Die Presse verlangt für ihre Lehrredaktion Geld. Zwölf Wochen Redaktionsluft schnuppern kostet 1500 Euro. Warum er für die Ausbildung kassiert, erklärt Chefredakteur Michael Fleischhacker am Telefon.

Warum müssen Ihre Lehrredakteure Geld zahlen?
Es ist die qualitativ beste Ausbildung im Land. Wir vertreten den Standpunkt: Was nichts kostet, ist nichts wert. Zu unserer Markenpositionierung würde es nicht passen, das gratis herzugeben.

Aber diese Lehrredakteure leisten eine Arbeit für Sie, schreiben Texte.
Das tun sie am Wifi auch. Dort kriegen sie auch nichts bezahlt.

In anderen Zeitungen bekommt man sehr wohl Geld fürs Praktikum.
Bei uns bekommt man auch Geld fürs Praktikum. Das ist etwas anderes als die Lehrredaktion, diese ist eine journalistische Ausbildung. In den meisten Fällen ist sie postgraduate. Die überwiegende Zahl der Leute hat schon ein Studium abgeschlossen. Weiterlesen… »

Endlich wird Open Data in Wien zum Thema. Es geht um den Beleg, was der Staat für seine Bürger tut

Wofür gibt der Staat Geld aus? Wohin fließen all die Steuern? Es war noch nie so einfach, eine Antwort auf diese Fragen zu bekommen. Man muss nur die Webseite www.wheredoesmymoneygo.org aufrufen.

Ein alter Mann mit Gehhilfe und eine Frau mit Kind symbolisieren die Sozialausgaben. Ein Kreuz steht für den Gesundheitsbereich, ein Soldat am Gewehr für das Militärbudget. Darunter kann jeder Brite auf den Penny genau nachlesen, wie viel von seinen Steuern in welchen Bereich fließt. Auf anschauliche Weise wird den Bürgern ein komplexes Thema vermittelt: das britische Budget. Weiterlesen… »

Ein Promi stirbt unter mysteriösen Umständen. Augenzeugen filmen den deutschen Star, wie er sein Gleichgewicht verliert, in einen Teich fällt und ertrinkt. In der Weltpresse rätseln Experten, warum der Liebling der Nation plötzlich zusammengebrochen ist. Er wirkte doch stets quietschfidel! Wissenschaftler haben verschiedene Theorien. “In seinem Todeskampf sah ich ganz klare Anzeichen für einen Schlaganfall“, meint der eine. Der andere spricht von Epilepsie: “Sein Körper geriet außer Kontrolle, das sehe ich ganz deutlich im Video.“ Andere wiederum entwickeln Verschwörungstheorien und behaupten, der Arme sei ein Opfer von Mobbing gewesen. Wer ist denn da gestorben? Dieter Bohlen, Heidi Klum oder Boris Becker? Nein, Knut der Eisbär. Mach es gut, Knut! Dein Leben war wie dein Tod: großes Kino. Weiterlesen… »

Ich habe gezahlt. Seit Dienstag bin ich digitale Abonnentin der New York Times, gebe pro Monat 15 Dollar für den Zugriff via Web und Smartphone aus.

Die New York Times hat eine Paywall errichtet. Wer mehr als 20 Artikel im Monat online lesen will, muss blechen. Das Bezahlsystem hat viele Feinde, diese erklären das Projekt vorab für gescheitert, schimpfen über den (ihrer Meinung nach zu) hohen Preis oder verbreiten Anleitungen, wie man die Paywall umgeht. Es ist nämlich kinderleicht, über die Bezahlmauer drüberzuklettern und nichts für die Times zu zahlen. Weiterlesen… »

Die New York Times verlangt nun Geld für ihre Webseite und kämpft damit gegen die Gratiskultur an

Auf den ersten Blick ist es nur so ein nerviges Pop-up. “Vielen Dank, dass Sie NYTimes.com besuchen. Wir hoffen, Ihnen haben Ihre 20 Gratisartikel diesen Monat gefallen“, steht da. Doch die paar Zeilen sind mehr als nur ein elektronisches Hinweisschild, sie symbolisieren einen Paradigmenwechsel: Seit Anfang dieser Woche verlangt die New York Times von ihren Internetlesern Geld. 15 US-Dollar, umgerechnet elf Euro, kostet der unlimitierte Onlinezugang zur renommiertesten Tageszeitung der Welt. Eine sogenannte “Paywall“ soll sicherstellen, dass nur zahlende Kunden vollen Zutritt bekommen.

Es ist ein entscheidendes Experiment für die Zeitungshäuser weltweit. Es geht um die Frage, wie sich guter Journalismus in einer digitalen Informationsgesellschaft rentieren kann. Die Antwort vieler Herausgeber: weg von der Gratiskultur. Auch im Netz sollen Leser für gute Artikel zahlen. Die New York Times ist nicht die erste Zeitung, die Bezahlschranken einführt, aber sie ist die prominenteste. “Wenn das einer normalen Tageszeitung gelingen kann, dann wohl einem Medium wie der New York Times“, sagt der Medienökonom Robert Picard von der Universität Oxford. Weiterlesen… »

Karim El-Gawhary erklärt den Österreichern die arabischen Revolutionen. Ein Gespräch über Kriegsjournalismus, das Leben von Korrespondenten und Bilder, die man nicht mehr aus dem Kopf bekommt

Karim El-Gawhary ist unser Mann in Ägypten, für den ORF berichtet er von der arabischen Revolution, seit fast 20 Jahren lebt er in Kairo. Ihn selbst zieht es aber gar nicht an die Front, lieber berichtet der Journalist von ganz normalen Menschen und wie sie trotz Krieg leben. In den letzten zwei Jahrzehnten ist die Arbeit als Korrespondent zunehmend schwierig geworden, erzählt er im eineinhalbstündigen Interview.

Falter: Herr El-Gawhary, Sie berichten schon fast 20 Jahre aus dem Nahen Osten. Ist die Arbeit als Korrespondent schwieriger geworden?

Karim El-Gawhary: Sie hat sich stark verändert. Früher begleitete die Auslandsberichterstattung einen Prozess. Man hat regelmäßig über ein Land geschrieben, das hat sich sehr gewandelt: Jetzt gehen wir Journalisten immer dorthin, wo es gerade brennt. Wir sind Feuerwehrleute geworden. Die kontinuierliche Berichterstattung ging verloren. Deswegen scheint es oft so, als würden Konflikte vom Himmel fallen. Zum Beispiel der Libanon-Krieg 2006. Wenn ich zwei Wochen vorher eine Hisbollah-Geschichte vorgeschlagen hätte, hätte man mich angegähnt. Dann bricht der Krieg aus, und man hört morgens, mittags und abends vom Libanon. Weiterlesen… »

Foto: Christian WindErnst Strasser verliert seine Verbündeten. Nun fordert ihn sogar sein Parteichef Josef Pröll zum Rücktritt auf. Jedes Mal, wenn Ernst Strasser schlechte Schlagzeilen macht, muss ich an ein legendäres Telefonat mit ihm denken.

Es war 2008, Strassers E-Mails waren gestohlen und in Medien veröffentlicht worden. Die Korrespondenz zeigt, wie Posten an Parteifreunde vergeben wurden. Der ehemalige Innenminister zeigte den Diebstahl an. Ich fragte ein paar Monate später für den Falter nach, ob man den E-Mail-Dieb schon geschnappt hatte. Strassers Antwort: “Diese Frage müssen Sie meinem Anwalt stellen. Ich gebe dazu keine Auskunft. Nein, wer mein Anwalt ist, das sage ich Ihnen auch nicht.” Weiterlesen… »

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