iPhone-User haben mehr SexWednesday, September 1. 2010 Eh klar, iPhone-User haben mehr Sex. Das behauptet zumindest die Singlebörse OKCupid. Die hat ihre Mitglieder befragt und herausgefunden, dass Besitzer eines iPhones mehr Sexpartner hatten als Besitzer eines BlackBerry oder Google-Android-Handys. Apple ist eben sexy und das strahlt auch auf seine Kunden ab. Oder umgekehrt: Wer Wert auf Design und gutes Aussehen legt, auf dessen Nachtkasterl liegt ein iPhone und in dessen Kiste ist mehr los. Ein 30-jähriger iPhone-Nutzer hatte bisher im Schnitt elf Sexpartner – Männer zehn, Frauen zwölf (hohoho). Dagegen wirken die Google-Telefonierer fast jungfräulich. Die haben nur sechs Menschen gepoppt. Aber wen wundert das? Die Google-Software ist etwas für richtige Nerds. Das sind Menschen, die auf Partys über „World of Warcraft“ reden und das mit Flirten verwechseln. Vielleicht gibt es aber noch einen anderen Grund, warum die Technikfreaks in der Statistik so schlecht aussteigen: All der Cybersex zählt halt nicht.Digitalia ist die wöchentliche IT-Kolumne des Falter. Diese Kolumne wurde in Ausgabe 33/10 veröffentlicht. Bild: Flickr-User osde8info Nichts ist für die Ewigkeit, nicht einmal das iPhone!Sunday, August 8. 2010Es ist wie in der alten Schnulze: Tausendmal berührt, tausendmal ist nix passiert. Circa tausendmal ist mir mein iPhone auf den Boden gefallen, einmal sogar die Treppe hinunter. Und nix ist passiert. Jetzt war das tausendunderste Mal. Das Display ist kaputt. Nach der Konfrontation mit dem Asphalt ist es in etliche Einzelteile zersprungen, wie bei einer eingedroschenen Autoscheibe. Als ich den Schaden sah, ist mein Herz ebenfalls zersprungen. In tausend Einzelteile. Plötzlich lag mein ständiger Begleiter verletzt und entstellt am Boden. Tiefe Furchen ziehen sich seither durch sein einst so hübsches Antlitz. Schuld daran bin nur ich, die ich das Handy fallen gelassen habe. Warum hat eigentlich noch niemand über diesen Schmerz ein Lied geschrieben? Wie es sich anfühlt, wenn das geliebte Gerät kaputt wird? Ich hätte schon ein paar Titel parat: "Ich will nur mit dir (ins Internet)", "Sag, dass du noch eine E-Mail für mich hast". Und freilich als Coverversion "Tausendmal vibriert, tausendmal ist nix passiert." Digitalia ist die wöchentliche IT-Kolumne des Falter. Diese Kolumne wurde in Ausgabe 29/10 veröffentlicht Ein Handy, das man nicht in der Hand halten sollteSunday, August 8. 2010 Na toll, Apple hat ein Handy entwickelt, mit dem man nicht telefonieren kann - zumindest, wenn man das Gerät falsch in der Hand hält. Bei einigen Usern tritt dieses Problem auf. Wenn sie ihr neues iPhone 4 mit den Fingern umschließen, haben sie plötzlich einen schlechten Empfang. Das allein ist zwar schon ärgerlich. Wirklich frech ist aber die öffentliche Reaktion darauf. Erst erklärte Apple, die User sollen ihr Handy anders anfassen, wenn das Problem auftauche. Jetzt meint der Konzern, dass kein Hardware-, sondern nur ein Softwarefehler bestünde. Dieser würde bald ausgemerzt. Ob die Lösung tatsächlich so einfach für Apple ist, wird sich zeigen. Sollten dem Unternehmen aber die Ausreden ausgehen, hätte ich ein paar Ideen: Nein, nicht unser Telefon ist kaputt, wir wollten nur die Face-to-Face-Kommunikation fördern. Wir können wirklich nichts dafür, über die gesamte Welt hat sich auf einmal ein Funkloch gelegt. Wenigstens weiß ich jetzt, woher das Wort veräppeln kommt.Digitalia ist die wöchentliche IT-Kolumne des Falter. Dieser Text ist in Ausgabe 27/10 erschienen. Foto: Flickr-User Superstrikertwo Die bösen DreiSunday, June 6. 2010
Du sollst keine Pornos schauen, wir dürfen deine Daten sammeln, verheimliche nichts vor der Welt. Google, Apple und Facebook wollen dem Konsumenten ihr Weltbild aufzwingen
Glücklich sah Mark Zuckerberg nicht gerade drein, als er seinen Text vor der Kamera ablas. Mit dem Video richtete er sich an seine 400 Millionen Facebook-User und versicherte ihnen, die Privatsphäre-Einstellungen würden nun nachgebessert. Alle wichtigen Optionen sollen künftig auf einer Seite zusammengefasst werden. So werde es einfacher, sich vor fremden Blicken zu schützen.Ehe es zu dieser Einsicht kam, musste Zuckerberg öffentlich abgemahnt werden. „Facebook gerät außer Kontrolle“, schrieb das bedeutsame Technikmagazin Wired. Und die New York Times fragte, ob die Regierung einschreiten solle. Zuckerbergs Einlenken ist bezeichnend für Facebook. Ständig führt die Social-Network-Seite Änderungen durch, die den Usern die Kontrolle ihrer Privatsphäre erschwert. Erst wenn genügend Kunden vor Wut aufschreien, rudert Firmenchef Zuckerberg zurück. Aber Facebook ist nicht das einzige Unternehmen in Erklärungsnot. Derzeit stehen jene drei Weltkonzerne in der Kritik, die wohl die größten Profiteure der vernetzten, mobilen Web-Gesellschaft sind: Facebook, Google und Apple. Der Erste soll die Nutzer zunehmend zum Offenlegen ihrer persönlichen Informationen drängen. Der Zweite hat Daten abgefangen, die ihn nichts angehen. Und der Dritte entscheidet allein, welche Programme aufs iPhone und iPad dürfen – und welche nicht. Unterschiedliche Kämpfe tragen die drei Firmen aus. Es geht um Datenschutz, Kundenfreundlichkeit, Zensurvorwürfe. Wegen des Gewichts der Unternehmen geht es aber auch um die Frage: Wer bestimmt Vision und Norm für das digitale Zeitalter? Sind das Facebook, Google und Apple? Google hatte schon immer eine Mission: Finde alle Informationen dieser Welt, organisiere sie und mache sie zugänglich. Zuerst brachte die Suchmaschine Ordnung ins Chaos namens World Wide Web. Dann verbreitete es Nachrichten, Bücher und Satellitenaufnahmen. Seit 2007 sendet der Konzern Autos mit eingebauten Kameras aus. Für den Dienst „Google Street View“ fotografieren die Fahrzeuge ganze Straßenzüge und Städte. Die reale Welt soll eingefangen, digitalisiert und offengelegt werden. Dabei ist dem Unternehmen neulich ein Hoppala passiert. Seine Street-View-Autos haben sensible Daten eingefangen. Versehentlich, sagt Google. Auch in Österreich ist das passiert, wie der Falter berichtete. Das börsennotierte Unternehmen macht vieles, von dem die User nichts wissen. Google-Autos knipsen nicht nur Fotos, sie erfassen auch Daten offener Funknetzwerke, sogenannter WLANs. Mit diesen Standortdaten soll die Firma künftig Handybesitzer leichter orten können. Doch beim Ausforschen der WLAN-Standorte speicherte das Unternehmen private Informationen ab, etwa E-Mails. Österreich will nun strengere Gesetze einführen und solches Datensammeln unter Strafe stellen. Der Einsatz der Street-View-Autos ist vorerst verboten. Mit den Datenmengen macht Google Geld, fast 24 Milliarden Dollar Umsatz waren es im Vorjahr. 97 Prozent davon sind Werbeeinnahmen. Je mehr Dienste Google ins Web stellt, desto mehr Klicks, desto genauere Informationen über seine User und desto mehr Anzeigengelder generiert es. Mit seinem Handy Nexus One und dem eigenen Mobiltelefon-Betriebssystem ist Google nun auch am mobilen Werbemarkt aktiv. Dieser Artikel ist die Cover-Geschichte des Falter, Ausgabe 22/10 Das Problem daran: Google scannt zuerst und fragt später. Bei den „Google Books“ kam es erst nach Gerichtsterminen, Protesten europäischer Politiker, Autoren und Verlage zu einer Einigung. Für die einen ist Google eine Chance, auf nie da gewesene Informationsmengen zuzugreifen. Für die anderen ist es eine Gefährdung ihrer Einnahmequellen oder Privatsphäre. Facebook wendet einen anderen Trick an. Während Google selbst alles abfotografiert, motiviert das Netzwerk seine Mitglieder, ihre Daten und Fotos hochzuladen. Das ermöglicht neue Werbeformen. „Händler wissen das schon lange: Wenn mir etwas von einem Freund empfohlen wird, tue ich das viel eher“, sagt etwa Sheryl Sandberg, Chief Operating Officer des Webdienstes. Eine Milliarde Dollar Umsatz könnte Facebook heuer erstmals machen, rechnet das Branchenblog „Inside Facebook“ vor. Der 26-jährige Firmenchef Zuckerberg läuft im Kapuzenpulli herum, gibt sich idealistisch und spricht darüber, wie er seinen Usern die Kontrolle über ihre Daten ermöglicht. Doch gerade diese Kontrolle wurde mit der Zeit schwieriger. Anfangs waren alle User-Profile privat, heute sind sie standardmäßig öffentlich. Wer profitiert davon? Facebook. „Bait and switch“, ködern und umstellen, nennt der Jurist Chris Hoofnagle vom Berkeley Center for Law & Technology diese Praxis. Facebook und Google seien Meister darin. „Früher haben Firmen ein Produkt beworben und dann ein anderes verkauft, wenn der Kunde ins Geschäft kam. Heute passiert das nach und nach, das Unternehmen startet mit privatsphärefreundlichen Einstellungen und bewegt sich langsam weg davon.“ Google sei dazu übergegangen, das Surfverhalten seiner User zu dokumentieren und diese dann gezielt zu bewerben. „Anfangs warb die Firma noch damit, dies nicht zu tun“, sagt Hoofnagle. Als Google dies später änderte, habe es das nicht einmal den Usern kommuniziert. Die Kritik an der Datengier und dem Transparenzdrang können die Firmenchefs oft nicht nachvollziehen. Das liegt auch an ihren Wertvorstellungen. „Wir haben eine Identität. Die Tage, an denen man ein anderes Auftreten gegenüber den Freunden oder den Arbeitskollegen pflegte, kommen bald zu einem Ende. Zwei Identitäten zu haben, ein Zeichen von fehlender Integrität“, sagte Zuckerberg. Google-CEO Schmidt erklärte: „Wenn es etwas gibt, von dem Sie nicht wollen, dass es irgendjemand erfährt, sollten Sie es vielleicht gar nicht erst tun.“ Doch nicht die ganze Welt funktioniert wie das Silicon Valley, wo man mit Flip-Flops in die Arbeit geht und den Chef beim Vornamen anspricht. Manche von uns haben gute Gründe, warum sie sich in ihrer Firma anders geben als unter Freunden. Manche Menschen sind sogar Dissidenten in politischen Regimes und müssen sich fürchten, wenn Google ihre Gesprächspartner veröffentlicht. Das passierte neulich, als der Internetriese seinen Webdienst Buzz startete. Plötzlich war die Kontaktliste vieler User einsehbar. Apple stößt in der aktuellen Debatte nicht wegen seinen Vorstellungen über Privatsphäre auf Kritik, sondern weil der Konzern seine Kunden auf andere Weise bevormundet. Wer heute ein iPhone oder iPad kauft, kann nicht frei entscheiden, welche Software er darauf installiert. Applikationen laufen nur dann, wenn Apple dies zulässt. Über den sogenannten „App-Store“ können die User gratis oder gegen Geld Software herunterladen. Apple schmeißt manche dieser „Apps“ aber aus dem Laden, weil sie zu viel nackte Haut zeigen oder politisch zu kontroversiell sind. Im Februar löschte Apple mehr als 6000 Applikationen mit erotischem Inhalt. 2008 lehnte der Konzern die iPhone-Applikation „Freedom Time“ ab: Diese Uhr zählte die Tage, Stunden und Sekunden herunter, die George W. Bush noch als US-Präsident blieben. Apple-Chef Steve Jobs wollte nicht jene Kunden vergraulen, die Bushs Politik anhängen. Das iPad gibt es nun auch in Deutschland, nach Österreich kommt der Touchscreen-Computer im Juli. Jobs nennt das Gerät „revolutionär“. Revolutionen haben aber etwas mit Freiheit zu tun, regte sich ein Blogger per Mail auf. Jobs antwortete: „Ja, Freiheit von Programmen, die deine privaten Daten stehlen. Freiheit von Programmen, die deine Batterie ausquetschen. Freiheit von Pornografie.“ Der App-Store des iPad ist das virtuelle Ebenbild einer amerikanischen Shopping-Mall: schön, sicher, sauber – und von ebendiesen Moralvorstellungen geprägt. Diesen Trend findet Web-Vordenker David Weinberger vom Berkman Center in Harvard bedenklich. „Problematisch wird es dann, wenn dieses Konzept überhandnimmt. Wenn nicht nur Apple das macht, sondern auch die anderen Computerhersteller einschränken, was auf ihren Geräten passieren darf“, sagt er.Bisher konnten Benutzer frei über ihre Computer verfügen. Das hatte Schattenseiten, wenn sie tolpatschig waren und Viren einfingen oder wenn sie dank Internet nur noch raubkopierte Musik gratis konsumierten, es hatte aber klare Vorteile, weil es Innovation fördert, wenn jeder frei herumklicken, herumprogrammieren und herumschrauben darf. Der Telefondienst Skype ist ein gutes Beispiel dafür: Er konnte sich durchsetzen, weil den Kunden das Gratistelefonieren im Netz gefiel. Was wäre passiert, hätten die Skype-Entwickler erst um Erlaubnis bei den Telekomunternehmen bitten müssen? Googles informelles Firmenmotto lautet „Don’t be evil“. Facebook hat den treuherzig dreinblickenden Zuckerberg. Auch Apple gab sich einst als freiheitsliebender Rebell. Sein weltberühmter Werbespot „1984“ zeigt endlose Reihen gleichgeschalteter Arbeiter, die auf einer riesigen Leinwand dem „Big Brother“ zuhören. Eine junge Frau läuft mit einem großem Hammer herbei, bewaffnete Polizisten rennen ihr nach, sie wirft den Hammer, das Ding zerschmettert die Leinwand. Die versklavte Menge ist befreit. Dann das Apple-Logo: „Think different“. Heute müsste es wohl „Think like us“ heißen. Lange Zeit herrschte im Netz der Glaube, der Markt werde solche Probleme ausgleichen. Der Staat solle sich nicht im Web einmischen, nicht zum Big Brother werden. Bis zu einem gewissen Grad stimmt das noch immer. Wem das restriktive Vorgehen von Apple missfällt, der kann jederzeit auf Google und dessen Handy-Software umsteigen. Google schmückt sich ganz bewusst damit, Entwicklern keine Vorgaben zu machen. Aber ganz ohne staatliche Aufpasser funktioniert es auch nicht. Das zeigen die jüngsten Erfahrungen. In den USA hat der FallFacebook eine Regulierungsdebatte gestartet. In Europa muss sich Google nun rechtfertigen. Dieser Druck ist vernünftig, denn der einzelne Konsument ist oft zu schwach, um in Cupertino, Mountain View oder Palo Alto, den kalifornischen Firmensitzen der drei Unternehmen, etwas zu bewirken. Die kritische Aufmerksamkeit der User ist aber weiterhin wichtig, um den Konzernen nicht die Deutungshoheit über das Internet zu überlassen. Es ist nicht die Aufgabe von Facebook, Google oder Apple zu definieren, wie sich Menschen im Netz verhalten sollen. Auch wenn die Firmen das zum Teil glauben. In seinem Video an die Facebook-Community sagt Zuckerberg: „Wenn Menschen mehr teilen, wird die Welt offener und besser vernetzt. Und in einer offeneren Welt werden viele der größten Probleme, denen wir gemeinsam begegnen, einfacher lösbar.“ Das ist eine schöne Utopie – aber nur solange sie nicht impliziert, dass die perfekte Welt jene ist, in der wir sämtliche Informationen mit anderen teilen. Sollte Mark Zuckerberg das glauben, dann hat er die Lektion des Protests nicht verstanden. Die abgebildete Apple-Parodie stammt von Flickr-User Martin Krzywinski
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Wer mit vielen Menschen telefoniert, verdient besserSunday, June 6. 2010E-Mails lesen, Facebook updaten, Internetradio hören, Interviews aufzeichnen, den Fahrplan der Wiener Linien abrufen. Ich verwende mein Handy für alles Mögliche, aber selten zum Telefonieren. Das iPhone hat mich zum Datenjunkie gemacht. So wie mir geht es vielen anderen auch. In den USA werden Handys mittlerweile häufiger für mobile Datenübertragungen verwendet als für herkömmliche Anrufe, berichten amerikanische Mobilfunkunternehmen. Nichtsdestotrotz gibt es einen guten Grund, weiterhin fleißig zu telefonieren. Denn wer viele unterschiedliche Telefonkontakte pflegt, ist im Durchschnitt reicher. Das fanden englische Forscher heraus. Sie analysierten 220 Millionen Telefonnummern und zwölf Milliarden Anrufe. Dabei stellte sich heraus, dass Menschen mit etlichen sozialen Kontakten, die weit über das ganze Land verstreut sind, im Durchschnitt besser verdienen. So, ich rufe jetzt meine Tante Vroni in der Obersteiermark an. Man muss schließlich was für sein Einkommen tun. Digitalia ist die wöchentliche IT-Kolumne des Falter. Diese Kolumne wurde in Ausgabe 21/10 veröffentlicht. Das obige Video zeigt Lady Gaga's Track "Telephone" Die Zukunft des Buchs? Nein, Fix und Foxi!Monday, May 17. 2010Digitalia ist die wöchentliche IT-Kolumne des Falter. Diese Kolumne wurde in Ausgabe 15/10 veröffentlicht. Foto: Kauka.de Die tragbare SteckdoseTuesday, March 30. 2010 Da habe ich einen Nerv getroffen. Vergangene Woche schimpfte ich darüber, dass meinem iPhone immer der Strom ausgeht. Mittlerweile sind etliche Tipps eingetroffen, um die Lebenszeit des eigenen Handys zu verlängern. Manche empfehlen einen Zweitakku, andere schwören auf tragbare Backup-Batterien, um unterwegs das Mobiltelefon neu zu beleben. Alles gute Ideen, besonders toll ist aber ein Sozialprojekt aus Dornbirn: Dort stellen arbeitssuchende Mädchen Solartaschen her. Mit denen kann man Handy, MP3-Player oder Kamera per Sonnenenergie aufladen. Das Projekt heißt „Job Ahoi! Designs“ und ist ökologisch wie auch menschlich voll okay. Wir können diesen Austausch übrigens gerne fortsetzen: Ich klage hier über meine Probleme, die Leserinnen und Leser helfen mir weiter – die Umkehrung der herkömmlichen Servicekolumne. Nächste Woche hätte ich gerne eine Antwort, wie ich die Hinweise für Penisvergrößerung loswerde oder gratis und legal am Computer fernsehen kann. Dankeschön.Digitalia ist die wöchentliche IT-Kolumne des Falter. Diese Kolumne wurde in Ausgabe 12/10 veröffentlicht. Das obige Bild zeigt eine der Solartaschen von Job Ahoi!, sie wurde für den Style-Wettbewerb der Poolbar eingereicht. Credit: Job Ahoi / Poolbar Wo ist die nächste Steckdose?Tuesday, March 30. 2010Digitalia ist die wöchentliche IT-Kolumne des Falter. Diese Kolumne wurde in Ausgabe 11/10 veröffentlicht Ein guter Tag beginnt mit der besseren E-MailThursday, March 25. 2010 Ich dachte schon, ich wäre total gestört. Aber anscheinend bin ich nicht die einzige Person, die noch vor dem Aufstehen E-Mails checkt. Laut einer britischen Studie liest jeder vierte junge Mann gleich nach dem Aufwachen seine digitale Post am Handy. 18 Prozent liegen noch im Bett, während sie Social Networks wie Facebook oder Twitter aufrufen. Vielleicht wird die Menschheit deswegen aussterben: weil wir unter der Decke nur mehr unsere Gadgets begrapschen. Nichtsdestotrotz mag ich das frühmorgendliche Knöpferldrücken. Es lässt mich munter werden. Radiosendungen überfordern mein noch benebeltes Hirn. Den Snooze-Button auf meinem Wecker drücke ich alle fünf Minuten und stehe trotzdem nicht auf. Das ist die pure Folter. E-Mails hingegen helfen mir am Morgen. Wenn ich sie schlaftrunken lese, werde ich schnell in die Realität zurückgeholt und erinnere mich, dass ein neuer Tag mit Terminen und sozialen Verpflichtungen wartet. Klingt trist, ist aber besser als Verschlafen.Digitalia ist die wöchentliche IT-Kolumne des Falter. Diese Kolumne wurde in Ausgabe 09/10 veröffentlicht. Sue Holzer hat auch diese Studie im Netz gefunden: Almost Half Of You Are Checking Facebook As Soon As You Wake Up Dank iPhone koche ich jetzt freiwilligTuesday, January 19. 2010 Es ist total degeneriert, aber ohne iPhone kann ich keine weichen Eier kochen. Ich vergesse die Zeit oder bekomme Salmonellenpanik und lasse die Dinger dann viel zu lange im heißen Wasser. Fast hätte ich meine Kochexperimente aufgegeben und nur mehr Schinken und Käse gefrühstückt. Zum Glück gibt es aber mein EiPhone. Darauf habe ich ein Programm namens „Die perfekte Eieruhr“ installiert. Klingt angeberisch, die Applikation hält aber, was sie verspricht. Sie berücksichtigt die Größe des Eis, ob dieses aus dem Kühlschrank kommt oder nicht, und auf wie viel Höhenmetern man sich gerade befindet. Dann muss man nur noch angeben, ob man das Ei flüssig, weich oder hart haben möchte, und das Gerät berechnet die richtige Kochzeit. Und zwar auf die Sekunde genau! Das ist so deppensicher, dass sogar mir Kochen plötzlich Spaß macht. Jetzt hoffe ich nur noch, dass es bald Programme wie „Der perfekte Tafelspitz“ oder „Die perfekte Lasagne“ für das iPhone gibt. Denn so werden sogar Geeks zu Chefs.Digitalia ist die wöchentliche IT-Kolumne des Falter. Dieser Text wurde in Ausgabe 01-02/10 veröffentlicht. Das abgebildete Ei wurde mit Hilfe der iPhone-Applikation gekocht Wie Google und iPhone die Welt veränderten - ein RückblickSunday, January 10. 2010
Anfang 2000 befand sich Apple auf dem absteigenden Ast, der Duden kannte das Verb „googeln“ noch nicht, und unsere Urlaubsfotos ließen wir auf Film entwickeln. Das alles ist Geschichte. Die Nullerjahre waren ein technologischer und gesellschaftlicher Wendepunkt
![]() - Hier klicken zum Vergrößern Als wir unser Leben ins Internet auslagerten Das Web war Anfang des Jahrtausends ein unentdecktes Land. Zugegeben, man konnte dort durch die Gegend surfen, Infos sammeln oder mit Fremden chatten. Aber genauso gut konnte man den Computer ausgeschaltet lassen, eine Zeitung aufschlagen oder mit der Nachbarin sprechen. Das Internet war ein schickes Spielzeug, eine Zukunftshoffnung. Unverzichtbar war es noch nicht. Dann aber wandelten wir immer größere Teile unseres Lebens in Nullen und Einsen, in digitalen Code, um: Die Lieblings-CD in MP3s, die Urlaubsfotos in JPGs, unser Privatleben in Facebook-Nachrichten. Diese Entwicklung hatte lange vor der Jahrtausendwende begonnen, nun aber trieb sie ein Heer an Internetusern im Eiltempo voran. Gemeinsam bauten sie das Web 2.0, plötzlich wurde es online richtig interessant. Das ist längst nicht die einzige Erkenntnis aus den letzten zehn Jahren. Das Web feuert Revolutionen an. In den USA startet Barack Obama 2007 seinen Onlinewahlkampf, im Iran organisiert sich die Protestbewegung 2009 über Twitter. Zum Ende des Jahrzehnts zeigt sich immer deutlicher, dass das Web neue Arten der Mobilisierung ermöglicht. Eigentum wird zum Kampfbegriff. Zur Jahrtausendwende leitet Napster den Untergang der Musikindustrie ein. Napster ist mittlerweile tot, geblieben ist aber der Glaubensstreit des Copy-and-Paste-Zeitalters: Funktioniert das herkömmliche Urheberrecht noch? Dass dies viele Menschen verneinen, zeigt die Gründung der Piratenpartei. Die schwedischen Piraten sitzen mittlerweile sogar im Europaparlament. Menschen als mobile Sklaven. USB-Stick, Laptop, iPhone. Unsere Geräte wurden kleiner, cleverer und mobiler. Die Flexibilität führt aber auch zu permanenter Ablenkung und dem Drang, stets erreichbar zu sein. Gute Ideen sind nicht genug. Es ist kein Zufall, dass YouTube erst 2005 startete. Ein Videoportal kann erst dann florieren, wenn genügend Menschen schnelles Internet haben. Das war 2000 nicht der Fall. Die Nullerjahre waren nicht nur eine Dekade der neuen Ideen, sondern auch der neuen Technik. Wir verbrachten einen guten Teil der Zeit damit, Kabel zu verlegen, größere Festplatten zu kaufen oder Handymasten zu errichten. Erst dann ließen sich viele clevere Einfälle umsetzen. Über das Geld denken wir später nach. 2008 nahm Google fast 22 Milliarden Dollar ein, doch mit Youtube hat es noch keinen Cent verdient. Facebook jubelte im September, weil es erstmals kein Minus machte. Viele Webdienste, Musikservices oder Nachrichtenseiten sind bisher Geldverbrennungsanlagen statt Cashcows. Diese Frage wird uns ins nächste Jahrzehnt begleiten: Wie wandelt man den regen Zulauf in Geld um? Dieser Artikel und die obige Grafik wurden im Falter 52/09 veröffentlicht. Die Bildrechte liegen bei den jeweiligen Produktherstellern
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Mausklick statt BewegungMonday, October 26. 2009 Seit Jahren kursiert eine Liste im Web. Sie heißt „35 Gründe, warum du internetsüchtig bist“ und ist typischer Nerd-Humor. Demnach ist man internetsüchtig, wenn das eigene Haustier eine Homepage hat oder man im echten Leben „LOL“ (laughing out loud) sagt, statt zu lachen. Besonders bedenklich stimmt mich aber folgender Punkt: „Du bist internetsüchtig, weil du bei www.wetter.de nach dem Wetter schaust, anstatt aus dem Fenster zu gucken.“ Ich fühle mich da ertappt. Denn ich versuche, möglichst viele Tätigkeiten durch Mausklicks zu ersetzen. So kaufe ich bei Amazon, sehe online und nicht im Wörterbuch nach. Selbst die Nahrungsbeschaffung habe ich ausgelagert. Zum Beispiel an Mjam.net, ein Online-Essensbestellservice. Mjam gibt es seit kurzem auch am iPhone als Applikation (mit dem kreativen Namen „iHunger“). Kollege W. findet es ja total degeneriert, dass ich mir Essen zustellen lasse, anstatt selber zu kochen. Aber das ist notwendig. Wie würde ich denn sonst die ganze Zeit fürs Twittern und Facebooken aufbringen?Digitalia ist die wöchentliche IT-Kolumne des Falter. Dieser Text wurde in Ausgabe 43/09 veröffentlicht. Foto: Orange Multitasking, autsch!Friday, September 4. 2009 Wann ist es Zeit, das iPhone aus der Hand zu legen? Spätestens dann, wenn man vollkommen abgelenkt, den Blick nach unten, in ein Straßenschild läuft. So etwas kann passieren. Vor allem dann, wenn man permanent alles gleichzeitig macht (Musik hören, Mails abrufen, dann ein Blick auf Twitter). Multitasking ist schlecht für uns. Es frisst sich ins Hirn, macht uns zu Aufmerksamkeitsdefizitidioten. Das sagt nicht nur die Erfahrung, sondern auch respektierte Forscher, etwa von der Stanford University. Die fragten sich, ob Menschen, die alles gleichzeitig machen, dies mit der Zeit besser beherrschen als andere. Doch das Gegenteil war der Fall: Sie schnitten bei sämtlichen Konzentrationsaufgaben schlechter ab als jene, die kaum multitasken. Was ist die Lösung? Kein Multitasking? Kein iPhone? Mehr Selbstbeherrschung? Das hört sich doch sinnvoll an. Schwierig wird es nur dann, wenn am Heimweg wieder ein Mail am iPhone eintrifft. Es piepst. Die Hand zuckt. Und wie aus dem Nichts taucht schon wieder so ein Straßenschild auf.Digitalia ist die wöchentliche IT-Kolumne des Falter. Dieser Text wurde in Ausgabe 36/09 veröffentlicht Überraschung! Die Kids finden Touchscreens coolTuesday, August 4. 2009Digitalia ist die wöchentliche IT-Kolumne des Falter. Dieser Text wurde in Ausgabe 30/09 veröffentlicht. Foto: Flickr-User Shadowmancer78 Ein gestohlenes iPhone bekommt man niemals zurück? Falsch!Friday, July 3. 2009![]() Auf einer Landkarte wird dargestellt, wo sich das iPhone befindet. Infos: MobileMe-Webseite Digitalia ist die wöchentliche IT-Kolumne des Falter. Dieser Text wurde in Ausgabe 27/09 veröffentlicht.
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