Ich bin zutiefst betrübt. Jemand hat mein iPhone gestohlen. Ein Langfinger griff in meine Handtasche und plötzlich war es weg. Auch der Versuch, es nachträglich zu orten, scheiterte. Das Handy war längst ausgeschaltet. Ich nehme an, es wurde bereits um ein paar Euro verhökert und schlummert nun in einem schwindeligen Handyshop.

Ich hingegen sitze depressiv herum. Es fühlt sich an, als wäre ein Teil meines Körpers amputiert worden. Ganz im Ernst. Ständig spüre ich den Impuls, zum Handy zu greifen und schnell etwas zu googeln oder auf Facebook zu schauen. Und dann fällt mir ein: Geht ja nicht, das iPhone ist weg. Wahrscheinlich könnten Sozialforscher an mir Studien durchführen, wie sich der Smartphoneverlust auf totale Süchtler auswirkt. So schlimm ist das. Normalerweise baue ich am Schluss meiner Kolumne immer irgendeinen Gag ein, irgendeine Pointe. Aber sorry, diesmal geht das nicht. Der iPhone-Dieb hat meine ganze Freude geraubt. Weiterlesen… »

Oh Gott! Ich wurde zum zehnjährigen Maturatreffen eingeladen. Freilich über Facebook. Online suchen wir gerade einen Termin. Ein Klassenkamerad hat eine Befragung gestartet, ob die Leute überhaupt kommen wollen. Die Antwortmöglichkeiten lauten etwa “Fix Oida!“, “Wenn alle kommen, komm ich halt auch“ oder “Na bitte, 8 (oder mehr) Jahre waren echt genug.“

Ich stimme für “Fix Oida!“. Facebook ist eine tolle Möglichkeit, um die Ex-Schulkollegen auszuspionieren. Fast jeder hat dort ein Profil. Jetzt weiß ich, dass Harald mittlerweile fast nur noch aus Muskeln besteht, dass Alex fleißig Nachwuchs gezeugt hat und eine andere Klassenkameradin einen äußerst seltsamen Männergeschmack aufweist. Warum ich trotzdem zum Maturatreffen gehe, wenn ich eh schon alles weiß? Weil sicher die Hälfte auf Facebook geschummelt hat. Nie im Leben sind die alle so glücklich/erfolgreich/attraktiv wie auf ihrem Onlineprofil. Weiterlesen… »

@ Ein Offliner beantwortet grundsätzlich keine Fragen via Twitter.
@snuup
Stefan Kranewitter

Ich muss jetzt einmal Dankeschön sagen. Danke an all die Twitter-User, die mir helfen, diese Kolumne zu füllen. Auf Twitter stelle ich nämlich regelmäßig Fragen oder bitte um Recherchetipps von anderen Internetfetischisten. Man könnte auch sagen: Ich klaue ihre guten Ideen und verwerte sie dann in der Zeitung. Weiterlesen… »

Lobet und preiset Steve Jobs, denn er hat die Marke Apple erfunden, das iPhone herausgebracht und uns von Nokia erlöst! Ungefähr so lässt sich zusammenfassen, was britische Forscher neulich entdeckten. Neurowissenschaftler der Universität Warwick haben für eine BBC-Dokumentation das Hirn eines fanatischen Apple-Jüngers analysiert. Sie kamen zum Schluss: Apple löst eine religiöse Reaktion im Hirn aus. Die Magnetresonanzbilder des Apfelfans ähnelten den Gehirnscans von Gläubigen, die auf kirchliche Symbole starren. Weiterlesen… »

Liebe User und Userinnen, wir haben uns heute hier versammelt, um gemeinsam der Größe des Webs zu gedenken. Lasset uns beten!

Im Namen des Internets
und des Google und des Heiligen Twitter.
Amen.

Ich glaube an das Internet,
das Web, das weltweite,
den Schöpfer von Wikipedia und YouTube,
und an Google,
seine eingeborene Suchmaschine, unsere Startseite,
empfangen durch Sergey Brin,
geboren von Larry Page,
gewachsen unter Eric Schmidt,
hinabgestiegen in das Reich der Chinesen,
am dritten Tage auferstanden von den Zensoren,
aufgefahren in den Himmel,
es sitzt zur Rechten von Wikileaks, dem allwissenden Informanten;
von dort wird er kommen, zu enthüllen alle Geheimnisse und Daten. Weiterlesen… »

Kann sich noch jemand an das Geräusch der 56k-Modems erinnern? Jedes Mal, wenn man online ging, machte es: “Piep piep piep piep, tüüüüüüt tüüüüüüüüt, schkrrrrr schkrrrrr.“ Ein legendärer Sound, in den 90ern wurde sogar gescherzt, dass sich echte Internetsüchtler per Pfeifen ins Netz einwählen könnten. Weiterlesen… »

Ich trolle, du trollst, er/sie/es trollt…
Vokabelheft heraus! Diesmal gibt es eine weitere Einführung in die Sprache der Geeks. Es geht ums Fluchen im Web. Wenn man jemanden online beleidigen will, nennt man ihn am besten einen “Troll“. Ein Troll will nicht ernsthaft diskutieren, sondern nur provozieren und das Gesprächsklima zerstören. Heinz-Christian Strache ist zum Beispiel der Troll der Innenpolitik. “Don’t feed the trolls“ lautet eine alte Weisheit der Netzgemeinde, gebt den Trollen kein Futter. Eine Diskussion mit solchen Störenfrieden ist ein echter “Fail“. Fail – kurz für Failure – ist ein weiteres tolles Wort der Onlinecommunity und beschreibt alle möglichen Fehltritte. Die heimische Wehrpflichtdebatte, bei der fast ausschließlich über den Zivildienst diskutiert wird, ist ein klassischer Fail. Noch eine Stufe drüber ist der “Epic Fail“, der beschreibt ein Versagen von epochalem Ausmaß (zum Beispiel der Budgetbeschluss von Loipersdorf). Was die österreichische Politik betrifft, so sagt ein Emoticon mehr als tausend Worte: :-(

 



Digitalia ist die wöchentliche IT-Kolumne des Falter, dieser Text erschien in Ausgabe 4/11.

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