Die Geräte werden immer kleiner. So klein, dass man sie leicht verliert oder andere Hoppalas passieren. Ich habe zum Beispiel meinen USB-Stick mit der Wäsche mitgewaschen. Zu meiner Überraschung funktioniert das Ding immer noch. Doch die Gadgets werden nicht nur winziger, sie werden zu unserer zweiten Haut. In den USA haben Forscher eine Technologie entwickelt, die den eigenen Arm in einen Touchscreen verwandelt. Sie heißt Skinput, besteht aus einem Armband, einem Projektor und Sensoren. Der Projektor wirft ein Bild auf die Handfläche oder den Unterarm. Auf diesem virtuellen Menü tippt man dann mit der anderen Hand herum, und Sensoren erkennen die Bewegung. Damit könnte man zum Beispiel seinen iPod während des Joggens bedienen. Die Idee zeigt, dass wir langsam zu Cyborgs werden: Menschen mit eingebauter Technik. Dann hätten wir kein Problem mehr mit verlegten USB-Sticks oder Handys. Die Chips würden stets unter unserer Haut stecken. Wer findet das nicht irre praktisch?
Digitalia ist die wöchentliche IT-Kolumne des Falter. Diese Kolumne wurde in Ausgabe 10/10 veröffentlicht
Was bringt die Zukunft? Vielleicht Geräte, die gut versteckte Landminen orten können? Elektrisches Zubehör, das sich nach Beschädigung selbst heilt? Oder gar eine künstliche Netzhaut, die erblindende Menschen sehen lässt? Klingt nach Science-Fiction, all diese Dinge wurden aber schon entwickelt. Wer wissen will, welche technischen Revolutionen auf uns zukommen, kann im amerikanischen R&D Magazine nachlesen. Dieses veröffentlicht jährlich eine Liste mit den 100 spannendsten Entwicklungen. Unter die Top 100 haben es auch Forscher aus Taiwan geschafft. Sie fabrizierten einen Stoff, der Akkus sicherer macht. Der Durchschnittskonsument ahnt gar nicht, wie gefährlich so ein Handy- oder Laptop-Akku werden kann. Immer wieder kommt es dazu, dass die Dinger heißlaufen, Feuer fangen oder gar explodieren. Dank der Taiwanesen soll das bald verhindert werden. Auch das ist ein kleiner Schritt für die Menschheit. Denn wer möchte schon, dass das Handy explodiert, während man es ans eigene Ohr hält?
Explodierendes Handy in Slow-Motion
Digitalia ist die wöchentliche IT-Kolumne des Falter. Dieser Text wurde in Ausgabe 40/09 veröffentlicht
Dies ist eine Karte mit den Mitgliedstaaten von Cern. Auch Österreich ist bisher eines der vielen gelben Länder.
Alles ist relativ. Das hat uns schon Albert Einstein erklärt. Dass auch das Budget der österreichischen Bundesregierung sehr relativ ist, lernen wir jetzt von der großen Koalition. Wissenschaftsminister Johannes Hahn (ÖVP) gab nun überraschend den Ausstieg bei Cern bekannt, der Europäischen Organisation für Kernforschung. Er begründet das mit seinem knappen Budget und den hohen Kosten von Cern. Mit 20 Millionen Euro pro Jahr könnte man auch viele andere Projekte fördern und nicht nur die Teilchenbeschleunigeranlage.
So rechtfertigt der Minister den Ausstieg - er tut das allerdings wenige Wochen nachdem der Lehrerstreit beiseite gelegt wurde. Damals zauberte Hahns Parteichef, Finanzminister Josef Pröll, plötzlich doch noch 240 Millionen Euro für das Unterrichtsministerium aus dem Hut, zwar geborgtes Geld, aber immerhin müssen die Lehrer nicht zwei zusätzliche Stunden unterrichten.
Was sind 20 Millionen Euro wert? Das ist anscheinend relativ - je nachdem, bei wem gespart wird.
Das Problem dabei ist nicht, dass es in Zeiten der Krise harte Sparmaßnahmen braucht. Das sehen viele Steuerzahler natürlich ein. Nur mit dem Wir-müssen-sparen-Schmäh lässt sich nicht alles argumentieren. Das zeigt auch ein Blick auf die Bankenhilfe. Das lässt sich der Staat pro Jahr 253 Millionen Euro kosten - aber nicht nur, weil es sinnvoll ist, Banken zu retten, sondern auch, weil er sich auf ungünstige Konditionen einließ (siehe Artikel Seite 12).
Wissenschaftler klagen nun, dass Österreichs Image wegen Cern angeschlagen sei. Sicher ist, dass die Prioritätensetzung der Regierung seltsam wirkt. Aber vielleicht ist ihr Interesse an Forschung auch nur relativ.
Egal ob beim iPod, beim Blackberry oder nur beim Geschirrspüler. Wir müssen den ganzen Tag irgendwelche blöden Knopferln drücken. Doch das könnte sich bald ändern. In Zukunft werden wir unsere Geräte per Blinzeln steuern. Das kündigen die Forscher der Universität in Osaka an. Sie haben den „Mimi Switch“ entwickelt. Einen Ohrstöpsel, der genau weiß, wann sein Träger blinzelt, lächelt oder Grimassen schneidet. Damit lässt sich dann zum Beispiel der iPod bedienen. Einmal die Zunge rausstrecken, und die Musik beginnt. Einmal zwinkern, und der nächste Song kommt. Einmal lächeln, und es wird lauter. So könnte die Steuerung funktionieren. Ob diese Technik zum Verkaufsschlager wird, ist aber fraglich. Denn wer möchte in der U-Bahn Grimassen schneiden? Wer dem muffigen Typen gegenüber zuzwinkern, dem älteren Fahrgast die Zunge zeigen? Das wäre unangenehm. Es ist eh schon seltsam genug, dass jeder Zweite mit Freisprechanlage telefoniert. Da brauchen wir keinen „Mimi Switch“ mehr, um wie totale Deppen auszusehen.
Auch Hollywood hatte schon einige Ideen, wie man künftig seine elektronischen Geräte klüger steuern könnte. Ziemlich cool: Das Interface in Minority Report
Digitalia ist die wöchentliche IT-Kolumne des Falter. Dieser Text wurde in Ausgabe 11/09 veröffentlicht. Das Bild wurde von der IMDB entnommen.