für schnellen Oralsex im Auto. Der Standardtarif am Trottoir.<br />
<br />
Es gibt aber auch Prostituierte, die weniger verlangen. „Ficken und Blasen 30 Euro“, wirbt eine rundliche Bulgarin ein paar Häuserblocks weiter. Es ist einer der wenigen Sätze, die sie auf Deutsch beherrscht.<br />
<br />
Schuld am Verfall der Preise ist der gestiegene Wettbewerb. 2002 waren in Wien noch weniger als 500 Prostituierte legal gemeldet, heute sind es fast 2300. Die meisten kommen aus Ungarn, Rumänien und Bulgarien. „Kein Wunder, für die sind 100 Euro das, was für uns 1000 sind“, sagt Gabi. Sie ist eine langjährige Kollegin von Martina, kam in den 90er-Jahren selbst aus Ostdeutschland. Damals hatte sie mindestens 15 Freier pro Nacht, heute ist sie froh, wenn sie drei hat. „In einem guten Monat verdiene ich 1500 Euro“, sagt die Frau im weißen Minirock, „da kriegt manch eine Putzfrau mehr.“ Viele Freier wollen um den Preis auch noch feilschen. „Die fangen bei zehn Euro an und wollen dann noch aufs Kondom verzichten“, meint Gabi. Bei ihr gibt es ausschließlich geschützten Geschlechtsverkehr. „Nicht nur wegen der Gesundheit. Manche Männer sind auch wirklich grauslich. Wenn man bei denen die Hose aufknöpft, kommt einem schon ein Gestank entgegen“, erzählt die Prostituierte.<br />
<br />
Die Wienerin und die Ostdeutsche arbeiten hier aus freien Stücken und haben keinen Zuhälter. Viele mag das wundern, die zwei stehen aber lieber hier als im Billa hinter der Wursttheke. „Hier bin ich mein eigener Chef“, meint Gabi. Und Martina sagt: „In anderen Jobs musst du hart arbeiten.“<br />
<br />
Doch der Straßenstrich hat viele Gesichter. Es gibt Frauen, die freiwillig anschaffen gehen. Und solche, die tatsächlich Gewalt und Zwangsprostitution erleben. Im Mai wurde eine Rumänin in Favoriten mit brennbarer Flüssigkeit übergossen und angezündet. Es heißt, die Frau wollte auf der Linzer Straße anschaffen, ohne den dortigen Zuhältern Schutzgeld zu zahlen.<br />
<br />
Auch Katerina kennt Gewalt. Selbst wenn man das der 28-Jährigen nicht ansehen würde. Wenn die Polin lächelt, strahlt ihr Gesicht regelrecht. Und sie lächelt viel. „Dabei hat alles falsch angefangen“, meint sie.<br />
<br />
Katerina hatte niemals die Wahl, ob sie Prostituierte werden wolle oder nicht. „Mit 18 war ich dumm und verliebt“, sagt sie. Sie ließ sich von ihrem damaligen Freund in den Westen locken. „Er hat gesagt, dass ich nur ein bisschen Striptease tanzen muss“, erinnert sich Katerina. Stattdessen nahm er ihr den Pass ab und zwang sie, mit Freiern zu schlafen. Wenn sie sich weigerte, prügelte er sie und drohte ihrer Familie.<br />
<br />
<br />
<strong>„Putz dich, Schlampe“</strong><br />
<br />
Es dauerte lange, bis Katerina weglief. Ihr Peiniger ist noch immer frei, heute betreibt er ein Bordell in Wien. Sie zeigt ihn trotzdem nicht an. „Ich will keine Probleme. Er weiß, wo meine Mutter wohnt“, sagt sie. Diese Furcht hält viele Frauen von der Aussage ab.<br />
<br />
Katerina hatte Glück im Unglück. Zuerst trieb sie ihr Freund in die Prostitution, wegen ihres Ehemannes will sie nun aussteigen. Manfred hat sie als Kellner im Bordell Katerina kennengelernt und geheiratet. Nach zwei Jahren Ehe bekommt seine Frau im August die Arbeitsbewilligung. „Endlich, dann hört sie hier auf“, meint er. Der Österreicher ist wütend auf den Staat, der seiner Frau erst jetzt erlaubt, einer „normalen“ Arbeit nachzugehen. Er ist wütend auf den Richter, der einen Freier freisprach, der Katerina krankenhausreif geprügelt hat. Und auf die Polizei, die sich nicht immer korrekt verhält. „‚Putz dich, Schlampe‘, hat einer zu ihr gesagt. Das war wirklich toll, wie sie den dann beschimpft hat“, sagt Manfred stolz.<br />
<br />
Jeden Abend, wenn Katerina anschaffen geht, parkt Manfred sein Auto ein paar Meter entfernt und passt auf. „Sonst wäre es zu gefährlich“, sagt er und kommt gleich auf die Rumänin zu sprechen, die angezündet wurde. Sie hatte in der Gegend gearbeitet. Neulich war das Verbrennungsopfer zu Besuch. „Wahnsinn, sie hatte ein entstelltes Gesicht wie Freddy Krueger“, sagt Manfred, „trotzdem hat sie gemeint, dass sie in zwei Jahren wieder anschaffen geht.“<br />
<br />
<br />
<div class="serendipity_imageComment_right" style="width: 263px"><div class="serendipity_imageComment_img"><a class='serendipity_image_link' href='www.falter.at' target="_blank"><!-- s9ymdb:350 --><img class="serendipity_image_right" width="263" height="374"  src="http://brodnig.org/uploads/cover-prostitution.jpg" alt="" /></a></div><div class="serendipity_imageComment_txt"></font><FONT SIZE="1" FACE="Verdana">Diese Reportage war die Cover-Geschichte des  <a href='http://www.falter.at/' target="_blank">Falter 29/10</a>. Illustration: <a href='http://www.biancatschaikner.com/' target="_blank">Bianca Tschaikner </a></font><FONT SIZE="2" FACE="Verdana"></div></div><strong>Das Geheimnis vor der Familie</strong><br />
<br />
Viel wird über Morde und schwere Gewalt an Prostituierten berichtet. Man könnte meinen, dass die Frauen nun verängstigt an der Straßenecke stehen. Die Realität sieht anders aus. Gabi und Martina reißen zwischendurch Schmähs. Ein paar Straßen weiter holt eine junge Prostituierte ihr Handy heraus und spielt ihrer Kollegin lautstark einen Song vor.<br />
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Das ist die Arbeitsrealität der Frauen. Sie haben gelernt, mit viel Gewalt und beängstigenden Situationen umzugehen. Zum Beispiel verstecken sie alle ihr Geld, bevor sie zu einem Typen ins Auto steigen. Zu viele sind schon ausgeraubt worden. Auch prägen sie sich die Nummerntafeln der Autos ihrer Freier ein oder halten für Notfälle den Tränengasspray griffbereit.<br />
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Das Leben am Tag ist für viele Frauen aber auch schwierig. Manche, wie Martina, verheimlichen ihren Job. Die Familie der Wienerin glaubt, dass sie nachts kellnert. Auch tun sich viele Frauen schwer, Männer außerhalb des Milieus zu finden. „Als gutaussehende Frau musst du vorsichtig sein“, erzählt Ramona, eine 25-jährige Ungarin, „du weißt nie, ob dich ein Mann für deine Schönheit oder für dein Geld liebt.“ Das konnte sie schon bei vielen Kolleginnen beobachten: Zuerst will der Mann nur ein bisschen Geld für die neue Lederjacke, dann soll ihm die Frau die teure Autoreparatur zahlen. „Mit 23 Jahren schnorren die Typen. Mit 40 sind sie dann echte Zuhälter“, meint Ramona. Deswegen habe sie keinen Freund.<br />
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Wie trennen das die Frauen emotional, wenn sie beruflich mit ihrem Freier und privat mit ihrem Freund ins Bett gehen? Martina vergleicht ihre nächtliche Arbeit mit einem One-Night-Stand, bei dem es kein Gefühl und keine Zärtlichkeit gibt. „Das sagt einfach das Herz, ob’s geschäftlich oder privat ist“, meint Martina.<br />
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Nicht alle Frauen sind so tough und können dieser Arbeit jahrelang nachgehen: die Rumänin Theodora zum Beispiel. Sie steht im weißen Negligé auf der Felberstraße, seit September arbeitet sie hier. „Ich tue es nur fürs Geld“, sagt die 23-Jährige in gutem Englisch, „ich will damit mein Managementstudium finanzieren, in Rumänien ist Studieren nämlich teuer.“<br />
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Bisher ist Theodoras Plan nicht aufgegangen. In den vergangenen drei Monaten habe sie nur 3000 Euro verdient. „Die Männer merken, dass ich die Arbeit nicht mag, deswegen habe ich auch keine Stammkunden“, klagt sie. Jetzt will sie nur noch nach Hause, weg von Wien, weg vom Strich. Zum Glück geht bald ihr Flieger.<br />
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Wo Theodora steht, ist der Straßenstrich besonders derb. Eine Kollegin spaziert in Spitzenunterwäsche herum und räkelt sich am Straßenschild, als wäre es eine Stripteasestange. Kein Mann kann durch dieses Grätzel marschieren, ohne Einladungen von Prostituierten zu bekommen: „Hallo Schatzi, gemma ficken?“ Auch normal gekleidete Frauen müssen damit rechnen, von Freiern angesprochen oder angehupt zu werden. „Jede Frau hier ist Freiwild“, sagt Uwe Schön, der mitten am Straßenstrich wohnt. Rein rechtlich wäre der Großteil der Felberstraße Schutzzone, die Prostituierten dürften hier gar nicht stehen. Nur ignorieren das viele. Schön und seine Frau haben vor kurzem eine Bürgerplattform gegründet. Jeden Freitag marschieren sie gegen den Straßenstrich auf. Die Anrainer klagen über benutzte Kondome auf dem Fenstersims oder über den Lärm, der sie nächtens vom Schlafen abhält. „Natürlich sind hier auch früher Prostituierte gestanden, aber niemals in diesem Ausmaß“, meint Schön. Er wohnt seit mehr als 20 Jahren in der Felberstraße.<br />
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Anrainer und Prostituierte plagt dasselbe Problem. Mittlerweile stehen viel zu viele Frauen auf der Straße, das macht die Preise kaputt und mehrt Krach und Unordnung. Nun schaukeln sich die Emotionen hoch: Manche Bürger sind schon so frustriert, dass sich ihr Zorn an einzelnen Frauen entlädt. Am Ende der Mariahilfer Straße beugt sich zum Beispiel eine Bewohnerin aus dem Fenster und leert ein Glas Wasser auf die Frau am Trottoir. Jetzt steht die Prostituierte mit nassen Kleidern auf dem Gehsteig. Eine milde Form von Selbstjustiz.<br />
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Damit solche Dinge nicht passieren, schaltet die Stadt Wien Sozialarbeiter ein. Die Prostituiertenberatungsstelle Sophie soll neuerdings das Vertrauen zwischen Behörden, Anrainern und Prostituierten fördern. Tagsüber wurde bereits eine Telefonhotline eingerichtet. „Wir sind nicht in der Lage, das Problem sofort zu lösen“, meint Eva van Rahden, die Leiterin von Sophie, „aber wir versuchen auf die Spitze des Eisbergs positiv einzuwirken.“<br />
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Van Rahden ist eine der Expertinnen des Straßenstrichs. Sie weiß, dass eine wirkliche Verbesserung nur über bessere Gesetze erreicht werden kann. Die Rechtslage schützt die Frauen zu wenig. Einerseits ist Prostitution erlaubt, andererseits sind Verträge über sexuelle Leistungen sittenwidrig. Das heißt, Prostituierte können ihre Honorare nicht einklagen, wenn ein Freier nicht zahlen will. „Die Sittenwidrigkeit abzuschaffen, wäre ein erster Schritt“, meint van Rahden.<br />
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<strong>Die Frauen haben Ideen</strong><br />
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Auch die Stadt Wien will, dass der Bund die Sittenwidrigkeit abschafft. Das ist einer der cleveren Punkte im 7-Punkte-Programm. Andere sind weniger schlau: So hat die Stadt zwei Zonen eingerichtet, in denen Sexarbeit dezidiert erlaubt ist. Auf einem kurzen Abschnitt der Linken Wienzeile und hinter dem Technischen Museum sollen die Frauen nun stehen.<br />
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Der Lokalaugenschein zeigt: An jeder anderen Straßenecke stehen die Prostituierten, nur hier findet sich keine einzige. „Da ist es so dunkel, und jetzt blockiert auch noch eine Baustelle alles“, sagt eine Ungarin. Eine echte Lösung könnte nur mit den Frauen gemeinsam gefunden werden. Gabi aus Ostdeutschland hätte schon ein paar Ideen. Sie plädiert etwa für „Verrichtungsboxen“ – Garagen, in die die Frauen mit ihren Freiern hineinfahren. „Wenn einer unangenehm wird, gibt es einen Alarmknopf. Dann kommt sofort ein Bewacher“, sagt Gabi. Dieses System gibt es schon in Köln.<br />
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Hierzulande gibt es noch keine ernstzunehmende Diskussion, wie die Prostitution besser geregelt werden könnte. Nur alle sind sich einig: Die Situation ist schlimm.<br />
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„So kann es nicht weitergehen“ sagt auch Martina. Es ist Freitagabend, kurz vor Mitternacht. Die Wienerin hatte erst einen Kunden – trotzdem ist ihr Geldbörsel leer. Weil sie mit dem Freier in einer Schutzzone erwischt wurde, musste sie 30 Euro Strafe zahlen. Eine Auswirkung der strengeren Kontrollen. „Alle schimpfen nur noch, alle sind unzufrieden“, meint Martina. Wenn sich nicht bald etwas ändere, sagt sie, werde sie den Straßenstrich verlassen. Ob sie dann ganz mit der Prostitution aufhört? „Nein, dann geh ich ins Studio arbeiten.“ <br />
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<em>* Die Namen sämtlicher Prostituierten wurden geändert</em><br />
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<strong>Die Pläne der Stadt Wien</strong><br />
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Mit sieben Maßnahmen will Frauenstadträtin Sandra Frauenberger (SPÖ) die Situation am Straßenstrich entschärfen. Ein Verbot der Straßenprostitution kommt für sie nicht infrage: „Erfahrungen anderer Länder zeigen, dass Verbote nur zu einem Erstarken der illegalen Prostitution führen.“ Das sind die Maßnahmen:<br />
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- eine bessere Hilfe für Anrainer. Dazu zählen Sprechstunden und eine Beschwerdehotline (Tel. 0676/88 666 222), sie steht wochentags von 10 bis 17 Uhr bereit<br />
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- zwei Erlaubniszonen, in denen die Prostituierten dezidiert erwünscht sind: auf der Linken Wienzeile zwischen Anschützgasse und Jheringgasse sowie auf der Linzer Straße, hinter dem Technischen Museum<br />
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- eine Novelle des Wiener Prostitutionsgesetzes<br />
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- mehr Polizeikontrollen<br />
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- eine Vergleichsstudie, die die Gesetze in Österreich, den Niederlanden und Schweden analysiert<br />
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- bessere Aufklärung über Frauenhandel, um die Frauen intensiver über ihre Rechte zu informieren<br />
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- mehr Sozialarbeit <br />
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        <published>2010-08-09T02:59:27Z</published>
        <updated>2010-08-09T02:59:27Z</updated>
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<FONT SIZE="2" FACE="Verdana"><strong>Es ist wie in der alten Schnulze: Tausendmal berührt, tausendmal ist nix passiert.</strong> Circa tausendmal ist mir mein iPhone auf den Boden gefallen, einmal sogar die Treppe hinunter. Und nix ist passiert. Jetzt war das tausendunderste Mal. Das Display ist kaputt. Nach der Konfrontation mit dem Asphalt ist es in etliche Einzelteile zersprungen, wie bei einer eingedroschenen Autoscheibe. Als ich den Schaden sah, ist mein Herz ebenfalls zersprungen. In tausend Einzelteile. Plötzlich lag mein ständiger Begleiter verletzt und entstellt am Boden. Tiefe Furchen ziehen sich seither durch sein einst so hübsches Antlitz. Schuld daran bin nur ich, die ich das Handy fallen gelassen habe. Warum hat eigentlich noch niemand über diesen Schmerz ein Lied geschrieben? Wie es sich anfühlt, wenn das geliebte Gerät kaputt wird? Ich hätte schon ein paar Titel parat: "Ich will nur mit dir (ins Internet)", "Sag, dass du noch eine E-Mail für mich hast". Und freilich als Coverversion "Tausendmal vibriert, tausendmal ist nix passiert."<br />
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<FONT SIZE="1" FACE="Verdana"><em>Digitalia ist die wöchentliche IT-Kolumne des <a href="http://www.falter.at" title="Falter">Falter</a>. Diese Kolumne wurde in Ausgabe 29/10 veröffentlicht</em></font> 
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        <published>2010-08-09T02:45:11Z</published>
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<FONT SIZE="2" FACE="Verdana"><strong>Wie schaut die Technik der Zukunft aus?</strong> Toll wäre es zum Beispiel, Dinge am Bildschirm tatsächlich berühren und herumschieben zu können, seinen Laptop mit Sonnenenergie aufzuladen oder Computerspiele in 3D zu erleben. Nein, das sind nicht meine Ideen. Das haben sich ein paar Sechs- bis Zwölfjährige ausgedacht. Die Medienforscher von <a href="http://www.life-connected.com/2010/07/kids-innovation-study-results-part-1-web-in-the-physical-world/" title="Ergebnisse der Forscher" target="_blank">Latitude Research</a> haben <a href="http://www.readwriteweb.com/archives/the_future_according_to_kids_immersive_intuitive_and_surprisingly_down-to-earth.php" title="Artikel des ReadWriteWeb dazu" target="_blank">Kinder befragt</a>, wie sich Computer und Internet weiterentwickeln könnten. Die Kids haben coole Ideen. Eine Zehnjährige plädiert dafür, dass ihr Computer eine Zeichnung in echtes Essen umwandeln können soll. Ein zwölfjähriger Bursche wollte, dass in Videospielen seine Gedanken gelesen werden. Viele Anregungen würden wohl auch älteren Usern gefallen. Intuitivere Steuerungen und praktischere Bedienoberflächen statt der faden Tastatur werden schon jetzt am Markt nachgefragt. Wahrscheinlich sind Kinder eben die besseren Erfinder. Jede Wette, dass im Keller von Apple längst eine Horde Volksschüler am nächsten iPhone arbeitet.<br />
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<FONT SIZE="1" FACE="Verdana"><em>Digitalia ist die wöchentliche IT-Kolumne des <a href="http://www.falter.at" title="Falter">Falter</a>. Diese Kolumne wurde in Ausgabe 28/10 veröffentlicht. Foto: <a href="http://www.flickr.com/photos/busbong/4514142137/" target="_blank" title="Flickr-Account von senov">Flickr-User senov</a></em></font> 
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