Oh Gott! Ich wurde zum zehnjährigen Maturatreffen eingeladen. Freilich über Facebook. Online suchen wir gerade einen Termin. Ein Klassenkamerad hat eine Befragung gestartet, ob die Leute überhaupt kommen wollen. Die Antwortmöglichkeiten lauten etwa “Fix Oida!“, “Wenn alle kommen, komm ich halt auch“ oder “Na bitte, 8 (oder mehr) Jahre waren echt genug.“

Ich stimme für “Fix Oida!“. Facebook ist eine tolle Möglichkeit, um die Ex-Schulkollegen auszuspionieren. Fast jeder hat dort ein Profil. Jetzt weiß ich, dass Harald mittlerweile fast nur noch aus Muskeln besteht, dass Alex fleißig Nachwuchs gezeugt hat und eine andere Klassenkameradin einen äußerst seltsamen Männergeschmack aufweist. Warum ich trotzdem zum Maturatreffen gehe, wenn ich eh schon alles weiß? Weil sicher die Hälfte auf Facebook geschummelt hat. Nie im Leben sind die alle so glücklich/erfolgreich/attraktiv wie auf ihrem Onlineprofil. Weiterlesen… »

Wir sind solche Mitläufer! Kaum startet Google seinen neuen Facebook-Konkurrenten, strömen alle hin. Angeblich ist Google+ ein revolutionäres Kommunikationstool, um seine Onlinebekanntschaften zu verwalten und die eigene Privatsphäre zu wahren. Das einzige Problem: Der Webdienst war letzte Woche noch gar nicht für alle zugänglich. Eine geniale Marketingstrategie von Google. Zuerst reden sie groß über ihren Webdienst, dann lassen sie niemanden rein.

Also gierte die Onlinecommunity um eine Einladung, alle wollten durch die Hintertür schlüpfen, auch ich. Als ich dann Zutritt bekam, musste ich anderen die Tür aufhalten. Das ganze Wochenende lang versandte ich Einladungen an andere User. Wie Google+ so ist? Ob es unsere Kommunikation verbessert? Ich habe keine Ahnung. Vor lauter Einladungenverschicken hatte ich keine Zeit, mir den Dienst näher anzusehen oder gar darüber nachzudenken. Aber wurscht, Hauptsache, ich kann sagen, ich war als Erste bei dem Hype dabei. Weiterlesen… »

Ich bin total uncool. Dauernd poste ich auf Facebook irgendwelche Katzenvideos. Zum Beispiel jenen Clip, in dem eine Katzenmutter ihr Katzenbaby im Schlaf umarmt und näher an sich heranzieht. Oh, das ist so herzig! Auch nicht schlecht ist das Video mit der Katze, die aus einem rinnenden Wasserhahn zu trinken versucht. Genauer gesagt, hält das Tier den Kopf unter die rinnende Leitung und wird dabei pitschpatschnass. Schaut echt superdoof aus. Ich habe diesen Clip ungefähr schon eine Million Mal angeschaut. Was ich damit sagen will: Das Internet ist in Wahrheit für Tierfotos und Tiervideos erfunden worden. Weiterlesen… »

Eine Ära geht zu Ende, die Dotcom-Ära. In den letzten 20 Jahren haben wir uns daran gewöhnt, dass Internetadressen immer ähnlich ausschauen. Da gibt es .com, .at, .org, .biz und dergleichen. Bald folgt aber die totale Wahlfreiheit. Ab kommendem Jahr sind alle Endungen möglich, von .wien bis .ulanbator, von .religion bis .gay. Weiterlesen… »

@ Ein Offliner beantwortet grundsätzlich keine Fragen via Twitter.
@snuup
Stefan Kranewitter

Ich muss jetzt einmal Dankeschön sagen. Danke an all die Twitter-User, die mir helfen, diese Kolumne zu füllen. Auf Twitter stelle ich nämlich regelmäßig Fragen oder bitte um Recherchetipps von anderen Internetfetischisten. Man könnte auch sagen: Ich klaue ihre guten Ideen und verwerte sie dann in der Zeitung. Weiterlesen… »

Lobet und preiset Steve Jobs, denn er hat die Marke Apple erfunden, das iPhone herausgebracht und uns von Nokia erlöst! Ungefähr so lässt sich zusammenfassen, was britische Forscher neulich entdeckten. Neurowissenschaftler der Universität Warwick haben für eine BBC-Dokumentation das Hirn eines fanatischen Apple-Jüngers analysiert. Sie kamen zum Schluss: Apple löst eine religiöse Reaktion im Hirn aus. Die Magnetresonanzbilder des Apfelfans ähnelten den Gehirnscans von Gläubigen, die auf kirchliche Symbole starren. Weiterlesen… »

Es gibt ein paar Dinge im Internet, die sind wirklich peinlich. Zum Beispiel ist es total uncool, seinen eigenen Wikipedia-Eintrag zu schreiben. Noch schlimmer ist allerdings, mit der Schriftart Comic Sans zu kommunizieren. Comic Sans wurde einst als verspielte Schriftart für Kinder entwickelt, sie schaut aus wie die Buchstaben aus einem Comic-Heft. Wenn man acht Jahre alt ist, in der Volksschule unterrichtet oder als Clown auf Kindergeburtstagen auftritt, ist der Einsatz von Comic Sans in Ordnung. Für alle anderen gilt: Leute, lasst die Finger davon! Ihr schaut sonst geistig zurückgeblieben aus.

Das sehe nicht nur ich so. Es gibt eine eigene Webseite, die gegen diese Schriftart ankämpft: www.comicsanscriminal.com. Dort kann man ein Gelöbnis unterschreiben, dass man in Zukunft die lustigen Lettern nur einsetzen wird, wenn es angemessen ist. Mein Tipp: Auf Bewerbungsschreiben, Todesanzeigen oder amtlichen Dokumenten ist Comic Sans ganz sicher fehl am Platz.

 

Weitere Web-Tipps für Comic-Sans-Feinde:

- Kill Comic Sans, das Spiel
- Fuck Comic Sans
- Was passiert, wenn man Comic Sans verwendet
- Ban Comic Sans, die Webseite und das Manifest Weiterlesen… »

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