Ich muss jetzt einmal Dankeschön sagen. Danke an all die Twitter-User, die mir helfen, diese Kolumne zu füllen. Auf Twitter stelle ich nämlich regelmäßig Fragen oder bitte um Recherchetipps von anderen Internetfetischisten. Man könnte auch sagen: Ich klaue ihre guten Ideen und verwerte sie dann in der Zeitung. Weiterlesen… »
Lobet und preiset Steve Jobs, denn er hat die Marke Apple erfunden, das iPhone herausgebracht und uns von Nokia erlöst! Ungefähr so lässt sich zusammenfassen, was britische Forscher neulich entdeckten. Neurowissenschaftler der Universität Warwick haben für eine BBC-Dokumentation das Hirn eines fanatischen Apple-Jüngers analysiert. Sie kamen zum Schluss: Apple löst eine religiöse Reaktion im Hirn aus. Die Magnetresonanzbilder des Apfelfans ähnelten den Gehirnscans von Gläubigen, die auf kirchliche Symbole starren. Weiterlesen… »
Es gibt ein paar Dinge im Internet, die sind wirklich peinlich. Zum Beispiel ist es total uncool, seinen eigenen Wikipedia-Eintrag zu schreiben. Noch schlimmer ist allerdings, mit der Schriftart Comic Sans zu kommunizieren. Comic Sans wurde einst als verspielte Schriftart für Kinder entwickelt, sie schaut aus wie die Buchstaben aus einem Comic-Heft. Wenn man acht Jahre alt ist, in der Volksschule unterrichtet oder als Clown auf Kindergeburtstagen auftritt, ist der Einsatz von Comic Sans in Ordnung. Für alle anderen gilt: Leute, lasst die Finger davon! Ihr schaut sonst geistig zurückgeblieben aus.
Das sehe nicht nur ich so. Es gibt eine eigene Webseite, die gegen diese Schriftart ankämpft: www.comicsanscriminal.com. Dort kann man ein Gelöbnis unterschreiben, dass man in Zukunft die lustigen Lettern nur einsetzen wird, wenn es angemessen ist. Mein Tipp: Auf Bewerbungsschreiben, Todesanzeigen oder amtlichen Dokumenten ist Comic Sans ganz sicher fehl am Platz.
Weitere Web-Tipps für Comic-Sans-Feinde:
- Kill Comic Sans, das Spiel
- Fuck Comic Sans
- Was passiert, wenn man Comic Sans verwendet
- Ban Comic Sans, die Webseite und das Manifest Weiterlesen… »
Das Internet ist ein Echtzeitmedium, heißt es immer. So eine Lüge! Ich habe im Netz die Reaktionszeit einer Landschildkröte und brauche mindestens eine Woche, um auf E-Mails zu reagieren. Fast all meine Nachrichten beginnen mit dem Satz: “Entschuldigen Sie meine späte Antwort“. Noch schlimmer ist allerdings der Kugelschreiberhersteller Stabilo. Der hatte neulich eine Reaktionszeit von fast einem halben Jahr. Ein Freund von mir hatte ein Problem mit einem Kuli und beschwerte sich auf Facebook und Twitter. Fünf Monate später twitterte Stabilo zurück und entschuldigte sich für die “sehr späte Antwort“.
Ich finde das super. Das beruhigt Menschen wie mich, die immer ein schlechtes Gewissen haben, wenn sie an ihr Postfach denken. Wobei, ganz so arg ist die Geschichte dann doch nicht: Stabilo reagierte vor fünf Monaten nämlich sofort via Facebook, lediglich auf Twitter blieb die Kundenanfrage liegen. Mist. Ich glaube, ich muss jetzt ein paar E-Mails beantworten gehen. Weiterlesen… »
Ich bin dem Kaufrausch verfallen. Im Netz boomen gerade die Coupon-Dienste. Sie heißen Groupon oder DailyDeal und verhökern Gutscheine für Lokale oder andere Dienstleistungen. Man zahlt zum Beispiel zehn Euro und bekommt einen Essensgutschein im Wert von 20 Euro. Für den Konsumenten ist das ein Schnäppchen. Für die Lokale ein Marketingtool, weil sie neue Kundschaft anziehen. Und für die Webdienste ist es ganz besonders lukrativ, da sie eine fette Provision einheben. Eine Win-win-win-Situation sozusagen, zumindest habe ich mir meinen Kaufrausch auf diese Weise schöngeredet.
Jetzt ist Schluss mit der Shoppingmanie. DailyDeal hat meine ganze Euphorie erstickt. Die Webseite pries neulich eine verbilligte Brust-OP an. Nur 1975 Euro für das “Deluxe-Dekolleté“, hieß es dort. Ab morgen gehe ich wieder offline einkaufen und spare mir die Schnäppchen. Auf der Mariahilfer Straße ist mir wenigstens noch nie eine Brustvergrößerung angeboten worden. Weiterlesen… »
Ich finde das eine Frechheit. Ich sitze im Büro, draußen ein Hundewetter, drinnen ein Berg an Arbeit. Dann schaut man kurz auf Facebook, um sich aufzuheitern – und wird ganz depressiv. Meine Facebook-Freunde posten Fotos vom Skilauf in Ischgl oder von der tollen Party gestern. Habe ich schon gesagt, dass ich euch alle hasse?
Es geht nicht nur mir so. Neulich hat eine Journalistin in der New York Times darüber geschimpft. “Fear of Missing Out“ nennt Jenna Wortham das Gefühl, wenn online alle anderen mit ihrem Leben prahlen und man selbst fad auf der Couch oder am Arbeitsplatz sitzt. Diese Angst, das eigentliche Leben zu versäumen, ist mir bekannt. Ich versuche es locker zu nehmen: Wahrscheinlich sind die Bilder eine Lüge. Der Schnee war patzig, die Party öd. Und wenn mich das nicht beruhigt, bleibt noch ein Hoffnungsschimmer: Bald fahre ich auf Urlaub. Dann werde ich meine Freizeitfotos hochladen und ihr werdet mich beneiden. Dazu ist Facebook schließlich da. Stimmt’s? Weiterlesen… »
Ich habe eine neue Lieblingsseite: hatr.org. Der Name ist kein Zufall, es geht tatsächlich um Hass. Um diesen ekligen, bösartigen, menschenverachtenden Hass, der sich über Genderblogs ergießt. Dort werden die Autorinnen von anonymen Usern niedergemacht, bloß weil sie online Geschlechterverhältnisse hinterfragen. Bisher wurden solche Postings meist gelöscht. Jetzt haben Bloggerinnen die Möglichkeit, sie an hatr.org weiterzuleiten und damit die geballte Ladung an Grauslichkeiten sichtbar zu machen. Das hat eine nahezu reinigende Kraft. Ein User namens Gipsnacken schreibt: “Du bist nichts weiter als ne dumme Schlampe die mit ihrer Armee aus Kommentarnutten ihre Gehirnkotze in die Blogs pisst.“ Ein anderer wiederum postet: “Wie willst du denn mit dieser Einstellung jemals einen Mann finden, der für dich sorgt?“ Ich bin begeistert. Die schiere Fülle an Beleidigungen und dummen Kommentaren entlarvt die Poster als das, was sie sind: traurige, ja eigentlich bemitleidenswerte Figuren. Weiterlesen… »







