Reden wir einmal über Manieren im Web, etwa den Like-Button. Dieser Daumen-hoch-Knopf auf Facebook wird häufig verunglimpft, weil er angeblich Symbol einer Ja-Sager-Gesellschaft ist, die nur jubelt und keine Kritik üben kann. Dieser These stimme ich nicht zu: Wer auf Facebook streiten will, kann das in den Kommentaren tun. Der Like-Knopf hingegen ist vielmehr eine höfliche Geste, ähnlich dem Nicken, wenn man jemandem zustimmt, oder dem Grüßen am Gang.

Deswegen finde ich es total unhöflich, wenn Menschen niemals den Like-Knopf drücken. Finden die gar nicht erfreulich, was ihre Onlinekumpel auf Facebook so tun und schreiben? Ich vermute, Nicht-Liker sind dieselben Leute, die auch am Gang nicht grüßen können. Denen fehlt es an Empathie. Der Like-Knopf ist wie das Lächeln des Internets. Man signalisiert dem anderen: Es ist schön, dass es dich gibt. Und sollten wir das nicht generell viel öfter sagen? Weiterlesen… »

Wir Smartphone-Besitzer sind nur die Leibeigenen von Google und Apple. Ständig müssen wir damit rechnen, dass die Konzerne unsere privaten Daten klauen. Jetzt deckte die New York Times auf, dass App-Entwickler die Smartphone-Bilder ihrer Kunden ansehen können. Auf dem iPhone reicht es, dass die Anwendung einen orten darf. In diesem Fall darf das Programm mysteriöserweise auch auf das ganze Fotoarchiv zugreifen. Auf Android-Handys ist es noch ärger: Google gestattet allen Apps Zugriff auf die Fotos seiner Kunden.

Wir reden hier von echt privaten Bildern: dem Schnappschuss von der wilden Party, die Fotos vom romantischen Wochenende und das Bild vom grausigen Ausschlag am Popo. Google denkt nun darüber nach, mit privaten Fotos künftig anders umzugehen. Wie nett von denen! Ich fotografiere jetzt gleich meinen Stinkefinger. Falls jemand meine Bilder ausspioniert, kann er zumindest sehen, was ich davon halte. Weiterlesen… »

Ich bin zutiefst betrübt. Jemand hat mein iPhone gestohlen. Ein Langfinger griff in meine Handtasche und plötzlich war es weg. Auch der Versuch, es nachträglich zu orten, scheiterte. Das Handy war längst ausgeschaltet. Ich nehme an, es wurde bereits um ein paar Euro verhökert und schlummert nun in einem schwindeligen Handyshop.

Ich hingegen sitze depressiv herum. Es fühlt sich an, als wäre ein Teil meines Körpers amputiert worden. Ganz im Ernst. Ständig spüre ich den Impuls, zum Handy zu greifen und schnell etwas zu googeln oder auf Facebook zu schauen. Und dann fällt mir ein: Geht ja nicht, das iPhone ist weg. Wahrscheinlich könnten Sozialforscher an mir Studien durchführen, wie sich der Smartphoneverlust auf totale Süchtler auswirkt. So schlimm ist das. Normalerweise baue ich am Schluss meiner Kolumne immer irgendeinen Gag ein, irgendeine Pointe. Aber sorry, diesmal geht das nicht. Der iPhone-Dieb hat meine ganze Freude geraubt. Weiterlesen… »

Oh Gott! Ich wurde zum zehnjährigen Maturatreffen eingeladen. Freilich über Facebook. Online suchen wir gerade einen Termin. Ein Klassenkamerad hat eine Befragung gestartet, ob die Leute überhaupt kommen wollen. Die Antwortmöglichkeiten lauten etwa “Fix Oida!“, “Wenn alle kommen, komm ich halt auch“ oder “Na bitte, 8 (oder mehr) Jahre waren echt genug.“

Ich stimme für “Fix Oida!“. Facebook ist eine tolle Möglichkeit, um die Ex-Schulkollegen auszuspionieren. Fast jeder hat dort ein Profil. Jetzt weiß ich, dass Harald mittlerweile fast nur noch aus Muskeln besteht, dass Alex fleißig Nachwuchs gezeugt hat und eine andere Klassenkameradin einen äußerst seltsamen Männergeschmack aufweist. Warum ich trotzdem zum Maturatreffen gehe, wenn ich eh schon alles weiß? Weil sicher die Hälfte auf Facebook geschummelt hat. Nie im Leben sind die alle so glücklich/erfolgreich/attraktiv wie auf ihrem Onlineprofil. Weiterlesen… »

Wir sind solche Mitläufer! Kaum startet Google seinen neuen Facebook-Konkurrenten, strömen alle hin. Angeblich ist Google+ ein revolutionäres Kommunikationstool, um seine Onlinebekanntschaften zu verwalten und die eigene Privatsphäre zu wahren. Das einzige Problem: Der Webdienst war letzte Woche noch gar nicht für alle zugänglich. Eine geniale Marketingstrategie von Google. Zuerst reden sie groß über ihren Webdienst, dann lassen sie niemanden rein.

Also gierte die Onlinecommunity um eine Einladung, alle wollten durch die Hintertür schlüpfen, auch ich. Als ich dann Zutritt bekam, musste ich anderen die Tür aufhalten. Das ganze Wochenende lang versandte ich Einladungen an andere User. Wie Google+ so ist? Ob es unsere Kommunikation verbessert? Ich habe keine Ahnung. Vor lauter Einladungenverschicken hatte ich keine Zeit, mir den Dienst näher anzusehen oder gar darüber nachzudenken. Aber wurscht, Hauptsache, ich kann sagen, ich war als Erste bei dem Hype dabei. Weiterlesen… »

Ich bin total uncool. Dauernd poste ich auf Facebook irgendwelche Katzenvideos. Zum Beispiel jenen Clip, in dem eine Katzenmutter ihr Katzenbaby im Schlaf umarmt und näher an sich heranzieht. Oh, das ist so herzig! Auch nicht schlecht ist das Video mit der Katze, die aus einem rinnenden Wasserhahn zu trinken versucht. Genauer gesagt, hält das Tier den Kopf unter die rinnende Leitung und wird dabei pitschpatschnass. Schaut echt superdoof aus. Ich habe diesen Clip ungefähr schon eine Million Mal angeschaut. Was ich damit sagen will: Das Internet ist in Wahrheit für Tierfotos und Tiervideos erfunden worden. Weiterlesen… »

Eine Ära geht zu Ende, die Dotcom-Ära. In den letzten 20 Jahren haben wir uns daran gewöhnt, dass Internetadressen immer ähnlich ausschauen. Da gibt es .com, .at, .org, .biz und dergleichen. Bald folgt aber die totale Wahlfreiheit. Ab kommendem Jahr sind alle Endungen möglich, von .wien bis .ulanbator, von .religion bis .gay. Weiterlesen… »

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